| Die Helme der Wikinger waren aus Metall oder Leder gefertigt. Nase und Augen wurden mit einer Art Visier geschützt. |
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Die Rüstung bestand entweder aus einem Kettenhemd oder einer dick gepolsterten Jacke aus Leder. Neben einem Holz- oder Lederschild trugen die Krieger im Kampf vor allem zweischneidige Schwerter mit sich. Wie die Ritter musste jeder Wikinger selbst für seine Kampfausrüstung sorgen. Je nach Stand und Vermögen fiel diese dann entsprechend aus.
… dass die Wikinger an ein Leben nach dem Tod glaubten? Deshalb bestatteten sie ihre Toten in den besten Kleidern und jeder Menge Kostbarkeiten. Je nach Berufsstand wurde das Handwerkzeug mit in das Totenschiff gelegt. Ein Krieger wurde immer mit seinem Schwert und, wenn er eines besessen hatte, auch mit seinem Pferd beigesetzt.
… dass sich die Einwohner der Stadt Paris im Jahre 845 mit viel Silber freikaufen mussten? Sie kauften sich mit - schon damals unvorstellbaren - 2.900 kg Silber von der Schreckensherrschaft der Wikinger frei. Genutzt hat es ihnen allerdings nichts. 40 Jahre später belagerten wiederum dänische Wikinger lang die französische Stadt. Diesmal gaben sie sich jedoch nach elf Monaten Kampf mit „nur“ 350 kg Silber zufrieden.
… dass die Wikinger ihren Schiffskurs nach dem Stand der Sonne bestimmten? Die Wikinger waren nicht nur geniale Schiffsbauer, sondern auch sehr gute Seefahrer. Einen Kompass hatten sie allerdings nicht. Stattdessen benutzten sie eine Art hölzerne Sonnenuhr.Diese taugte allerdings nur bei schönem Wetter. Einer Sage nach sollen sich die Wikinger auch mit Hilfe von Sonnensteinen auf hoher See orientiert haben. Diesen sogenannten sólsteinn gibt es tatsächlich. Es ist ein Luchs- oder Wassersaphir, dessen Kristall die Wikinger wie ein Prisma eingesetzt haben sollen. Auch das Mineral Kalkspat könnte als Sonnenstein genutzt worden sein. Erst kürzlich probierten Forscher aus, ob die Sonnensteine tatsächlich eine Navigationshilfe sind
.… dass das Langschiff der Wikinger wie ein Drache gebaut war? Ein großer geschnitzter Drachenkopf zierte oftmals den hochgezogenen Bug eines Wikingerschiffes. Der Schiffsrumpf war der „Körper“ des Ungetiers, die Ruder die „Beine“. Das große, gestreifte Segel des Langschiffes stellte die „Drachenflügel“ dar.
… dass sich die Wikinger im Winter auf den zugefrorenen Seen und Flüssen mit Skiern und Schlittschuhen fortbewegten? Bereits vor 4.500 Jahren müssen sich die Menschen im heutigen Schweden auf Skiern fortbewegt haben. Jedenfalls hat man in Hoting ein Brett gefunden, das einem Ski sehr nahe kommt. Die Kufen der Schlittschuhe, die die Wikinger getragen haben, waren aus Tierknochen geschnitzt.
... dass die Wikinger ihr Bier aus ausgehöhlten Rinderhörnern tranken?
Die Menschen aus dem Norden tranken sehr gerne ein selbst gebrautes Bier. Als Biergläser dienten ausgehöhlte Tierhörner, die die Männer auch auf ihren Fahrten immer bei sich trugen. Mit einem lauten „Ves Heill!“, „Bleib gesund!“, hoben die Wikinger auf Island gemeinsam ihre Trinkhörner und tranken diese in einem langen Zug leer. Wer reich war, gönnte sich Wein, der aus Italien oder Frankreich kam. Auf dem Speisezettel der Wikingerfamilien standen neben Fisch und Fleisch auch Kohl, Erbsen und Zwiebeln. Haferbrei, Brot, Käse, Eier und anderes Gemüse waren ebenfalls beliebte Speisen auf ihren Tellern. Statt mit Zucker, der damals in Europa noch nicht bekannt war, wurde das Essen mit Honig gesüßt. Aus Honig und Wasser stellten die Wikinger Met her, einen Honigwein. Wenn bei den Wikingern ein Fest gefeiert wurde, dann dauerte dieses manchmal Wochen lang.
Der Proviant für die Seeleute bestand aus getrocknetem oder geräuchertem Fisch oder Fleisch, Nüssen, Hartkäse. Natürlich durften auch die Bierfässer an Bord nicht fehlen.
