Die Kontinente treiben und driften auf der Erdoberfläche. Sie sind in ständiger Bewegung und Veränderung. 100 Millionen Jahre später vereinigen sich die Landmassen Asien und Sibirien. Europa wächst mit Nordamerika zum Kontinent Euramerika zusammen.Heute gibt es sieben Landmassen auf der Erde: die Antarktis, Afrika, Europa, Asien, Australien, Nord- und Südamerika.
Im Erdaltertum entstehen erste hohe Gebirge, der Meeresspiegel sinkt und die Ozeane werden flach. Das Klima hat sich im Laufe der Zeit stark abgekühlt. Weite Teile Afrikas und Südamerikas lagen sogar unter einer Eisschicht, die jetzt wieder abschmilzt. Im Wasser hat sich derweil ein erstes große Drama abgespielt: ein Massensterben in der Pflanzen- und Tierwelt. Einige Arten überleben, neue haben sich anschließend entwickelt.
Vor 440 Millionen Jahren ist das Klima auf der Erde trocken und warm. Es ist das Zeitalter Silur. Noch ist die Luft auf der Erde sauerstoffarm. Die Lufthülle der Erde schützt ein Leben auf Land noch nicht vor schädlichen Sonnenstrahlen. Doch das alles soll sich im Laufe der nächsten Millionen Jahre ändern. Die Pflanzen im Meer produzieren so fleißig Sauerstoff, dass dieser auch in die Umgebungsluft der Erde gelangt.
Vor 410 Millionen Jahren ist es dann so weit. Es gelingt den ersten Pflänzchen auf der Erde „Fuß“ zu fassen. Die Bedingungen sind günstig: Die Ozonschicht ist dicht genug und schirmt die Erdoberfläche von den todbringenden Sonnenstrahlen ab. Doch wie soll eine Alge ohne feste Blätter oder Wurzeln an Land überleben? Zunächst gar nicht, die Algen werden in flachen Küstengebieten an Land gespült und sterben, weil sie austrocknen. Die niedrigen Moose, Pilze und Flechten haben wohl etwas leichter. Ihnen scheint der erste Landgang besser zu bekommen. Da beginnt die Pflanze Cooksonia das Festland zu erobern. Sie ist zumindest die erste Pflanze, die man als vollständiges Fossil aus dieser Zeit gefunden hat. Cooksonia ist immerhin zwischen 5 und 10 cm hoch. Sie hat bereits einen Stiel, der sich gabelt. Anstelle von Blättern besitzt sie Kapseln mit Sporen.
Aus diesen ersten Landpflanzen werden sich später Pflanzen mit Blättern und Wurzeln entwickeln, mit denen ein Austrocknen verhindert, Fotosynthese betrieben und Nährstoffe aus dem Boden aufgenommen werden können. Bis zum ersten Baum oder gar Wald sollten aber noch weitere 50 Millionen Jahre vergehen.
Die Evolutionstheorie – oder wie ist das Leben entstanden?
Wie gelingt es Lebewesen, sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen? Wie hat sich das Leben von der Erdurzeit bis zur Erdneuzeit entwickelt? Wer stammt von wem ab? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich die Abstammungslehre. Der Begründer der Theorie über „Die Entstehung der Arten“ ist Charles Darwin. Der englische Naturforscher segelte von 1831 bis 1836 um die Welt und machte dabei drei Entdeckungen:
- Es werden mehr Nachkommen von Lebewesen gezeugt, als nötig wären, um eine Art zu erhalten.
- Die Nachkommen, die von einem Elternpaar gezeugt werden, haben nicht alle die gleichen Erbmerkmale. Stattdessen entstehen verschiedene Abwandlungen oder Abweichungen von ein- und demselben Erbmerkmal.
- Alle Lebewesen müssen um ihr Überleben kämpfen. Da sich die Bedingungen ständig ändern, überleben nur die Nachkommen einer Art, die sich mit ihrer Erbausstattung am besten den Veränderungen anpassen können. Diese pflanzen sich weiter fort, und so verändern sich die Arten in zumeist winzigen Schritten von Generation zu Generation.
Alle Lebewesen haben einen gemeinsamen Vorfahren. Sie unterliegen einem ständigen Wandel und entwickeln sich dadurch weiter. Aus einfachen Organismen entwickeln sich höhere Lebewesen: das ist Evolution.
Den ersten Tieren gelingt der Landgang mit einem urzeitlichen Rekord: Sie benötigen nur etwa 10 Millionen Jahren länger als die Pflanzen, um das Wasser zu verlassen. Die Wirbellosen, so genannte Gliederfüßer, wagen sich aus dem nassen Element. Sie ähneln Tausendfüßern und Skorpionen. Würmer und Spinnentiere schließen sich ihnen bald an. Wer nicht von den Landpflanzen lebt, lebt von seinem tierischen Nachbarn. Die Nahrungskette bricht auch auf der Erde nicht ab. Das Leben und Sterben der Pflanzen und Tiere im Erdzeitalter Silur bereitet allen nachfolgenden Pflanzen- und Tierarten im wahrsten Sinne des Wortes den Boden für ihre Weiterentwicklung.
Wie die ersten Wirbeltiere das Festland als Lebensraum entdecken, erfährst du hier.
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