Er war der Robbie Williams des 12. Jahrhunderts.
Ein Meister seines Fachs, des Minnegesangs, dazu der bedeutendste mittelhochdeutsche Dichter und als „fahrender Ritter“ auf Tournee von Burg zu Burg.
Mit der „Minne“ wird die verehrende Liebe zu einer Edeldame beschrieben.
Gefühlvolle Verse werden in einer Art Sprechgesang mit Geigen- oder Lautenspiel vorgetragen.
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Minnesänger sorgen an den Ritter- und Adelshöfen im Mittelalter für Abwechslung und Unterhaltung. Jeder Minnesänger hatte da so seinen eigenen Stil.
Walther von der Vogelweide gehörte zu den „Top Ten“, wie man heute sagen würde.
Viele Lieder, Gedichte und Sprüche sind von ihm überliefert. Außerdem war er der erste Sänger, der Lieder dazu benutzte, um sich in politische Angelegenheiten einzumischen.
Ein Auszug aus seinem Liebesgedicht „under der linden“ soll dir zeigen, wie das damals klang. Ein Ritter liebt ein einfaches Mädchen und sie erzählt von ihrem
Zusammensein unter einer Linde:
under der linden an der heide,
dâ unser zweier bette was,
dâ mugt ir vinden
schône beide gebrochen bluomen unde gras.
vor dem walde in einem tal-
tandaradei!
schöne sanc die nachtigal.
In unsere heutige Sprache übersetzt, lautet der Text dann so:
Unter der Linde an der Heide
wo unser beider Bette war
dort könnt ihr finden
beides, liebevoll zerdrückte Blumen und Gras
vor dem Walde in einem Tal-
Tandaradei!
sang schön die Nachtigall.
Beim „Tandaradei!“ höre ich die Schelle schlagen, du auch?
Text: Nicole Potthoff
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