Ihre Ehre und die ritterlichen Tugenden waren ihnen sehr wichtig. Das Ausrichten und die Teilnahme an Ritterturnieren Diente der Übung im Umgang mit den Waffen und der Unterhaltung.
Der fahrende Ritter
Ein junger Ritter musste nach seiner Schwertleite, dem Ritterschlag zunächst in die weite Welt „fahren“. Damit ist nicht die Fortbewegung „fahren“ gemeint. Er sollte Gefahren auf seiner Reise bestehen und Erfahrungen an den unterschiedlichsten Höfen sammeln. Der fahrende Ritter zog daher von Burg zu Burg und nahm unter anderem an vielen Turnieren teil. Auf den Burgen wurden die fahrenden Ritter freundlich und gastlich aufgenommen, schließlich hatten sie eine Menge zu berichten, weil sie so viel und weit herumkamen. Nahmen sie an einem Turnier teil, konnte sie jeder an ihrem grünen Mantel erkennen. Das hört sich zwar alles ganz interessant, aber die Ritter waren zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter, unterwegs. Das war unwirtlich, unbequem und oft gefährlich. |
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Der Kreuzritter
Mit dem Ruf „Gott will es!“ zogen Ritter 1095 in den ersten Kreuzzug gegen die „Ungläubigen“ in das heilige Land, um die Stadt Jerusalem zu befreien.
Was war geschehen?
Jerusalem ist den Christen, Juden und Muslimen heilig. Jede der drei Religionen hat dafür einen anderen Grund. Seit dem Beginn des Christentums ist Jerusalem ein bedeutender Wallfahrtsort, weil Jesus Christus auf dem Berg Golgatha gekreuzigt wurde. Das römische Reich wurde um 300 n. Chr. in zwei Hälften geteilt. Zur Westhälfte gehörte Europa und der Mittelmeerraum, die Osthälfte bildete das Byzantinische Reich. In beiden Hälften lebten überwiegend Christen, aber sie gehörten zwei verschiedenen christlichen Kirchen an: im Westen der römisch-katholischen und im Osten der griechisch-orthodoxen Kirche. 637 n. Chr. eroberten arabische Muslime Jerusalem, trotz ihrer Herrschaft erlaubten sie den Christen beider Kirchen sowohl durch ihre Gebiete, als auch nach Jerusalem an die heiligen Stätten zu pilgern. 1095 n. Chr. ging in Europa plötzlich das Gerücht um, dass muslimische Seldschuken den Pilgern den Zugang nach Jerusalem verwehren würden. Papst Urban II. rief daraufhin in Frankreich zum „heiligen Krieg“ gegen die „Ungläubigen“ auf. 1096 beginnt der erste von insgesamt sieben Kreuzzügen, die bis in das Jahr 1270 hinein geführt wurden.
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40 000 Ritter erreichten in diesem ersten Kreuzzug Jerusalem. Bevor sie sich auf den langen, gefährlichen Weg machten legten sie die Beichte ab und „nahmen das Kreuz“. Zwei einfache Stoffbalken wurden als Kreuz auf ihre Mantelrücken genäht, als Zeichen der göttlichen und päpstlichen Mission. Als Lohn versprach ihnen Papst Urban die Vergebung ihrer Sünden und einen Platz im Himmel. Der erste Kreuzzug war für den Papst mit einer weiteren Hoffnung verbunden: |
Vielleicht gelang es beide christlichen Kirchen zu vereinen, wenn es um einen gemeinsamen Feind ginge.
Als die Kreuzritter im Heiligen Land ankamen trafen sie auf eine Hochkultur, was sie sehr verwunderte. Hatten sie doch geglaubt, „Ungläubige“ seien dumm wie Tiere. Die Araber aber waren hoch zivilisiert. Sie hatten chirurgische Kenntnisse, waren belesen und pflegten feinere Umgangsformen als die Europäer. Waren die ersten Kreuzritter deshalb neidisch oder waren sie besessen von ihrem Auftrag? Waren sie habgierig geworden beim Anblick der Schätze des Orients oder nur religiöse Fanatiker?
Wir werden nie erfahren, was sie tatsächlich dazu veranlasste, in der Omar Moschee in Jerusalem ein Blutbad anzurichten, dass bis heute viele Araber nicht vergessen haben. Und was war mit den „Eroberungen“ der folgenden Kreuzzüge? Feststeht, dass die Kreuzritter im Laufe der Jahrhunderte Kreuzfahrerstaaten gründeten. Bevor sie Platz nahmen im Himmelreich, raubten sie die reichen irdischen Güter des Morgenlandes. Mit dem ersten Kreuzzug entbrannten erbarmungslose Religionskriege, mit unzähligen Kämpfen und unglaublich vielen toten Menschen auf beiden Seiten.
1187 eroberten die Muslime unter Sultan Saladin Jerusalem zurück. 1270 ziehen die letzten Kreuzritter in den „heiligen Krieg“, aber fast alle kommen auf diesem letzten Kriegszug um. 1291 verlassen die Christen geschlagen das Heilige Land.
