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Vom Fohlen zum Pferd
Jedes Jahr im Frühjahr beginnt bei vielen Tieren die Paarungs- oder Brunftzeit. Bei Pferden wird diese Zeit Rosse genannt. Sie kann unterschiedlich lange dauern. Die Hauptpaarungszeit der Pferde ist im Juni. Die Stute, das weibliche Pferd, ist alle 21 bis 24 Tage rossig. In dieser Zeit muss der Hengst die Stute decken und mit seinem Samen eine Eizelle der Stute befruchten. |
Von der befruchteten Eizelle bis zu einem Fohlen, das bei seiner Geburt je nach Rasse 30 bis 60 kg schwer und 75 bis 145 cm groß sein kann, vergehen dann 330 bis 350 Tage.Daher sehen wir im Frühjahr des darauf folgenden Jahres so viele Fohlen auf der Pferdekoppel.
| Die allermeisten Stuten bringen nach der Befruchtung ein Fohlen zur Welt, sehr selten sind es auch zwei. Die Geburt findet meistens in der Nacht statt und dauert etwa eine halbe Stunde. Sobald das Fohlen auf der Welt ist, sollten „Mutter und Kind“ nicht gestört werden, denn in den ersten Minuten findet die so genannte Prägung statt. Die Stute beginnt das Fohlen abzulecken und nimmt dabei auch den Geruch ihres Fohlens auf. So kann sie es immer wieder erkennen. Erst nachdem die Stute ihr Fohlen ausgiebig „untersucht“ hat, darf sich ein Mensch dem Fohlen behutsam nähern und streicheln. |
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Denn das Fohlen merkt sich alle guten und schlechten Erfahrungen, die es in der ersten Lebenswoche macht ein Leben lang.
Nach etwa einer Stunde steht das Fohlen zum ersten Mal noch ganz wackelig auf seinen Beinen, um die erste Milch aus dem Euter der Stute zu trinken. Diese erste Mahlzeit enthält viele lebenswichtige Stoffe, die dafür sorgen, dass das Fohlen ein gesundes Abwehrsystem erhält und selten krank wird. Gleichzeitig wird dadurch seine Verdauung angeregt und es setzt seinen ersten Pferdeapfel ab.
Im Laufe der nächsten Tage wird das Fohlen etwa jede halbe Stunde säugen und dabei ordentlich an Gewicht zu legen. Bald kann es dann auch schon auf die Koppel hinaus, um seinen Speisezettel um zarte, grüne Grashalme zu erweitern. Das Herumtollen auf der Weide macht einem verspielten und neugierigen Fohlen nicht nur viel Spaß, sondern trainiert seine Muskeln, Sehnen und die Ausdauer. Wird ein Fohlen in einer Herde groß, lernt es auch den Umgang mit seinen Artgenossen.
Fohlen, die später als Reitpferd oder Arbeitspferd ihr Leben verbringen werden, erhalten ein bis zwei Tage nach der Geburt bereits „Unterricht“ vom Menschen. Dabei geht es in erster Linie darum, dem Tier die Scheu vor menschlicher Berührung zu nehmen und die Gewöhnung an das Halfter. Etwas später beginnt das erste Training mit dem Führstrick.
Auf dem Weg zum ausgewachsenen Pferd muss ein Fohlen eine Menge Dinge lernen, dazu gehört unter anderem auch das „Hufe-geben“, damit es sich später vom Hufschmied ein paar hübsche „Eisenschuhe“ anschlagen lässt.
In der freien Wildbahn vertreibt die Stute ihr Fohlen, wenn es etwa ein Jahr alt ist. Im Zuchtbetrieb findet die Trennung manchmal schon nach drei Monaten statt. Im Alter von 12 bis 20 Monaten sind die Hengste geschlechtsreif, d.h. sie wären in der Lage selber Nachwuchs zu zeugen. Die jungen Stuten können ab dem 24. Lebensmonat zum ersten Mal rossig werden. Gedeckt werden sollten sie jedoch erst ab dem 3. Lebensjahr, denn vorher sind ihre Gelenke und Knochen zu weich, um die Gewichtszunahme im Laufe einer Schwangerschaft ohne Schaden auszuhalten.
Aus dem gleichen Grund sollte ein Pferd das Gewicht eines Reiters frühestens mit 3 oder 4 Jahren tragen müssen. Erfahrene Pferdehalter reiten ihre Jungtiere erst zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr ein, denn erst mit sieben Jahren sind Pferde richtig ausgewachsen.
Wie alt ein Pferd wird, hängt sehr stark von dem Pferdetyp, den Lebensbedingungen und was es leisten muss ab. Große Pferde, ab einem Stockmaß von 1,48, können bis zu 30 Jahre und älter werden. Ponys dagegen können sogar bis zu 50 Jahre alt werden.
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Und wieder zum Pferde-Spezial |