kidsweb.de
Weihnachtsseiten im kidsweb.de
Sommerseiten im kidsweb.de
Osterseiten im kidsweb.de
Die Winterseiten im kidsweb.de
Basteln und Lernen im Herbst
Zur Mandalaseite
Das Quiz
Tiere im kidsweb
Spiele
Basteln
Schule
Links, Kochkiste, Spartipps
Wettbewerbe
Versuche
Bücher und Geschichten
kleinesweb
Sankt Martin Spezial
www.kidsweb.de
Sankt Martin Kleines Spezial
Martinsspiel

Kidswebbis Martinsspiel

 

Es spielen mit:

 

ein/e ErzählerIn

der römische Offizier Martin

ein armer Mann

einige Schaulustige

 

Es werden als Requisiten benötigt:

 

Martin:

ein großes Laken als Umhang (das Laken sollte in der Mitte bereits leicht angerissen sein, damit es sich leicht teilen lässt), einen Besenstiel mit einem Pferdekopf aus Pappe, ein Holzstück als Schwert, ansonsten Schal, Mütze (Helm), Handschuhe.

 

Armer Mann:

einen alten Kartoffel- oder Jutesack mit Öffnungen für Kopf und Arme oder ähnliches.

 

Die Schaulustigen:

Mützen, Schale, Handschuhe.

 

ErzählerIn:

einen Stuhl, auf dem die/der ErzählerIn sitzt und ein dickes, großes Buch aus dem der Erzähltext vorgelesen werden kann.

 

Das Martinsspiel kann an verschiedenen Stellen auch mit Instrumenten unterstützt werden: Triangel, Rassel, Trommel etc.

 

ErzählerIn:

Es ist eine sehr kalte Nacht im Jahre 338. Der Winter ist lang und hart. Viele Menschen sind schon gestorben. Vor den Toren der Stadt Amiens fleht ein armer Mann die vorbeieilenden Menschen um Hilfe an. Er ist nur mit einem Sack gekleidet und droht zu erfrieren. Doch niemand beachtet ihn.

 

Handlung: Während des Erzählens laufen die Schaulustigen um den armen Mann herum. Mit Gesten bittet er um Hilfe. Er wird nicht angesehen oder sogar weggestoßen.

Dann bleibt der arme Mann erschöpft am Boden liegen. Die Schaulustigen bilden einen Halbkreis um ihn herum.

 

ErzählerIn:

Da reitet der römische Offizier Martin auf das Stadttor zu.

 

Handlung: Martin kommt auf seinem Steckenpferd langsam heran. Die Schaulustigen öffnen den Halbkreis. Martin „reitet“ auf den armen Mann zu und bleibt auf seinem Steckenpferd vor ihm stehen.

 

Armer Mann (richtet sich auf):

„Oh Herr Soldat, helfen Sie mir doch! Ich friere so fürchterlich, die Kälte bringt mich um!“

 

Die Schaulustigen rufen:

„Ja, ja, das sagen sie alle!“ – „Mir ist auch kalt!“ (Lachen) – „Ich würde dem nichts geben!“ – „Wer weiß, was er mit den Sachen macht!“ – „Schauspieler!“ – „Betrüger!“

 

Martin (blickt erst böse in die Runde und schaut dann auf den armen Mann):

„Es tut mir leid, ich habe keine Zeit! Es liegt noch ein weiter Weg vor mir!“

 

Armer Mann (traurig):

„Mir ist so bitterkalt. Ich spüre meine Finger und Zehen schon nicht mehr!“

 

Martin:

„Aber Mann, die Sachen, die ich trage, gehören dem Kaiser! Ich habe nichts, was mir gehört!“

 

Armer Mann (weinend):

„Das ist mein Tod! Die anderen wollen mir nicht helfen. Sie können mir nicht helfen.“

 

ErzählerIn:

Die Leute, die stehen geblieben waren, um zu sehen, was der römische Offizier sagen und tun würde, waren mit einem Mal ganz still.

 

Handlung: Die Schaulustigen schauen verlegen drein oder auf ihre Schuhspitzen. Der arme Mann legt sich wieder auf den Boden, wimmert und stöhnt. Martin steigt von seinem Pferd, geht auf den armen Mann zu und legt seine Hand auf dessen Arm.

 

Martin (erschrocken) :

„Wie schrecklich kalt du bist. Deine Fingerspitzen sind schon ganz blau.

Was ist denn passiert?“

 

Armer Mann (erzählt langsam):

„Räuber haben mich überfallen. Sie nahmen mein Geld! Sie schlugen mich! Sie zerrissen meine Kleider und ließen mich halbnackt liegen!“

 

Die Schaulustigen rufen:

„Räuber? Schnell weg hier!“ – „Ja, lasst uns abhauen!“ – „Ich will nicht so enden wie der da!“ – „Herr Offizier, schnell fort von hier!“

 

Martin (sehr ärgerlich):

„Dann geht doch alle weg! Dieser Mensch ist in Not!“

 

Armer Mann (fleht):

„Bitte, bitte Herr Offizier, helfen Sie mir doch!“

 

Martin (denkt laut nach):

„Was kann mir schon passieren, wenn ich den Mantel teile? Drei Tage Haft, weil ich das Eigentum des Kaisers zerstört habe. Was sind schon drei Tage Haft gegen ein Menschenleben?“

 

Die Schaulustigen rufen:

„Das melden wir dem Kommandanten!“ – „Der spinnt, dann erfriert er selbst!“ – „Er vergreift sich an fremden Eigentum!“

 

ErzählerIn:

Doch Martin ist fest entschlossen, dem armen Mann zu helfen. Er nimmt seinen Umhang ab und zerteilt ihn mit seinem Schert.

 

Handlung: Martin nimmt seinen Umhang ab und zerteilt ihn mit dem Holzschwert.

Dann hüllt er den armen Mann darin ein. Die Schaulustigen schütteln die Köpfe und sind empört.

 

Martin (laut und deutlich):

„Ich will nicht schuld daran sein, dass du die Nacht nicht überlebst. Sollen die anderen wegschauen, ich kann und will es nicht!“

 

Armer Mann (steht auf):

„Danke Herr, tausend Dank!“ und geht langsam davon.

 

ErzählerIn:

Martin legt sich die andere Hälfte des Umhangs wieder um und reitet weiter.

Auch die Schaulustigen verteilen sich in alle Richtungen. Manche sind sehr nachdenklich, andere schütteln den Kopf.

 

Handlung: Alle Darsteller verlassen den Ort des Geschehens in verschiedene Richtungen. Nur die/der ErzählerIN bleibt allein zurück.

 

ErzählerIn:

In der darauf folgenden Nacht hatte Martin einen Traum:

Jesus Christus kam mit seinen Engeln zu ihm. Er trug die Hälfte des Umhangs, die Martin dem armen Mann gegeben hatte. Jesus sprach zu den Engeln:

„Seht, dort ist Martin. Er ist kein Christ, trotzdem hat er mich in diesen Mantel gehüllt und mein Leben gerettet.“

Martin deutete diesen Traum als die Aufforderung, nicht länger Soldat zu bleiben. Stattdessen ließ er sich taufen und wurde später sogar Bischof von Tours.

 

 

    K I D S W E B    
Anzeigen Amicella