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Säbelzahnkatze

Die Erdneuzeit – Jetzt geht’s tierisch los!

Vor 65 Millionen Jahren beginnt die Erdneuzeit. Das große Massensterben am Ende des Erdmittelalters hat viele Arten und Gattungen der Pflanzen- und Tierwelt dahingerafft. Auch die Dinosaurier sind vollständig ausgestorben. Aber es gibt auch Überlebende dieser Katastrophe. Sie sind klein, Läufer, Springer, Kletterer oder Schwimmer und im Gegensatz zu den Reptilien halten sie ihre Körpertemperatur bei Tag und Nacht gleich, weil sie sich ein Fell zugelegt haben und ständig auf Futtersuche sind.

Sie gebären lebende Jungtiere und versorgen ihren Nachwuchs nach der Geburt mit Muttermilch. Die Rede ist von den Säugetieren, die im Laufe der nächsten 10 Millionen Jahre die Lebensräume der ausgestorbenen Dinos erobern werden. Sie werden eine Artenvielfalt entwickeln, die vom Pflanzenfresser, über den Fleischfresser und vom Meeressäuger wie dem Wal bis zur Fledermaus reicht. Urpferdchen, Rüsseltiere, Säbelzahnkatzen und Nashörner entwickeln sich weiter zu den heute bekannten Tierarten.
Erst ganz am Ende der noch andauernden Erdneuzeit wird der Mensch stehen.

Flora und Fauna sind keine Zwillinge, …

... sondern bezeichnen die gesamte Pflanzen- und Tierwelt der Erde. In der Erdneuzeit wird die Vogelwelt durch Arten wie Enten oder Eulen bereichert. Die Vorfahren der heutigen Schildkröten, Schlangen, Eidechsen und Krokodile haben als einzige Reptilienarten überlebt. Unter den Insekten krabbeln und fliegen die ersten Ameisen- und Bienenvölker. Das Klima auf der Erde ist feucht und warm. Riesige Urwälder, See- und Moorlandschaften bedecken die Erdoberfläche. Es entstehen nach und nach Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen. Grasland breitet sich aus, was dazu führt, dass sich verschiedene Tierarten diesen neuen Bedingungen anpassen müssen. Am Stammbaum der Pferde sehen wir die Veränderungen besonders deutlich: Aus kleinen Waldbewohnern des Erdmittelalters entwickeln sich im Verlauf der Erdneuzeit Steppentiere. Die kurzen Beine werden länger, damit die Urpferde die weiten Flächen besser überqueren, und vor ihren Feinden schneller fliehen können. Dazu müssen aus den Zehen allmählich Hufe werden, denn jetzt ist der Boden nicht mehr weich, sondern hart. Auch die Zähne verändern sich, da die Backenzähne nun hartes Steppengras statt zarter Blätter zermahlen müssen.

Kalt, kälter – Eiszeit

Seit es die Erde gibt, kommt es immer wieder zu Zeiten in denen dicke Eisschichten weite Teile des Festlandes und des Wassers überziehen. Das Klima schwankt zwischen warmen und kalten Zeiten. Wenn das Eis schmilzt, steigt der Meeresspiegel. Während einer Eiszeit werden weite Wassergebiete vom Eis „trockengelegt“. Das hat nicht nur Auswirkungen auf Landschaften, sondern vor allem auf die Entwicklung des Lebens. Alle Arten müssen sich von Generation zu Generation im Laufe von Abermillionen von Jahren diesen Schwankungen anpassen.
Wem dies nicht gelingt, stirbt aus.

Die Forscher haben herausgefunden, dass es seit Bestehen der Erde sieben Eiszeitalter gab. Man spricht von einem Eiszeitalter, wenn in einer Periode der Erdgeschichte große Bereiche des Nord- und des Südpols vereist sind.
Womit wir heute im siebten Eiszeitalter leben und zwar einer so genannten Warmzeit. Die Kaltzeiten eines Eiszeitalters nennt man Eiszeit. Eine Eiszeit dauert zwischen 50 und 65 Millionen Jahren. Zwischen einer Kaltzeit und einer Warmzeit liegen etwa 100.000 Jahre.

 
Vor 2,4 Millionen bis 10.000 Jahren hatte das Eis die Erde fest im Griff. Daher nennt man diese Zeit auch Eiszeit oder das Eiszeitalter. Während der Kalt- und Warmzeiten dieser Eiszeit entwickelt sich das wohl bekannteste Tier dieser Zeit, das Mammut. Dabei bevölkern in dieser Zeit auch das Wollnashorn, das Wildpferd oder der Höhlenlöwe die Erde. Selbst Dachse, Rehe und der Wolf streifen durch die Wälder aus Buchen, Birken oder Ahorn. Sie haben sich dem rauen, kalten Klima angepasst. In den tropisch warmen Zeiten der Erdneuzeit, kann man dafür Krokodile in der Arktis finden. Viele der damaligen Tierarten gibt es auch heute noch.