Was außer Leid und Tod haben die Kreuzzüge gebracht? Wer hatte einen Nutzen davon? Diese Fragen lassen sich so wenig beantworten, wie die das „Warum“ der „heiligen Kriege“ im 21. Jahrhundert.
| Aber wir können anhand der Geschichte sehen, dass es trotz allem zu einem Austausch der Kulturen gekommen ist. Vieles von der Lebensweise und dem Wissen aus dem Morgenland wurde von den Kreuzfahrern nach Europa gebracht und hatte zu einer Weiterentwicklung geführt. Neues Wissen aus der Mathematik, der Astronomie, der Mechanik, der Optik oder der Navigationstechnik wurde über das Mittelmeer, neben edlen Stoffen und kostbaren Gewürzen, auf den Kreuzfahrerschiffen transportiert. |
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Leider aber auch die schwarze Ratte, die den Erreger der schwarzen Pest übertrug. Diese schlimme Krankheit war eine Seuche, die viele Millionen Menschen in Europa das Leben kostete. Der Raubritter Im 14. und 15. Jahrhundert breitete sich Raubrittertum aus, wie eine große Welle. Grund dafür waren neu entwickelte Waffentechniken: die Armbrust und die Kanone. Plötzlich waren Fußsoldaten schneller und trafen mit der Armbrust über weitere Entfernungen, als es ein Ritter mit seiner Streitaxt je gekonnt hatte. Die schwere Rüstung, die im Laufe der Jahrhunderte als Schutzkleidung immer weiter verbessert wurde, machte die Ritter schwer und unbeweglich. Deshalb waren ihre Dienste in Kriegszeiten nicht mehr gefragt und die Ritter verloren eine wichtige Geldeinnahmequelle. Auch an den Höfen der Lehnsherren wurden ihre Dienste von studierten Juristen und Fachleuten übernommen. Also konnten sie auch diesem Bereich kein Geld mehr verdienen.
Als dann auch noch die Pest wütete und die Menschen dahinraffte, blieben zudem Äcker und Felder unbestellt. Selbst mit der Landwirtschaft war kein Geld mehr zu machen. Was tat also ein Ritter, der einen bestimmten Lebenswandel gewohnt war, zum Kämpfen ausgebildet worden war und plötzlich arbeitslos wurde? Er holte sich was er brauchte durch Raubzüge in den Städten und auf den Handelswegen. Dazu entführte er reiche Kaufleute und forderte ein hohes Lösegeld. Das damalige Fehderecht leistete dem Treiben der Raubritter Vorschub. Es gab dem Einzelnen die Möglichkeit, mittels eines ausgestellten Fehdebriefs, einen Privatkrieg anzuzetteln und Selbstjustiz zu üben. Mit dem Fehdebrief konnten Ehren- oder Geldschulden mit Gewalt und ohne Gerichtsbarkeit eingetrieben werden. Die Raubritter weiteten diese Möglichkeit bis ins Unerträgliche aus und missbrauchten das Fehderecht. Das Raubrittertum wurde für viele Regionen eine echte Plage, man nannte diese Ritter verächtlich „Schnapphähne“. Die Gegenwehr der Städte wurde immer größer und Kaiser Maximilian I. verbot 1495 das Fehdewesen in seinem Erlass vom sogenannten „ewigen Landfrieden“. Damit wurde der Kampf der Städte gegen die Raubritter immer härter und die Strafen immer drastischer – zu Recht.
Zwar wurden nicht alle Ritter zu Raubrittern, aber das Ende des 15. Jahrhunderts war auch das Ende des Rittertums. Es war den meisten Rittern nicht gelungen, sich an die Lebensumstände der Neuzeit anzupassen. Das letzte Kapitel ihrer Geschichte erinnert irgendwie an die Dinosaurier, oder?
Der Ordensritter
Von Schottland bis Spanien, überall gab es Ritter in Europa und alle hatten die gleichen Werte und Tugenden. Sie verstanden sich als eine große Familie. Die Artuslegende und die Kreuzzüge taten ihr Übriges dazu, dass bald Ritterorden gründet wurden. Es gab die Ritter des Deutschen Ordens ebenso wie internationale Orden. Dazu gehörten der Orden vom Heiligen Grab, der Johanniterorden und der Templerorden. Die meisten Ritterorden sind im 12. Jahrhundert auf den Kreuzzügen entstanden. Die Ordensritter lebten, wie Mönchsorden, nach sehr strengen Regeln. Durch das Vorbild der Mönche wollten sie nicht nur kämpfen, sondern auch helfen, pflegen und beschützen. Sie kümmerten sich um kranke Pilger und beschützten sie auf der Reise ins Heilige Land. Die Orden gewannen im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Macht und erhielten Sonderrechte. Nach der Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin, verlagerten sie ihre Ordensburgen auf die Inseln im Mittelmeer, wo auch der Malteserorden entstanden ist.
Die Mitglieder der heutigen Ritterorden sind in den wenigsten Fällen noch echte Ritter, aber die ritterlichen Tugenden pflegen sie noch immer.
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Der Johanniterorden ist ein geistlicher Ritterorden. Die Johanniterritter folgen dem Gebot: "Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst." |
Sie betreuen Kranke, betreiben Krankenhäuser, sind in der Unfallhilfe und in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Das weiße Kreuz auf rotem Grund hast du vielleicht schon einmal gesehen. |