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Laternen- und Lichterfeste

Siehst du mein Lichtlein leuchten?
Es leuchtet weit hinaus in die Nacht.
Siehst du mein Lichtlein leuchten?
Es nimmt der Dunkelheit die Macht.

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Laternen- und Lichterfeste haben eine lange Tradition. Vor allem wenn die Tage kürzer werden und sich der Sommer endgültig verabschiedet hat, stimmen uns die bunten Laternen und Lampions mit ihrem sanften Licht auf die dunkle Jahreszeit ein. Winterzeit ist Lichterzeit. Ob Kerzenschein oder ein prasselndes Kaminfeuer, das flackernde Licht erfüllt uns mit Wohlbehagen. Es lässt uns eintauchen in eine Welt der Stille, der Religiosität, aber auch in die Welt der Fantasie. Martinsfeuer
Rübengeist Mit Rübengeistern und den Bräuchen an Halloween sollen böse Geister vertrieben werden. Das Sankt Martinsfest erinnert uns daran, wie wichtig es ist, mit anderen zu teilen und unser Mitgefühl zu zeigen. Wir haben für euch herausgefunden, dass es aber auch ganz andere Gründe gibt, weshalb Laternen- und Lichterfeste gefeiert werden:
Das Lambertusfest ist ein Laternenfest, das seit 1781 – mit einer Unterbrechung - jedes Jahr im September im westfälischen Münsterland gefeiert wird. Am Abend des Festes werden die Kinder mit dem Ruf "Kinder kommt runter, Lambertus ist munter!" eingeladen, an einem Laternenumzug teilzunehmen.Ursprünglich feierten Knechte und Mägde ausgelassen das Lambertusfest und den Wechsel der Jahreszeit. Dazu wurden Lichterkränze aufgehängt und Kerzen an die Straßen gestellt, um die mit Wein und Gesang fröhlich herumgetanzt wurde. Ein paar Jahrzehnte später wurden aus Holz Pyramiden gebaut, mit Grün geschmückt und angezündet. Dunkelheit
Dieser Brauch zum Gedenktag des Bischofs, Märtyrers und späteren Heiligen Lambert von Maastricht wird bis zum heutigen Tag von den Münsterländern gepflegt. Heute werden die Laternen nach dem Umzug in die Pyramiden gesteckt. Zum „Käskenspiel“, wie das Fest ebenfalls genannt wird, gehören viele Lieder und Kreisspiele. Das wohl bekannteste ist das Kreisspiel "O Bur, wat kost' dien Hei..." Dazu bilden die Kinder einen Kreis um den verkleideten „Bur“, den Bauern, und singen auf Plattdeutsch: Kinderkreis

„O Bur, wat kost’ dien Hei, o Bur, wat kost’ dien Kärmis-Hei, juchheißavivat Kärmis-Hei, o Bur, wat kost’ dien Hei?“

Der Bur antwortet singend:
„Mien Hei dat kost ’ne Kron, mien Hei dat kost’ ’ne Kärmis-Kron, juchheißavivat Kärmis-Kron, mien Hei dat kost’ ’ne Kron.“

„O Bur, dat is viell to dür, o Bur, dat is viell to kärmis-dür, juchheißavivat kärmis-dür, o Bur, dat is viell to dür”

Nu söck sick de Bur ’ne Frau, nu söck sick de Bur ’ne Kirmäs-Frau,
juchheißavivat Kärmis-Frau, nu söck sick de Bur ’ne Frau.

„Bauer, was kostet dein Heu? Juchheißavivat Kirmesheu, oh Bauer was kostet dein Heu?“ „Mein Heu, das kostet eine Krone, juchheißavivat Kirmes-Krone …“
„Oh Bauer, das ist viel zu teuer…“
Jetzt wird der Bauer mit einer Familie und einem ganzen Haushalt ausgestattet:
„So nehme dir ein Weib, So nehme dir ein Kirmesweib,
Kirmes-, Kirmes-, Kirmesweib, So nehme dir ein Weib!“
Erst jetzt beginnt das eigentliche Spiel, denn der Bauer sucht sich nacheinander aus dem Kreis eine Frau, ein Kind, eine Magd, einen Knecht usw. und stellt sie den Kindern vor. Außerdem verteilt er Äpfel und Süßigkeiten.

„Dütt is miene laiwe Frau ... „
„O Bur, wat ’ne schöne Frau ... „

Nu söck sick de Bur en Kind ...

„Dütt is mien laiwet Kind ...”
“O Bur, wat en schönet Kind ...”