Und sie bewegen sich noch – die Kontinente

Und was machen die Kontinente in dieser Zeit? Auch sie sind während der Erdneuzeit in ständiger Bewegung. Die Alpen und der Himalaya entstehen, weil sich die Erdmassen aufeinander schieben und die steinige Erdoberflächen ineinander falten. Europa und die anderen Kontinente nehmen im Laufe von 65 Millionen Jahren ihre heutige Formen an.

Der aufrechte Gang verändert die Welt

Und der Mensch? Er hat seinen ersten Auftritt auf der Weltbühne erst vor 2,5 Millionen Jahren. Der erste moderne Mensch, auch Homo sapiens - der weise, kluge Mensch – genannt, ist an die 130.000 Jahre alt. Seine Wiege steht in Afrika, wo sein Vorfahre der Homo habilis, der geschickte Mensch, bereits vor 2,5 Millionen Jahren den aufrechten Gang übte. Verfolgen wir den Stammbaum des Menschen noch weiter zurück, so stoßen wir auf einen affenartige Menschen, der vor vier Millionen Jahren in der afrikanischen Savanne lebt: den Australopithecus. Er ist wohl unser entferntester Verwandter und stammt auf jeden Fall von den Menschenaffen ab, die bereits seit 35 Millionen Jahren die Erde bewohnen. Allerdings ist das Gehirn des Australopithecus schon deutlich größer, als das eines Menschenaffen. Neben einigen anderen Merkmalen wie die Körpergröße, das Verhältnis von Armen und Beinen zum restlichen Körper oder das Gebiss, wird die Größe des Gehirns mit jedem neuen Entwicklungsschritt zum modernen Menschen zunehmen.

Achtung! Steinzeit!

Bereits zwei Millionen Jahre nach dem Auftauchen des Australopithecus benutzt der Homo habilis bereits Steine als Werkzeuge. Diesem Umstand verdanken wir den Begriff der Steinzeit. Mit dem Homo habilis beginnt die Altsteinzeit.
Im eifert etwa 700.000 Jahre später der nun vollständig aufgerichtete Mensch, daher auch Homo erectus genannt, nach. Er verfeinert und ersinnt neue Fähigkeiten wie das Hüttenbauen, die Herstellung von Steinwerkzeugen für die Jagd und er wird der erste Gebieter über das Feuer.
Doch damit nicht genug, beginnt dieser Mensch sein Geburtsland Afrika zu verlassen. Bald wandern die ersten aufrechten Menschen in die weite Welt hinaus.
Zunächst ins Morgenland und von dort aus nach Asien bis nach Europa.

Diesem Abenteuerdrang verdankt wohl der Neandertaler seine Herkunft. Vor 250.000 Jahren bewohnt der immerhin bis zu 1,70 m große Cousin des modernen Menschen Höhlen und Hütten in Westasien und Europa. Er lebt wie seine Vorvorfahren in einem Familienverband, geht zur Großwildjagd und stellt aus den Tierhäuten Kleidung her. Aus den ungenießbaren Resten der Jagdbeute arbeitet er Werkzeuge und Schmuck.
Wenn wir von 100.000 Jahren einmal absehen, entwickelt sich etwa zur gleichen Zeit in Afrika ein Menschentyp, der den Namen Homo sapiens erhalten wird. In der Mitte der letzten Eiszeit, vor etwa 40.000 Jahren, ist es auch diesem Menschen gelungen von Afrika bis nach Europa vorzudringen. Mit ihm beginnt die Mittelsteinzeit.
Eine Weile leben der stämmige Neandertaler und der im Gegensatz dazu feingliedrige Homo sapiens nebeneinander. Der moderne Mensch wird zum Künstler, denn er stellt bereits Dinge her, die für das Überleben ohne Bedeutung sind. So entstehen die ersten Höhlenmalereien, die die Tiere seiner Zeit darstellen: Pferde, Auerochsen und Hirsche. Aus Knochen, Holz oder Stein schnitzt er kleine Figuren, Schmuckstücke und andere Gegenstände, die einen symbolischen oder religiösen Wert haben. Die Toten werden mit einer Zeremonie bestattet.

Vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern

Während der Neandertaler ausstirbt, entwickelt sich der „kluge, weise Mensch“ weiter und überlebt auch die Eiszeit. 5000 vor Christus beginnt die Jungsteinzeit.
Mittlerweile ist der Steinzeitmensch vom Jäger und Sammler zum Bauern geworden, der Getreide anbaut, Tiere züchtet und Häuser statt Hütten baut. Das Mammut hat er inzwischen ausgerottet und damit zum ersten Mal unwiederbringlich in die Flora und Fauna der Erde eingegriffen. Bis heute weiß er nicht, was er mit seinem Eingreifen anrichtet. Über das von der Eiszeit trockengelegte Meer zwischen Nordostasien und Nordamerika sind mittlerweile die ersten Menschen nach Amerika gekommen, sie werden sich „First Nations“ nennen, weil aus ihnen viele Indianerstämme hervorgehen werden.

Lesen und Schreiben

Die Sumerer ersetzen um das Jahr 5.500 vor Christus die Zeichen und Symbole der Steinzeit durch die Keilschrift, erfinden das Rad und die Töpferscheibe und verändern damit das Leben auf der Erde um ein weiteres Mal.

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