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Wahl-Spezial

Wahlen, Wähler und Gewählte

Ene, meene, miste, es rappelt in der Kiste.
Ene, meene, meck und du bist weg!


Mit Abzählreimen oder Entscheidungsspielen kannst du auch eine Auswahl treffen.

Wahlen, Wähler und Gewählte

Wie oft entscheidest du dich am Tag?


Von morgens bis abends müssen wir unzählige Entscheidungen treffen.

Es beginnt bereits mit der Auswahl der Marmeladensorte für das Frühstücksbrot.

Eine Wahl ist immer eine Entscheidung zwischen zwei oder mehreren Möglichkeiten.

Manchmal entscheidest du dich, ohne lange zu überlegen. Ein anderes Mal müssen alle Gegebenheiten gut durchdacht werden, bevor du einen Entschluss fassen kannst. Du möchtest heute Morgen keine Marmelade essen? Vielleicht ist dann ein Müsli die Alternative.

Für Schlauwebbis
Eine Alternative ist die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten.
Der Begriff „alternativ“ umschreibt aber auch eine Lebenseinstellung, die besonders menschen- und umweltfreundlich ist. Außerdem benutzt man ihn, wenn man einen Gegensatz zum Herkömmlichen deutlich machen möchte:
Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme sind sogenannte erneuerbare bzw. alternative Energien, weil sie für die Umwelt und das Klima verträglicher und nahezu unerschöpflich sind. In der Politik bezeichnen sich Wählervereinigungen als „Alternative Liste“.

Freie Auswahl!
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, an der Losbude den Hauptgewinn zu ziehen. Das Los entscheidet: freie Auswahl oder Niete – alles oder nichts!
Eine Auslosung hat den Vorteil, dass der Zufall entscheidet. Denn der kann durch nichts und niemanden beeinflusst werden. Insofern finden manche Menschen eine Losentscheidung besonders gerecht. Während die Griechen in der Antike per Los die Ämter in ihren Stadtverwaltungenverteilten, werden auch heute noch Studienplätze verlost oder die Gegner eines Fußballturniers ermittelt. Dagegen ist Streichhölzerziehen oder das Handspiel „Schere-Stein-Papier“ sehr beliebt, um zu entscheiden, wer den Müll rausträgt oder den Abwasch erledigt. Zur Not kann man auch eine Münze werfen oder die Entscheidung mit einem Würfel herbeiführen.
Richtig spannend wird es, wenn Entscheidungen innerhalb einer Familie oder größeren Gruppen getroffen werden müssen. Je mehr Leute an einer Entscheidungsfindung beteiligt werden, desto unübersichtlicher kann die ganze Angelegenheit werden. Regeln für Abstimmungen sorgen für Ordnung und größtmögliche Gerechtigkeit. Je wichtiger ein Beschluss für alle ist, desto mehr Mitglieder einer Gruppe sollten mit der getroffenen Entscheidung einverstanden sein. Gleichzeitig müssen aber auch die Meinungen von Minderheiten berücksichtigt werden. Der Mehrheitsbeschluss und der Schutz von Minderheiten sind wichtige Grundsätze einer Demokratie.
Die Wahl eines Parlaments wird deshalb nicht per Los entschieden. Wahlen erfolgen nach bestimmten Wahlgrundsätzen und Wahlverfahren. Es gibt zwei Wahlverfahren, die weltweit in allen ca. 250 unterschiedlichen Wahlsystemen zur Anwendung kommen: die Verhältniswahl und die Mehrheitswahl. Während bei der Verhältniswahl jede Partei so viele Parlamentssitze erhält, wie sie prozentual Wählerstimmen bekommen hat, gewinnt bei einer Mehrheitswahl nur der Kandidat oder die Partei mit den meisten Stimmen.

Für Schlauwebbis
Mehrheit ist nicht gleich Mehrheit. Welche Mehrheit bei einer Wahl gilt, wird im Wahlverfahren festgelegt. Bei der absoluten Mehrheit muss ein Kandidat mehr als 50 % aller Stimmen für sich gewinnen, die er erhalten könnte. Daher kann er an Enthaltungen und Neinstimmen scheitern, obwohl er die meisten Jastimmen bekommen hat. Im Gegensatz dazu erreicht ein Kandidat mit mehr als der Hälfte der Stimmen eine einfache Mehrheit. Von einer qualifizierten Mehrheit spricht man, wenn mindestens 2/3 der Stimmen für einen Kandidaten abgegeben werden müssen. Bei einer relativen Mehrheit gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen, auch wenn er weniger als die Hälfte aller Stimmen erhalten hat.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stehen fünf Wahlgrundsätze, nach denen die Bürger ihre Vertreter für das Parlament wählen. Wir wählen unsere Abgeordneten in einer personalisierten Verhältniswahl. Die Auswertung der Erststimme erfolgt nach dem Grundsatz der Mehrheitswahl. Der Kandidat mit den meisten Stimmen in einem Wahlkreis wird so direkt gewählt. Die Zweitstimme, die für die Landesliste einer Partei abgegeben wird, wird nach dem Grundsatz der Verhältniswahl ausgewertet. Wenn eine Partei zehn Prozent aller Stimmen erhalten hat, bekommt sie ein Zehntel der Sitze im Parlament.

