Ritter im Harnisch oder wie kommt der „Herr“ da bloß rein?
Als „Harnisch“ wird die Ritterrüstung ab dem 14. Jahrhundert bezeichnet. Diese Rüstung besteht aus lauter beweglichen Eisenblechteilen, den Panzerplatten. „Ich komme in Harnisch“, meint jedoch nicht, dass ich dich in meiner Rüstung besuche, sondern dass ich zornig werde. „In Harnisch“ geriet ein Ritter bestimmt auch, wenn er mit seiner zentnerschweren Plattenrüstung nicht auf sein Pferd kam.
Ohne seine Rüstung war der Ritter jedoch im Kampf schutzlos und hatte keine Chance zu überleben. Es half alles nichts, mit der Hilfe eines Knappen wurde, über ein gepolstertes Unterzeug, Stück für Stück die Rüstung angelegt. Es konnte Stunden dauern, bis der Ritter endlich in seinem Harnisch steckte.
Zu Beginn des Rittertums trugen die Ritter Ketten- oder Panzerhemden und einen Eisenhelm.
Ein Kettenhemd bestand aus unzähligen kleinen Eisenringen, die ineinander geschmiedet waren und so ein dichtes Geflecht bildeten.
Für die Fertigung eines Hemdes benötigte ein Waffenschmied viele, viele Arbeitsstunden.
Unter dem fast 15 kg schweren Kettenhemd trugen die Ritter einen knielangen Waffenrock und Beinkleider.Erst im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kettenhemd allmählich von einzelnen Plattenteilen aus Metall abgelöst, bis zur Entwicklung des Harnischs. Ein Grund dafür war, dass sich die Waffen ebenfalls weiterentwickelten und ein Kettenhemd den Ritter nicht vor dem Pfeil einer Armbrust schützen konnte.
Zu einem Harnisch gehören Helm, Visier, Brustplatte, Schulterstück, Armschutz, Handschuh, Beinschiene, Eisenschuh
Zu den Waffen eines Ritters gehörte das Langschwert, das Kurzschwert, die Lanze, die Streitaxt, Pfeil und Bogen und später auch die Armbrust. Selbstverständlich besaß jeder Ritter ein Schutzschild.
Um die Ritter in den Rüstungen voneinander unterscheiden zu können, zierten Wappen die Schilder.Wappen und deren Farben wurden innerhalb einer Adelsfamilie weitervererbt. Im Spätmittelalter gab es dann so viele verschiedene Wappen, dass bei Turnieren Wappenbücher angelegt wurden. Wie sonst hätten die Zeremonienmeister die Ritter auseinander halten sollen. Daraus ist die Wappenkunde hervorgegangen, die auch heute noch von Heraldikern (Wappenkundlern) betrieben wird.
Was wäre ein Ritter ohne Streitross?
Ein treues Pferd war ein Garant für den Sieg im Turnier und das Überleben im Kampf. Es war nicht nur ein schnelles Fortbewegungsmittel, sondern konnte mit seinen Hufen auch als Waffe eingesetzt werden. Neben der Schnelligkeit, war die Stärke und die Wendigkeit eines Pferdes wichtig. Wie sonst hätte es, neben einer eigenen Schutzrüstung aus Eisenblech, seinen Herrn im schweren Harnisch tragen können? Der junge Ritter erhielt mit seinem Ritterschlag sein erstes Pferd als Geschenk, es waren immer Hengste, eine Stute kam für einen Ritter als Streitross nicht in Frage.