Sie entdeckten die Faröerinseln, Island, Grönland und Nordamerika, noch bevor Christoph Kolumbus 1492 einen Fuß auf mittelamerikanischen Boden gesetzt hatte.
Sie kämpften sich mordend und plündernd durch Westeuropa und schufen Handelsstationen von Kiew bis nach Bagdad.
Die skandinavischen Kaufleute handelten mit Bernstein, Gold, Waffen, Fellen und Sklaven. |
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Sie tauschten ihre Waren gegen Silber, Edelsteine, Seide, Wollballen oder Wein ein. In der ganzen damaligen Welt haben die Wikinger ihre Spuren bis heute hinterlassen. Man nannte sie Nordmannen, Ostmannen, Däni, Rus, Waräger oder eben Wikinger.
Für Schlauwebbis
Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, woher das Wort „Wikinger“ stammt.
Es gibt unterschiedliche Auslegungen. Das altnordische Wort „víkingr“ bezeichnet Seeräuber und Plünderer. Mit „viking“ sind dagegen die Seefahrten gemeint. Im Osten wurden die nordischen Seekrieger „Rus“, gemeint sind die Ruderer, oder Waräger genannt. Was so viel wie Schwurbrüder bedeutet. Vom Begriff „Rus“ leitet sich das Wort Russland, das „Land der Rus“, ab und auf Finnisch heißt Schweden „Ruotsi“. Nordmannen und Normannen werden oft gleichbedeutend als Wikinger bezeichnet. Nordmannen sind die „Leute aus dem Norden“. Das „Nor“ gibt zwar die nördliche Richtung an, aus die Wikinger kamen und steckt auch heute noch in „Norwegen“, aber die Normannen sind die französischen Nachfahren der Wikinger und den damals in Nordfrankreich lebenden Franken. Die Wikinger plünderten und brandschatzten sich durch Nordfrankreich bis nach Paris. Im Jahre 911 wurde die Normandie vom Wikinger Rollo gegründet. Nach einem Abkommen mit dem Frankenkönig Karl dem Einfältigen wurde aus dem heidnischen Rollo dem Wanderer der christliche Rollo, Herzog der Normandie. Mit diesem Pakt sollte Frankreich vor weiteren Wikingerüberfällen geschützt werden. Die Normannen eroberten im Mittelalter England und nahmen an den Kreuzzügenteil. Sie sprachen französisch und entwickelten eine ganz eigene Kultur. Hätte man sie als Wikinger bezeichnet, wären sie beleidigt gewesen. |
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Wenn von der Wikingerzeit die Rede ist, dann sind damit die Entdeckungs-, Handels- und Raubzüge der skandinavischen Seeleute vom 8. bis ins 11. Jahrhundert gemeint.
Zu Beginn waren die Bootsmannschaften nur ein zusammengewürfelter Haufen aus Abenteurern, Mittellosen, Haudegen und Geächteten. Später dienten sie ihren Königen als mutige Gefolgsleute. Die Wikinger lebten im heutigen Norwegen, Südschweden, Gotland oder Dänemark. |
| Ihre Familien und Sippen waren Bauern, die dem struppigen Heideland Dänemarks oder den rauen Landschaften Norwegens ihren Lebensunterhalt abtrotzten.
Die an den Küsten lebenden Familien waren Fischer und Wal- und Robbenfänger, mit dem Meer und seiner Naturgewalt verwachsen. Die Wikinger waren zu ihrer Zeit die Weltmeister im Schiffsbau und geschickte Handwerker. Die Langschiffe kamen mit ihrem flachen Rumpf auch in seichten Gewässern gut voran. Der Mast und das Segel eines Langschiffs konnten umgelegt werden, das machte die Boote noch „handlicher“. Mit dieser besonderen Schiffsform konnten die Wikinger ganz nah an ein Ufer rudern und blitzartig angreifen. Gleichzeitig gelang es ihnen, über die Flüsse weit ins europäische Festland einzudringen, um zum Beispiel eine Stadt wie Paris zu plündern.
Ein Volk von Wikingern gab es nie, denn die Menschen in den skandinavischen Ländern lebten zum Teil völlig unabhängig voneinander in Familien, Sippen oder Stämmen zusammen. Sie hatten allerdings auch Gemeinsamkeiten: die altnordische Sprache mit unterschiedlichen Mundarten, die Verehrung der gleichen Götter, und die Gesellschaftsordnung mit dem Thing als öffentliche und demokratische Versammlung der freien Männer.
Für Schlauwebbis
Die Grenzen zwischen den Begriffen Familie, Sippe, Stamm und Volk sind fließend. Sie ändern sich unter anderem mit den Lebensbedingungen der Menschen. Vater, Mutter, Kinder, Oma, Opa, Tante, Onkel - alle Menschen, die miteinander blutsverwandt sind, bilden eine Familie. Durch Heirat kommen Schwiegerkinder, Schwägerin und Schwager mit ihren Familien dazu und schon wird aus einer Großfamilie ein Clan oder eine Sippe. Mehrere Clans oder Sippen bilden einen Stamm. Schließen sich verschiedene Stämme zusammen, nennt man sie ein Volk. Womit gemeint ist, sie sind „viele“. Haben die Menschen eine gemeinsame Sprache, die gleiche Abstammung, Traditionen, Sitten und Gebräuche werden sie als Nation bezeichnet. Ein Begriff aus dem alten Rom. |
| Aber wer waren die Vorfahren der Wikinger? Erst seit Kurzem weiß man, dass die Vorfahren der heutigen Skandinavier in der Jungsteinzeit nach Nordeuropa eingewandert sind. Das war vor etwa 7.500 Jahren. Während der großen Völkerwanderung, die in Europa in Sachen Religion, Politik und Gesellschaft alles auf den Kopf stellte, sodass sogar das Römische Reich zerfiel, ging es in Skandinavien vergleichsweise ruhig und friedlich zu. Mit etwas Verspätung hat das Zeitalter der Religionen auch bei den Wikingern Einzug gehalten, aber das ist eine andere Geschichte.
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