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Aquarium-Spezial

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Aquarium-Spezial
Aquarium

Vom Goldfischglas zum Riesenaquarium

Fische sind faszinierende Lebewesen. In ihren Lebensraum können wir nur für kurze Zeit mit Sauerstoffflasche und Taucherbrille vordringen. Fische in einem Aquarium hingegen können wir stundenlang beobachten und uns an ihnen erfreuen – vorausgesetzt der künstliche Lebensraum ist bestmöglich an die Bedürfnisse der Bewohner des Wasserbeckens angepasst.

Wie alles begann

Das Abenteuer „Aquarium“ beginnt bereit bei den alten Ägyptern und Römern. Die Römer hielten sich in der Antike Süßwasserfische als Nahrungsquelle und Meerwasserfische zur Zierde. Seit Jahrtausenden werden in China Karpfen in Teichen gezüchtet, für den Speisezettel und als Bereicherung für den Wassergarten. Vor etwa 500 Jahren wurden in China die ersten Goldfische in Ton- oder Porzellanschalen als Haustiere gehalten. Allerdings lebten die Tiere unter diesen Bedingungen nie sehr lange.

 

Wie das Aquarium zu seinem Namen kam

In den Begriffen „Aquarium“, „Aquaristik“ und „Aquarianer“ steckt das lateinische Wort „Aqua“, zu Deutsch „Wasser“. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde der ebenfalls lateinische Ausdruck „aquarius“, was so viel bedeutet wie „dem Wasser zugehörig“, verwandt, um das Wort „Aquarium“ neu zu erschaffen. Das Aquarium bezeichnet den Wasserbehälter für die Züchtung und Pflege von Wassertieren und –pflanzen. Aquaristik ist das Wissen über die Haltung und Pflege von Wassertieren und Pflanzen im Aquarium und als Aquarianer werden die Menschen bezeichnet, die die Aquaristik beruflich oder als Hobby betreiben.

Dem Geheimnis des Aquariums auf der Spur

Forscher brachten im 17. Jahrhundert von ihren Expeditionen Goldfische aus Asien und Paradiesfische aus den Tropen nach Europa mit. In Forscherkreisen war es damals üblich Lebewesen und Pflanzen in Gläsern zu halten, um sie beobachten zu können. Bald stellte sich die Frage, ob es nicht möglich sei, den natürlichen Lebensraum von Pflanzen und Wassertieren in einem Glas – also als Miniatur im Vergleich zum Meer, Fluss, See oder Teich – zu erschaffen. Das große Experimentieren mit Meerwasser- und Süßwasseraquarien begann. Aber noch waren die technischen Voraussetzungen nicht gegeben und die biologischen und chemischen Zusammenhänge noch lange nicht genügend erforscht.
Die Anfänge der Aquaristik in Europa bestanden vor allem aus Versuch und Irrtum.

Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum – der große Forschungsdrang des 18. und 19. Jahrhunderts bringt auch die Aquaristik vorwärts.

Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts Sauerstoff, als wichtigster Bestandteil der Luft und seine Bedeutung für die Atmung entdeckt wurde, war dies ein Meilenstein für die Naturwissenschaften und ein bedeutender Schritt in die Richtung der modernen Aquaristik.
Die weiteren Puzzleteilchen auf dem Weg zum Aquarium wurden im Laufe der nächsten 80 Jahre gefunden. Zu Beginn die spannende Entdeckung, dass Wassertiere Sauerstoff aufnehmen und als Kohlendioxid wieder an das Wasser abgeben. Doch wie konnten sie im Wasser Sauerstoff aufnehmen? Die Antwort darauf fand 1779 der niederländischer Arzt und Botaniker Jan Ingenhousz: Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Umgebung auf, wandeln diesen mit Hilfe von Licht und Wasser in Sauerstoff um und geben ihn wieder an die Umgebung ab. Damit hatte Jan Ingenhousz die pflanzliche Fotosynthese entdeckt!

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machte die Naturwissenschaft in vielen Bereichen große Fortschritte, die auch für die Weiterentwicklung der Aquaristik genutzt werden konnten.
Die großen und kleinen Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Natur wurden immer erfolgreicher erforscht. Ob in der Medizin, der Biologie, der Chemie oder Physik, großartige Erfindungen und Errungenschaften öffneten das Tor in eine neue Zeit– seither scheint nichts mehr unmöglich.