Habemus Papam!
Wenn der Ruf "Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Papam!"* über den Petersplatz in Rom schallt, haben die Kardinäle der Römisch-Katholischen Kircheeinen neuen Papst gewählt. Das Wahlverfahren findet im sogenannten Konklave statt. Das ist einerseits ein abgeschlossener Raum, in dem sich die wahlberechtigten Kardinäle versammeln. Sie werden dort weder von außen beeinflusst, noch durch andere Dinge bei ihrer Entscheidungsfindung abgelenkt. Andererseits wird auch die Versammlung zur Papstwahl so bezeichnet. Die Wahl ist frei und geheim. Jeder Kardinal füllt einen Wahlzettel aus, auf den er den Namen seines Kandidaten für dieses höchste Amt in der Kirche schreibt. Alle Wahlzettel werden in einer Urne gesammelt. Wenn alle Kardinäle ihren Stimmzettel abgegeben haben, werden die Ergebnisse ausgewertet. Der neue Papst wird mit einer 2/3 Mehrheit der Stimmen gewählt. Er bleibt bis zu seinem Tod das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche.

Für Schlauwebbis
Das Geheimnis des schwarzen und weißen Rauchs
Wenn die Kardinäle bei dem Wahldurchgang zu keinem Ergebnis kommen, werden alle Stimmzettel zusammen mit Öl oder Pech und nassem Stroh in einem Ofen verbrannt. Aus einem Schornstein der Sixtinischen Kapelle steigt dann schwarzer Rauch, damit auch die Gläubigen sehen, dass das Konklave noch nicht erfolgreich war. Wenn der neue Papst gewählt wurde, werden die Stimmzettel des Wahldurchgangs mit trockenem Stroh verbrannt. Dann steigt weißer Rauch gut sichtbar über der Kapelle auf. Einmal kamen graue Rauchzeichen aus dem Schornstein. Das sorgte für große Verwirrung unter den Gläubigen. Seitdem werden zusätzlich die Glocken des Petersdoms geläutet, wenn der neue Papst bestimmt worden ist.

In Evangelischen Kirchengemeinden wählen die Kirchenmitglieder für die Dauer von sechs Jahren einen Gemeindekirchenrat, der auch Presbyterium genannt wird. Jedes Kirchenmitglied, das mindestens 18 Jahre alt ist, kann sich in diesen Ausschuss wählen lassen. Die Pfarrerin oder der Pfarrer einer Gemeinde hat einen festen Sitz in diesem Gremium, das für die Leitung und Verwaltung der gesamten Kirchengemeinde verantwortlich ist.

Klassensprecher Von Klassensprechern und anderen Vertretern
Je mehr Menschen mitbestimmen wollen, desto schwieriger wird es, Entscheidungen zu treffen. Bis Beschlüsse gefasst und Lösungen für Probleme gefunden werden, vergeht zu viel Zeit. Deshalb wählen einzelne Gruppen z. B. einen Sprecher, der ihre Interessen bei einer Versammlung vertritt. Auch diese Wahlen finden nach demokratischen Grundsätzen statt.

In der Schule
Klassensprecher vertreten die Schüler einer Klasse. Der Klassensprecher besucht die Klassenkonferenz. Dort kann er sich mit den anderen Klassensprechern austauschen und Beschlüsse für die Schulkonferenz gefasst werden. Aus dem Kreis der Klassensprecher wird ein Schülersprecher gewählt, der direkt mit der Schulleitung über die Belange der Schülerinnen und Schüler verhandelt. Außerdem nehmen der Schulsprecher und seine Stellvertreter an der Gesamtschulkonferenz teil. In diesem Gremium sitzen Schüler, Eltern, Lehrer und manchmal Vertreter des Schulträgers.

Für Schlauwebbis
Ein Vize oder Stellvertreter ist der Ersatzmann bzw. die Ersatzfrau für den erstgewählten Sprecher oder Vertreter.

Im Betrieb
Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmer eines Betriebs gegenüber dem Arbeitgeber. Im Betriebsverfassungsgesetz sind die Rechte und Pflichten eines Betriebsrats festgeschrieben. Dort steht auch, wie eine Betriebsratswahl ablaufen muss.

Für Schlauwebbis
IG im Zusammenhang mit einer Interessenvertretung für Arbeitnehmer ist die Abkürzung für „Industriegewerkschaft“. In Deutschland haben sich acht einzelne Gewerkschaften zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengeschlossen. Insgesamt gibt es aber noch viel mehr Arbeitnehmervertretungen bei uns.

Gewerkschaften sind Arbeitnehmervertretungen für ganze Wirtschafts- und Industriezweige. Die Arbeitnehmervertretung IG Metall wird demnächst wieder mit den Vertretern der Arbeitgeberverbände neue Löhne und Gehälter für alle Beschäftigten in der Metallindustrie aushandeln. Die anderen Gewerkschaften warten gespannt auf das Ergebnis dieser Verhandlungen, denn es setzt Maßstäbe für die Tarifverhandlungen der anderen Branchen.

*“Ich verkünde euch große Freude: Wir haben einen Papst!“

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