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Grünalge

Auf den Spuren der ersten Lebewesen

Noch ist die Erde ein von Erdbeben geschüttelter und aus vielen Vulkanen Feuer speiender Planet, als sich offenbar in der Ursuppe aus verschiedenen Gasen und anderen Stoffen erstes Leben regt. Ein Gas fehlt jedoch noch – Sauerstoff.

Während sich gewaltige Gewitter über der von Wasser überzogenen Erdoberfläche entladen und der Planet durch Himmelskörper aus dem Universum bombardiert wird, entsteht in dieser unfreundlichen Umgebung dennoch eine erste, winzig kleine lebende Zelle: die Urbakterie.

Sie besitzt eine Hülle, in der ihr ganzes Lebensprogramm in einem Molekül gespeichert ist. Dieses Molekül enthält alle wichtigen Bausteine und Informationen für das Überleben der Bakterie. Sie hat noch keinen Zellkern, der das „Rezept des Lebens“ schützt. Es treibt stattdessen in einer Art Gelatine in der Zelle herum. Das war vor etwa 3,8 Milliarden Jahren.
Was tatsächlich dazu geführt hat, dass sich Leben auf Erde entwickelt hat und vor allem, ob es in einem Tümpel, in der Tiefsee oder im Eis entstanden ist, wird noch erforscht. Aber die Grundbausteine des Lebens müssen vorhanden gewesen sein:
Zucker, Fettsubstanzen, Aminosäuren, den Bausteinen für Eiweiße und Nukleotide, die kleinsten Einheiten zum Speichern der Erbinformationen.

Was kann eine Maus, was ein Tisch nicht kann?

Lebewesen stehen im Austausch mit der Umgebung ihres Lebensraumes. Sie nehmen Stoffe z.B. durch Nahrung oder Atmung auf und geben sie in umgewandelter Form wieder an ihre Umgebung ab. Alle Lebewesen sind dazu in der Lage sich fortzupflanzen. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit, sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

Zwischen der Entstehung der Erde und den ersten Anzeichen von Leben auf dem Planeten sind also sagenhafte 700 Millionen Jahre vergangen und es werden weitere 3 Milliarden Jahre vergehen, bis die ersten richtigen Tiere die Erde bevölkern - die Quallen. Zwar handelt es sich immer noch um sehr einfache Lebewesen ohne Skelett oder Schale, aber immerhin bestehen sie aus mehr als einer Zelle. Stattdessen haben sich ihre Zellen sogar spezialisiert, in dem es zum Beispiel Zellen gibt, die nur für die Bewegung, die Ernährung oder die Fortpflanzung zuständig sind.
Im Gegensatz zu diesen Urtierchen besitzen die meisten Tiere heute Millionen von Zellen, die nur für eine Aufgabe im Körper zuständig sind.

Vor 530 Millionen Jahren muss dann das Leben auf unserem blauen Planeten plötzlich förmlich explodiert sein. Im Urozean schwimmen, schlängeln, graben und wühlen Tausende von Arten. Einige von ihnen besitzen bereits ein Atmungssystem, einen Panzer oder ein außen liegendes Skelett. Die Tiere werden größer, sind beweglicher und schneller. Gleichzeitig werden einige dieser frühen Wirbeltiere zu Räubern und Beutetieren. Fleischfresser hatte es bis jetzt noch nicht gegeben.

30 Millionen Jahre später tummelt sich das Leben zwar immer noch im Wasser, aber es sind neue Lebensspezialisten entstanden: die Fische. Sie sind längst noch nicht mit den heutigen Fischarten zu vergleichen, aber ihr Körper wird im Innern bereits von einer Wirbelsäule gestützt. Anstelle eines Kiefers haben sie Kiemen, mit denen sie atmen und gleichzeitig kleine Nahrungsteilchen aus dem Wasser filtern. Fische mit einem Kiefer, Flossen und Schuppen haben sich erst 50 Millionen Jahre später entwickelt.

Doch in dem Ozean der Urzeit gibt es nicht nur tierische Lebewesen, auch die Pflanzen haben seit der Geburt der Urbakterie große Fortschritte gemacht.
Aus kleinen Bakterien, die den grünen Farbstoff Chlorophyll enthalten, entwickeln sich im Laufe von einer halben Milliarde Jahren Algen, die durch Fotosynthese Sauerstoff erzeugen. Damit sind die entscheidenden Weichen für ein Leben auf dem Land gestellt. Zunächst reichert sich der Sauerstoff in Urmeer an. Was für die eine Art zu einem tödlichen Gift wird, ist für andere eine Chance durch Anpassung zu überleben. Zellen entwickeln die Fähigkeit, aus dem eingeatmeten Sauerstoff Energie zu gewinnen, die der Organismus für alle lebenswichtigen Funktionen benötigt. Diesen Vorgang nennt man Zellatmung oder einfach Atmung.

Sauerstoff ist der Stoff unseres Lebens. Es ist ein farbloses und geruchloses Gas, das man nicht schmecken kann. Die Natur hat zur Herstellung von Sauerstoff einen einzigartigen Prozess entwickelt: die Fotosynthese. Pflanzen stellen mit Hilfe ihres grünen Pflanzenfarbstoffs (Chlorophyll) aus Licht, Wasser und Kohlendioxid Sauerstoff her. Das Kohlendioxid entsteht beim Verfeuern von Brennstoffen und wird bei der Atmung ausgeschieden. Bei der Fotosynthese ist Sauerstoff ein Abfallprodukt, das entsteht, wenn die Pflanzen Traubenzucker (Glucose) als Nährstoff erzeugen. In der Nacht oder bei Dunkelheit benötigt die Pflanze selber Sauerstoff, den sie aus der Umgebungsluft nimmt.
Fädrige Grünalge

Algen sind und bleiben für einen langen Zeitraum die ersten Pflanzen auf der Erde.


Aus einer ihrer Nachfahren, einer Art Grünalge, entstehen vor etwa 500 Millionen Jahren Pflanzen, die sich als erste Lebewesen aus dem Wasser heraus wagen und auf festem Boden einen neuen Lebensraum erobern.

Wie es mit dem Leben an Land für Pflanzen und Tiere weitergeht, erfährst du hier.

In unserem Aquarium-Spezial findest im Infokasten Bio und Chemie im Aquarium alle wichtigen Informationen zum Sauerstoff- und Kohlenstoffkreislauf.

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