Die Volksvertreter in den deutschen Landtagen, Kommunen, Städten und Gemeinden werden ebenfalls nach diesen Grundsätzen gewählt.
Weitere Beispiele für Wahlen, die nach diesen oder anderen Regeln erfolgen, findest du unter „Wahlen, Wähler und Gewählte – wir haben die Wahl!“ |
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Wer darf wählen?
Das Recht zu wählen, nennt man aktives Wahlrecht. In Deutschland sind die Bürger nicht verpflichtet zu wählen. Jede Stimmgabe ist freiwillig. Es müssen jedoch drei Bedingungen erfüllt sein, damit ein Bürger wählen kann:
- Die Wählerin oder der Wähler muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
- Die Wählerin oder der Wähler muss mindestens 18 Jahre alt sein.
- Die Wählerin oder der Wähler muss seit mindestens drei Monaten den hauptsächlichen Wohnsitz in Deutschland angemeldet haben.
Wer darf gewählt werden?
Das Recht, sich für ein Amt wählen zu lassen, nennt man passives Wahlrecht.
Wenn sich jemand wählen lassen möchte, muss er im Großen und Ganzen die gleichen Bedingungen erfüllen, wie ein Wähler.
Wann darf man nicht wählen, wenn man die drei Bedingungen erfüllt?
Es gibt nur zwei Ausnahmen, die dazu führen, dass ein Bürger sein Wahlrecht verliert:
1. Wenn er nicht mehr fähig ist, sein Leben selbst zu regeln und er stattdessen von einem Betreuer vertreten wird.
2. Wenn er ein schweres Verbrechen begangen hat und ihm ein Richter das Wahlrecht „wegnimmt“.
Was bedeutet eine allgemeine Wahl?
Jeder, der die drei Bedingungen für das Wahlrecht erfüllt, kann wählen.
Das Wahlrecht darf niemandem verwehrt werden, weil er zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gehört, eine bestimmte Religion ausübt oder eine bestimmte politische Meinung vertritt. Auch das Geschlecht oder das Einkommen eines Menschen hat keinen Einfluss auf das Recht zu wählen.
Was ist eine unmittelbare Wahl?
Jede Wählerstimme wird direkt für einen Abgeordneten oder Kandidaten abgegeben.
Die Entscheidung der Wähler darf nicht von anderen Personen oder Parteien geändert oder missachtet werden.
Was ist eine freie Wahl?
Wählen oder nicht wählen? Auch das Nichtwählen gehört zum Wahlrecht. Denn jeder Wähler hat die Freiheit seine Stimme ohne Zwang, Druck oder Einflussnahme durch andere abzugeben – oder auch nicht zu wählen. Warum es aber dennoch besser ist, seine Stimme abzugeben, kannst du weiter unten nachlesen.
Was bedeutet eine gleiche Wahl?
Jede Wählerstimme hat die gleiche Bedeutung und den gleichen Einfluss auf das Ergebnis einer Wahl. Niemand kann mehrere Wählerstimmen für einen Kandidaten abgeben oder Stimmen von anderen Wählern kaufen.
Was ist eine geheime Wahl?
Die Stimmabgabe auf einem Wahlzettel findet immer in einer Wahlkabine statt, damit niemand erkennen kann, wo ein Wähler seine Kreuzchen macht. Auf den Stimmzetteln stehen weder Namen noch andere Angaben zu einem Wähler. Eine demokratische Wahl macht nur dann einen Sinn, wenn die Stimmen ohne Druck oder Bestechung abgegeben wurden.
Wie viele Stimmen hat ein Wähler?
Für die Bundestagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen, die er vergeben kann. Mit der Erststimme kann eine bestimmte Person gewählt werden, die dann als Abgeordneter im Bundestag sitzt. Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. So steht nach der Auszählung aller Zweitstimmen fest, wie viele Sitze eine Partei für ihre Kandidaten erhält. Mehr über den Bundestag erfährst du hier. Bei anderen Wahlen, wie zum Beispiel Kommunalwahlen, haben die Wähler sogar mehr als zwei Stimmen.
Wann wird gewählt?
In Deutschland wählen die Bürger ihre Regierung alle vier Jahre. Manchmal dauert die Regierungszeit nicht so lange, dann kommt es zu „vorgezogenen Neuwahlen“. Die meisten Landesparlamente dürfen fünf Jahre lang regieren, bis sie gewählt werden.
Wo wird gewählt?
Für eine Bundestagswahl werden im ganzen Land am Tag der Wahl Wahllokale oder Wahlräume in Schulen und anderen Gemeinschaftsräumen eingerichtet. Dort stehen dann die Wahlkabinen und Wahlurnen. Viele Wahlhelfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Sie führen die Wählerverzeichnisse und achten darauf, dass immer nur ein Wähler in einer Wahlkabine ist. Der Wahlleiter eines Wahlbezirks ist für die Einhaltung der Wahlgrundsätze und den Einsatz der Wahlhelfer verantwortlich. Er ist an einem solchen Tag in den verschiedenen Wahllokalen unterwegs.
Wie wird gewählt?
Jeder Bürger, der wählen kann, erhält vor der Wahl eine Wahlbenachrichtigung, die wie eine Postkarte aussieht. Auf dieser Karte stehen der Name und die Anschrift des Wählers, sein Wahlbezirk und wo er seinen Stimmzettel erhält, ihn ausfüllen und abgeben kann. Wer am Tag der Wahl sein Wahllokal nicht aufsuchen kann, weil er z. B. im Urlaub ist, kann eine Briefwahl beantragen. Er erhält seinen Stimmzettel dann mit der Post und schickt ihn ohne Absender an die Wahlleitung zurück. So werden auch mit der Briefwahl die Wahlgrundsätze eingehalten.
Wie sieht ein Stimmzettel aus?
Im Wahllokal erhält jeder Wähler seinen Stimmzettel von einem Wahlhelfer ausgehändigt. Vorher wird im Wählerverzeichnis nachgesehen, ob die Angaben auf der Wahlbenachrichtigung und dem Personalausweis des Wählers, mit denen im Wählerverzeichnis übereinstimmen. So wird verhindert, dass jemand zweimal wählt oder einen anderen zum Wählen geschickt hat. Auf dem Stimmzettel stehen zwei Spalten. In der einen Spalte stehen die Kandidaten der Parteien, für die die Erststimme abgegeben wird. In der zweiten Spalte gibt der Wähler durch Ankreuzen seine Stimme für seine Lieblingspartei ab.
Wann ist ein Stimmzettel ungültig?
Neben der Wahlenthaltung, in dem ein Bürger nicht an einer Wahl teilnimmt, kann der Wähler seinen Stimmzettel auch ungültig machen. Manche Wähler geben mehr als zwei Stimmen ab oder streichen den Stimmzettel durch, damit er nicht mitgezählt wird. Das Nichtwählen oder das ungültige Wählen ändern jedoch nichts am Endergebnis einer Wahl.
Warum sollen die Bürger wählen?
Jede Bürgerschaft bekommt die Regierung, die sie gewählt hat. Die Wähler bestimmen, wer und vor allem wie das Land regiert werden soll. Ob die Bürger mit der Arbeit der Abgeordneten nach Ablauf einer Amtszeit zufrieden waren oder nicht, zeigt sich immer am Wahlergebnis. Wenn nur ein geringer Teil der Bevölkerung an Wahlen teilnimmt, dann bestimmt diese kleine Gruppe, wie die Zukunft aller anderen aussehen soll. Eine Regierung soll für alle Bürger arbeiten, deshalb ist jede gültige Stimme am Tag der Wahl wichtig. |