Nu giff wi den Bur ’nen Schupp ...!

Zum Schluss wird der „Bur“ im Kreis herumgeschupst und die restlichen Süßigkeiten untereinander aufgeteilt.

In Halle an der Saale und in Bad Homburg finden ebenfalls seit Beginn des 20. Jahrhunderts große Laternenfeste statt. In Bad Homburg wählt man sogar eine Laternenkönigin. Diese Feste sind Volksfeste, ebenso wie die Lichterfeste in vielen anderen Städten Deutschlands, an denen riesige Feuerwerke den Nachthimmel erhellen. Diese Laternen- und Lichterfeste haben keine religiösen oder traditionellen Wurzeln.

Chanukka-Leuchter Ganz im Gegensatz zum jüdischen Lichterfest Chanukka, das im November/Dezember gefeiert wird oder Diwali, dem Lichterfest der Hindus.
An Chanukka wird in den jüdischen Familien ein achtarmiger Leuchter, die Chanukkja, aufgestellt. Das Chanukkafest dauert acht Tage lang. An jedem Tag wird mit der vorherigen Kerze eine neue angezündet, Segenswünsche gesprochen und fröhliche Lieder gesungen. Jede Kerze erinnert an einen Tag des Wunders Gottes, das die Juden mit ihrem Lichterfest feiern: Vor 2000 Jahren befreiten sie sich von der grausamen Herrschaft der syrischen Eroberer, den Seleukiden.
Nach vielen Kämpfen eroberten die Juden ihren Tempel in Jerusalem zurück und weihten den Altar wieder ein. Das hebräische Wort für Einweihung heißt „Chanukka“. Zur Einweihung wurde der siebenarmige Tempelleuchter, die Menora, angezündet. Obwohl der Leuchter nur noch Öl für einen Tag hatte, brannte das Licht acht Tage lang. Chanukka ist das Fest der Freude und der Hoffnung auf Rettung.
Diwali Im Spätherbst feiern die Hindus weltweit das Lichterfest Diwali. Die Familien schmücken ihre Fenster und Häuser mit Kerzen, Lichterketten und Papiergirlanden.
Übersetzt bedeutet „Diwali“ so viel wie „Lichterschwarm“. Es ist ein sehr religiöses Fest, denn nach dem Glauben der Hindus sollen die Seelen ihrer Verstorbenen mit Hilfe der Lichter den Weg in den Himmel finden. Gleichzeitig feiern sie den Sieg des Prinzen Rama über den Dämon Ravana.
Boun Ok Phansa heißt das Lichterfest in Laos, das zum Ende der Fasten- und Regenzeit Ende Oktober stattfindet. Mit dem Licht kehrt auch die Lebensfreude nach der langen Zeit des Verzichts wieder. Prunkvolle, mit Kerzen geschmückte Boote werden auf dem Fluss Mekong nach einer Lichterprozession zu Wasser gelassen.

Im Schweizer Kanton Graubünden feiert man am 29. Dezember traditionell zur Wintersonnenwende das Lichterfest „Glümeras“. Kleine Lichterschiffchen aus Nussschalen oder Baumrinden werden in die Dorfbrunnen gelegt. Die Schiffchen werden mit flüssigem Wachs und einem Docht gefüllt, der dann später angezündet wird und das Schiffchen zu Leuchten bringt.

Walnussschiffchen
Drache In China und Taiwan ist das Laternenfest, das Yuan Xiao – Fest, ein traditioneller Feiertag. Ebenso wie das Mondfest und das Drachenfest richtet sich das Datum des Laternenfestes nach dem chinesischen Kalender und findet am 15. Tag des 1. Mondmonats statt. Überall werden Laternen ausgestellt und traditionelle Löwen- und Drachentänze aufgeführt. Jedes Jahr werden neue Laternen gebastelt. Das besondere an den chinesischen Laternen sind die Größe und die unterschiedlichen Formen, die Tiere, Pflanzen oder Fabelwesen darstellen.

Die Laternen sind aus Papier, Pergament oder lackiertem Holz und werden mit Horn- oder Perlmuttplatten verziert. An den Laternen sind Rätsel oder Wortspiele angebracht. Für die richtige Lösung des Rätsels gibt ein kleines Geschenk.
In Nordvietnam in der Stadt Pingxi werden kleine Heißluftballons aus Papier, deren Brennstoff wie ein Kerzenlicht leuchtet, in den Himmel geschickt. Die Himmelslaternen werden mit Wünschen beschriftet und sollen Glück bringen.

Text: Nicole Potthoff

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