Seeräuber oder Freibeuter - Piraten haben viele Namen
Die Griechen nannten sie „Peirates“. Bei den Römern hießen sie „Piratae“ und irgendwann im 15. Jahrhundert wurden sie im deutschen „Piraten“ genannt.
Wōkòu waren chinesische Piraten und die Wikinger waren der Schrecken der Nord- und Ostsee. Den islamischen Piraten in Nordwestafrika gaben die Europäer den Namen „Barbaresken“. |
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Die französischen Piraten hießen Korsare. Die Bukaniere waren Seeräuber, die in der Karibik auf Inseln lebten und von dort aus ihre Raubzüge starteten.
Als Freibeuter wurden Piraten bezeichnet, die einen Kaperbrief in der Tasche hatten.
Das Kaperwesen – Piraten mit königlicher Erlaubnis
Manche Seeräuber hatten Verträge mit einem König oder einem Staat. Sie erhielten Kaperbriefe und bekamen damit den Auftrag, feindliche Kriegs- oder Handelsschiffe anzugreifen und zu überwältigen.
Der Handel war einfach: Die Piraten durften die Hälfte der Beute behalten und blieben ohne Strafe. Der König bekam die andere Hälfte und das Beuteschiff. Das war gerade in Kriegszeiten für beide eine vorteilhafte Sache, denn Kriegsführung ist teuer und auf diesem Wege wurde das nötige Geld beschafft.
Allerdings sind Verträge mit Piraten so eine Sache, die fühlten sich nämlich nicht immer an alles gebunden, was im Kaperbrief stand. Deshalb wurde oft kein Unterschied zwischen Freund oder Feind, Krieg oder Frieden gemacht.
Was 1243 mit einem Brief des englischen Königs Heinrich III. begann, wurde 1856 durch die Pariser Seerechtsdeklaration abgeschafft.
Klar zum Entern – Piratenschiffe und Enterhaken
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Um die großen und schwerbeladenen Segelschiffe auf den Handelslinien einzuholen, benötigten die Piraten schnelle und wendige Boote.
Die Wikinger hatten ihre Lang- oder Drachenschiffe. Mit denen konnten sie sogar über die Flüsse bin ins Landesinnere vordringen. Die späteren Seeräuber benutzten zweimastige Segelschiffe, wie der Schoner oder im 19. Jahrhundert einen Klipper. |
Die Korsaren an der Küste Nordafrikas bevorzugten lange Ruderboote oder Galeeren.
Heutzutage sind Piraten mit Schnellbooten unterwegs und zwingen die großen Schiffe gewaltsam zum Stopp.
Viele Piratenschiffe waren mit Kanonen ausgerüstet. Sie kamen jedoch nur zum Einsatz, wenn es die Situation erforderte, zum Beispiel um sich zu verteidigen. Schließlich wollten die Seeräuber die Ladung nicht beschädigen.
Die wichtigsten Werkzeuge und Waffen der Seeräuber waren die Axt, der Enterhaken, das kurze Entermesser und Musketen oder Pistolen.
Heute sind Piraten noch stärker bewaffnet. Sie haben die Pistolen durch Schnellfeuerwaffen ersetzt und treiben vor allem im Südchinesischen Meer, an der Westküste Afrikas und in Teilen Südamerikas ihr Unwesen. Im Jahr 2005 wurden etwa 440 Seeleute von Piraten gekidnappt und gegen Lösegeld wieder freigelassen.
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Damit die Piraten wussten wo sie sich auf dem Meeren befanden, setzten sie zur Positionsbestimmung auch ein Astrolab oder einen Jacobstab ein. Dabei wurde dann die Höhe eines Sterns oder der Sonne gemessen
Durch das häufige Sehen in die Sonne erblindeten viele Seefahrer auf einem Auge und mussten so eine Augenklappe tragen! |
Alles was glänzt – Piraten und ihre Schätze
Eine Truhe voller Gold und Silber, Edelsteinen und Schmuck, das ist ein wahrer Piratenschatz. Je nach Region, Zeitalter und Handelslinie bestanden die Schätze tatsächlich daraus. Allerdings war der unermessliche Reichtum auch für Piraten nur eine Sage. Sie mussten sich oftmals mit viel weniger zufrieden geben. Bestand die „Prise“, also die Ladung des Handelsschiffes nur aus sperrigen Möbeln oder Holz, hatten sie Pech gehabt.
Die Seeräuber der Moderne sind längst nicht mehr an der Ladung interessiert. Sie hoffen auf eine fette Prise Bargeld im Schiffssafe oder Lösegeld.
Zu Wasser, in der Luft und an Land – Piraten gibt es viele
So wie es Seepiraten auf dem Wasser gibt, gibt es auch Luftpiraten am Himmel. Sie entführen gewaltsam Flugzeuge um die Passagiere als Geiseln zu nehmen oder von einem Ort zum anderen zu gelangen.
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An Land gibt es ebenfalls Piraten, zumindest werden sie oftmals so bezeichnet:
Musikpiraten laden kostenlos Musikstücke aus dem Internet auf ihre Rechner, vervielfältigen sie und stellen sie anderen zur Verfügung. Das ist strafbar, denn die Musikproduzenten und die Künstler leben vom Verkauf der CDs und Platten.
Netzpiraten rauben Informationen aus dem Internet und verändern Daten und Programme auf Großrechnern und PCs. Sie verschicken Emailwürmer oder sogenannte Trojanerprogramme. |
Produktpiraten leben davon, Markenware nachzuahmen und täuschen dem Käufer vor, die Ware sei echt.
Text: Nicole Potthoff
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