Doch zurück zum Aquarium: Die neuesten Ergebnisse der Biologie und Chemie machte sich 1850 der englische Chemiker Robert Warrington zu Nutze und experimentierte mehr oder weniger erfolgreich mit Süßwasseraquarien. Die Wechselbeziehung von Pflanzen, Wassertieren und die damit veränderte Zusammensetzung des Wassers beschäftigten ihn am meisten.

Wels

Durch Warringston Schriften angeregt, machte der Naturforscher Philip Henry Gosse Versuche mit Meerwasseraquarien. Von Philip Henry Gosse stammt übrigens der Begriff „Aquarium“, den er erstmalig 1853 in einem seiner Bücher verwandte. Im gleichen Jahr richtete er im Londoner Zoo das erste große Meerwasseraquarium ein. Bei der Weltausstellung 1867 in Paris begeisterten zwei riesige begehbare Aquarien, eines für Süßwasser- das andere für Meerwassertiere, die Besucher.

Deutschland im Aquariumfieber

Während in England die Haltung eines Aquarium bereits ein Hobby war, kam das Zimmeraquarium kam 1856 in Deutschland richtig in Mode, nachdem Emil Adolph Roßmäßler einen Artikel über den „See im Glase“ in einer Familienzeitschrift veröffentlicht hatte. Seine Artikel und Bücher über die Haltung von Fischen im Aquarium begeisterten und faszinierten so sehr, dass die Aquaristik ein richtiger Renner wurde. In dieser Zeit gründeten sich viele Aquarienvereine, in denen sich die Mitglieder über Haltung, Pflege und Zucht austauschen konnten. Daher wird Emil Adolph Roßmäßler auch gern der „Vater der deutschen Aquaristik“ genannt.

Vom einfachen Glasbehälter zum Ozeanarium

Nun kann man die damaligen Aquarien nicht mit den heutigen vergleichen. Die Glasscheiben eines Aquariums hatten eine Fassung aus Gusseisen. Statt eines Heizstabes sollten Kerzen unter dem Becken das Wasser erwärmen. Auch die Probleme der Wasserfilterung und die ausreichende Beleuchtung des Aquariums waren noch nicht gelöst. Doch der technische und wissenschaftliche Fortschritt hatte bereits begonnen. Nachdem das Zusammenspiel der biologischen und chemischen Kreisläufe in der künstlichen Unterwasserwelt immer weiter erforscht und erkannt worden waren, konnten auch technische Geräte für das Aquarium entwickelt werden. Allerdings dauerte es noch einige Jahrzehnte bis elektrisch betriebene Filter, Pumpen, Heizstäbe und Leuchtstofflampen für die richtige Wasserumgebung für Tiere und Pflanzen im Aquarium sorgten. Mitte des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der Hobby-Aquarianer immer weiter zu. Mit der Erfindung von Silikon als Klebstoff fanden auch endlich leichtere und vor allem haltbare Scheibenaquarien Einzug in die Wohnzimmer. In jüngster Zeit werden immer häufiger komplette Aquarien als Set günstig in Super- und Baumärkten angeboten, die den Einstieg in die Aquaristik scheinbar leicht machen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass ein Aquarium eine große Verantwortung bedeutet und ein schönes Becken allein, seinen Bewohnern keine Freude macht.

Wels vorn Heutzutage sind Riesenaquarien in Zoos oder wie zum Beispiel der Aqua-Dom in einem Berliner Hotel mit einem Fassungsvermögen von 1 Million Liter Meerwasser, einer Höhe von 25 Metern, einem Durchmesser von 12 Metern und 22 Zentimeter dicken Scheiben zwar immer noch eine besondere Attraktion, aber weltweit keine Seltenheit mehr.

Stattdessen ist der NASA, der zivilen amerikanischen Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt gelungen, ein Aquarium zu entwickeln, das ganz ohne Technik und Pflege auskommt. Das kleinste Aquarium der Welt besteht aus einer geschlossenen Glaskugel, in der sich kleine Krebse und Algen in einem speziell aufbereiteten Meerwasser tummeln.

Das kleinste Ökosystem hat gerade einmal einen Durchmesser von 10 cm und eine Lebensdauer von zwei bis drei Jahren.

Wenn du wissen willst, was du für die Einrichtung eines Aquariums benötigst, damit sich deine neuen Haustiere wohlfühlen, klicke hier.

Text: Nicole Potthoff

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