… dass die Wikinger zwar ein Bügelbrett kannten, aber keinen Ofen hatten? Die Kleidung wurde auf ein flaches Brett aus Holz oder Walknochen gespannt und mithilfe einer Glaskugel geglättet. Anstelle eines Ofens wurde Brot auf einem Eisenteller gebacken, der auf Eisenstangen über der Feuerstelle stand. Fisch und Fleisch wurden geröstet oder gegrillt. In einem großen Kessel, der an einem Eisengestänge über der Feuerstelle hing, wurden Eintöpfe gekocht.
Die Herdstelle stand mitten im Langhaus. Als Rauchabzug diente ein Loch im Dach direkt über der Feuerstelle, denn es gab keine Fenster in einem Langhaus.
… dass die Wikingerfrauen zu ihrer Zeit mehr Rechte hatten, als die Frauen im übrigen Europa? Wikingerfrauen konnten eigenes Land und Vermögen besitzen. Sie suchten sich ihre Ehemänner selbst aus und konnten sich auch wieder scheiden lassen. Nur am Thing durften sie nicht teilnehmen, da sie kein Stimmrecht besaßen.
Wenn ihre Ehemänner auf „Viking“ waren, versorgten sie Haus und Hof. Ihre Aufgaben bestanden vor allem in der der Versorgung der Familie und der Führung des Haushalts. Die Kleidung der Frauen war für die Arbeiten praktisch und bequem: ein knöchellanges Kleid aus Wolle oder Leinen und darüber eine Art Schürze, die mit zwei runden, meist reich verzierten Fibeln (Broschen) gehalten wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Gedenksteine mit Inschriften gefunden, auf denen die Wikingermänner die Schönheit und die Tugenden ihrer Ehefrauen priesen.
… dass Wikinger lange Haare toll fanden? Die Wikingermänner trugen meist schulterlanges Haar und lange Bärte, in die sie Zöpfe flechten ließen. Die Haare der Frauen fielen oft ihren ganzen Rücken hinab. Sie trugen sie zu einem Zopf geflochten oder zu in einem Knoten hochgesteckt. Verheiratete Frauen trugen ihr Haar unter einem Kopftuch.
Die Pflege ihrer langen „Mähnen“ war den Wikingern sehr wichtig. Das Haar wurde mit Kämmen aus Rentier- oder Rotwildgeweihen häufig durchgekämmt. Dies diente auch dazu, Läuse, anderes Getier und Schmutz aus den Haaren zu entfernen.
… dass Wikinger bunte Kleidung und prächtigen Schmuck liebten?
Auf einfachen Webstühlen stellten die Wikingerfrauen die Woll- und Leinenstoffe für die Kleidung der gesamten Familie her. Mit Pflanzenfarben wurden die Stoffe dann in Blau, Rot oder Gelb eingefärbt. Die Kleidungsstücke waren zwar einfach und bequem geschnitten, wurden aber durch Bordüren und Kordeln zu echten "Hinguckern". Wer es sich leisten konnte, trug Ringe, Armreifen und Halsketten aus Gold oder Silber. Diese Schmuckstücke waren nicht nur ein Zeichen des Wohlstands der Familie, sondern wurden auch als Zahlungsmittel eingesetzt. Schuhe und Stiefel wurden aus Tierhäuten hergestellt und der jeweiligen Jahreszeit angepasst.
… dass die Kinder der Wikinger keine Schule besuchten? Die Wikinger hatten zwar eine Runenschrift, aber die allerwenigsten von ihnen konnten lesen und schreiben. Die Sagas, wahre Geschichten, wurden von den skåld, den wikingischen Dichtern, erzählt. Erst als sich christliche Mönchsorden in Skandinavien ansiedelten, schrieben ebendiese Mönche die Heldentaten und Geschichten der Wikinger auf. Die Kinder einer Wikingerfamilie mussten vor allem auf dem Hof der Familie mitarbeiten.
… dass Wikinger gerne Sport trieben? Mit Ringen, Schwimmen sowie Wettbewerben in Schwertkampf und Rudern hielten sich die Jungen und Männer fit für die nächsten Auseinandersetzungen und Schiffsabenteuer.
… dass die Wikinger Schach gespielt haben? Hnefttafl hat zumindest sehr viel Ähnlichkeit mit Schach. Bei diesem Brettspiel spielt Rot mit zwölf Kriegern und einem König gegen Weiß, der vierundzwanzig Krieger besitzt. Weiß versucht, im Laufe des Spiels den roten König zu fangen.
... dass die Vorfahren der Isländer die Wikinger sind. Sie besiedelten damals mit ihren Familien die Insel.
...dass Island mit Hilfe von drei Raben entdeckt wurde. Der Wikinger Svarvarson soll die Raben als Navigationhilfe benutzt haben.
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… dass die Wikinger an Trolle glaubten? Erst um das Jahr 1.000 traten die meisten Wikinger zum Christentum über. Die alten heidnischen Bräuche und vor allem die Vorstellung von Geisterwesen überdauerte in ganz Skandinavien und Island die Zeit. Trolle sind kleine oder riesige männliche Geistwesen, die jede Menge Schaden anrichten können, wenn man sie ärgert. |
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