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Urzeit-Spezial
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Die Urzeit

Wenn wir an die Urzeit denken, fallen uns oft zuerst die Dinosaurier ein. Als „uralt“ bezeichnen wir häufig Lebewesen oder Dinge, die schon lange vor uns auf der Welt waren. Die kleine Silbe „ur“ steht aber auch vor Wörtern, mit denen wir zeigen wollen, dass sie der Anfang oder die Quelle von etwas sind wie der Ursprung, die Ursache oder der Urheber.

So betrachtet, ist die Urzeit ein Zeitabschnitt der Erdgeschichte, der sehr weit zurückliegt und in dem das Leben auf der Erde entstanden ist.
In unserem „Urzeitspezial“ beschäftigen wir uns mit den Anfängen der Erde vor 4,5 Milliarden Jahren. Wir berichten über das erste Leben auf unserem blauen Planeten und schauen, welche Pflanzen und Tiere im Erdmittelalter die Erde bevölkerten.
Mit den ersten Vormenschen vor 2 Millionen Jahren schlagen wir ein weiteres spannendes Kapitel der Urzeit auf: die Menschheitsgeschichte.
Doch bevor wir uns in das große Abenteuer „Urzeit“ stürzen, wollen wir herausfinden, wem wir das Wissen über die Geschichte der Erde und ihrer Lebewesen verdanken. Dabei geht es weniger um einzelne Forscher und deren Errungenschaften, sondern viel mehr um die verschiedenen Wissenschaften, die dieses Thema erforschen.
Dabei taucht die Vorsilbe paläo-  häufig auf. Sie stammt aus dem Griechischen und bedeutet alt. Die Endung -logie geht auf das griechische Wort loges zurück, was man mit „Wort, Rede“ oder in unserem Zusammenhang mit „Lehre“ übersetzt.
Die Geowissenschaft erforscht die Erde - griechisch geo - als Ganzes. Und weil es ein riesengroßes Forschungsgebiet ist, gibt es für einige Bereiche Spezialisten.
Alles, was mit der Entstehung und Entwicklung der Erde zu tun hat, nennt man Erdgeschichte. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die Paläontologen. Sie untersuchen und erforschen Versteinerungen von Lebewesen. Diese Versteinerungen werden Fossilien genannt. Sehr wichtig sind die Mikropaläontologen, denn sie können - aus kleinsten Fossilienfunden - ableiten, wo es sinnvoll ist, nach Erdöl zu suchen.
Wie ein Fossil entsteht, kannst du hier erforschen.
Geologen befassen sich mit der Entwicklung und dem Aufbau der festen Erdschichten. Die Arbeit der Paläontologen hilft ihnen dabei, denn mit einem Fossil und der Radioaktivität, die ein Gestein ausstrahlt, lassen sich das Alter von Erdschichten und Gesteinen bestimmen. Rohstoffe wie Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas werden auch fossile Brennstoffe genannt. Sie sind die Abbauprodukte toter Pflanzen und Tiere aus der Urzeit. Für Geologen ist der Untergrund der Erde eine riesige Schatzkammer, die sie für uns und unsere täglichen Bedürfnisse öffnen, aber auch schützen.
Geowissenschaftler haben im Laufe der Jahrhunderte herausgefunden, dass es Zeitstufen in der Erdgeschichte gibt. Sie haben diesen Stufen Namen gegeben, die zuweilen schwer auszusprechen sind wie Paläozoikum, das Erdaltertum oder Ordovizium. In der geologischen Zeitrechnung wird das Alter der Erde in verschiedene Abschnitte unterteilt. Die größten Zeiträume werden Äon genannt. Ein Äon wird unterteilt in die unterschiedlichen Ären, die Zeitalter. Eine Ära besteht aus unterschiedlichen Perioden, die wiederum in einzelne Epochen unterteilt werden. Wir befinden uns zurzeit im Äon Phanerozoikum. Unser Zeitalter liegt im Känozoikum, der Erdneuzeit. Die Periode, in der wir uns befinden, nennt man Neogen und die jetzige Epoche Holozän. Das klingt kompliziert, erleichtert den Forschern aber die Zuordnung und das Einordnen von Funden und Ereignissen auf der Erde.
Mit der Geschichte des Klimas beschäftigen sich die Paläoklimatologen.
Sie untersuchen die Ursachen für Eiszeiten, Klimaveränderungen und das Wetter im Laufe der Erdgeschichte. Deshalb können sie auch Vorhersagen für die Klimaentwicklung machen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft der Erde. Die Forscher haben herausgefunden, dass es seit Bestehen der Erde sieben Eiszeitalter gab. Man spricht von einem Eiszeitalter, wenn in einer Periode der Erdgeschichte große Bereiche des Nord- und des Südpols vereist sind.
Womit wir heute im siebten Eiszeitalter leben und zwar einer sogenannten Warmzeit. Die Kaltzeiten eines Eiszeitalters nennt man Eiszeit. In der letzten Eiszeit mussten Steinzeitmenschen, Mammuts und Säbelzahntiger des erdgeschichtlichen Pleistozäns bitterlich frieren.
Womit wir bei zwei weiteren Wissenschaften wären, die uns bei der Reise durch die Urzeit mit ihren Forschungen weiterhelfen: die Archäologie und die Biologie.
Die Archäologie befasst sich mit der Geschichte der Menschheit. Archäologen der Ur- und Frühgeschichte erforschen alle Fundstücke und Hinterlassenschaften der Menschen von der Steinzeit bis zum Mittelalter.
Ein Bereich der Biologie ist die Paläoanthropologie. Diese Wissenschaft erforscht - ebenfalls mit Hilfe von Knochenfunden - die Stammesgeschichte des Menschen und seine Entwicklung. Paläoanthropologen haben herausgefunden, dass „die Wiege“ der Menschen in Afrika steht, von dort stammt der Australopithecus afarensis, der erste Vormensch. Er oder sie ist besser bekannt als Lucy und zugleich das älteste menschliche Fossil, das entdeckt worden ist.

Und hier beginnt nun das Abenteuer „Urzeit“.

Text: Nicole Potthoff

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