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Mädchen mit Kürbis

Es muss nicht immer Halloween sein

Bald wird am 31. Oktober wieder Halloween gefeiert. Die Kinder in Sofies Klasse sind schon ganz aufgeregt. Seit Tagen reden sie von nichts anderem. Sofie kann diese Begeisterung nicht verstehen.

Was ist so toll daran, sich als hässliches Gruselmonster zu verkleiden? Warum soll sie bei den Nachbarn klingeln und Bonbons erbetteln. Wenn sie Süßigkeiten haben möchte, fragt sie Mama, Oma oder Opa. Eigentlich findet Sofie Halloween sogar richtig blöd. Nur die Kürbislaternen, die gefallen ihr.

Als Sofie aus der Schule kommt, hat sie schlechte Laune. In der Hofpause hat sie den anderen Kindern gesagt, dass sie Halloween nicht feiern will. „Hast wohl Angst vor bösen Geistern! Soofie, Doofie, traut sich nix, macht sich in die Hose fix!“, hat der dicke Sven sie gehänselt. „Du bist ja langweilig!“, meinte sogar ihre beste Freundin Greta und ist mit den anderen Mädchen weggegangen. „Wir feiern eine Halloweenparty, die wird lustig!“, hat Richard stolz erzählt. „Toll“, hat Sofie daraufhin geantwortet, „ich war in diesem Jahr schon auf einem Piratengeburtstag, einer Prinzessinnenparty und beim Fasching.“

Am Nachmittag kommt Tante Rosa Wunderlich zu Besuch. Sie ist eine Freundin von Mama und kennt jede Menge Geschichten. Sofie mag Tante Rosa und ihre Geschichten sehr. Tante Rosa merkt sofort, dass Sofie wütend ist. „Welch’ Läuslein ist dir denn über die Leber gelaufen?“, fragt sie und schaut Sofie aufmunternd an. „Keine Laus, sondern ein dicker Elefant und sein Name ist Sven!“ Dann erzählt Sofie, was in der Hofpause passiert ist. Tante Rosa hört aufmerksam zu. Ab und an sagt sie „Hm, so, so“ oder „Ah, ja“, bis Sofie fertig ist. „Ach Sternchen, ich kann dich gut verstehen.“, sagt Tante Rosa dann, „Mir gefällt Halloween auch nicht. Vor allem deshalb nicht, weil kaum jemand weiß, was sich hinter dem alten keltischen Brauch ‚Samhain’ verbirgt. Dabei soll Halloween auf diesen Brauch zurückgehen. Vor 5.000 Jahren wurde mit dem Fest ‚Samhain’ das Ende des Sommers und der Beginn eines neuen Jahres gefeiert. Das keltische Jahr bestand nur aus Sommer und Winter. Zu ‚Samhain’ waren die Felder abgeerntet und die Menschen bereiteten sich auf die dunkle Jahreszeit vor. Die Kelten glaubten damals an Götter. Sie fühlten sich eng mit der ‚Mutter Erde’ und der Natur verbunden. Die Menschen dachten, dass ihre toten Ahnen in der ‚Samhain-Nacht’ in die irdische Welt zurückkehren werden. Um die Toten zu ehren und sie nicht zu verärgern, stellten sie in jener Nacht Speisen und Getränke bereit. Sie entzündeten Feuer und Lichter, um den Ahnen den Weg zu weisen.“

Sofie staunt. „Und wie wurde aus ‚Samhain’ Halloween?“ „Nun, bis dahin war es noch ein langer Weg. Im 9. Jahrhundert verfügte ein Papst, dass der 1. November zum christlichen Feiertag ‚Allerheiligen’ ernannt wird. Mit den Missionaren, die den Kelten den christlichen Glauben bringen sollten, kam dieses Totengedenken nach Irland. Den Christen waren die keltischen Bräuche nicht geheuer, denn das Jenseits hatte für sie eine völlig andere Bedeutung. Die Menschen sollten zwar weiterhin gemeinsam feiern, der Anlass musste aber einen christlichen Sinn haben. Viele andere christliche Feiertage gehen auf diese Art und Weise auf heidnische Bräuche zurück. Doch das alte keltische Brauchtum wurde nicht so schnell verdrängt, anstatt ‚Samhain’ zu feiern, wurde der Abend vor Allerheiligen – der ‚All Hallows Eve’ - gefeiert. Später wurde daraus Halloween. Auch die Art zu feiern, veränderte sich. Die bösen Geister sollten durch schreckliche Masken und Verkleidungen vertrieben werden, so entstanden vermutlich die Halloweenkostüme. Nach Amerika ist das Fest übrigens mit den irischen Einwanderern im 19. Jahrhundert gekommen.“ „Und von dort ist es hierher ‚über den großen Teich geschwappt’, wie Opa zu sagen pflegt.“, ergänzt Sofie. Ihre schlechte Laune hat sich schlagartig in Neugierde verwandelt. Sie denkt angestrengt nach. „Dann haben wir mit Halloween eigentlich gar nichts am Hut, außer, dass es einen Grund mehr zum Verkleiden und Feiern gibt.“
„Richtig und es gibt einen Heischebrauch mehr.“ „Heischebrauch?“ „Ja, die Tradition von Haus zu Haus zu ziehen, Gaben zu erbitten oder einzufordern. Die Sternsinger erbitten am Dreikönigsfest Spenden für die Weltkinderhilfe und auch das Martinssingen gehört in vielen Regionen zum Heischebrauchtum. In einigen katholischen Gegenden klappern und ratschen auch heute noch Kinder in der Karwoche mit Holzteilen, um die Leute an die Andachten zu Ostern zu erinnern.“ „Für einen guten Zweck zu sammeln, finde ich prima. Außerdem sagen die Sternsinger Gedichte auf, singen Lieder und schreiben einen Segen an die Haustüren.“, sagt Sofie.
„In Amerika sammeln die Halloweengeister für Unicef. Das ist ebenfalls eine Organisation, die weltweit Not leidenden Kindern hilft.“ „Ja, aber hier ziehen die Kinder nur los, um Süßigkeiten zu bekommen. Dabei sind die meisten sowieso schon zu dick, wie Sven!“
Sofie ist immer noch gekränkt.

„Jeder muss für sich entscheiden, ob er Halloween feiert.“ Sofie seufzt. „Das weiß ich ja, aber die anderen ärgern mich, weil ich nicht feiern will und ich stehe ganz alleine da.“ Tante Rosa überlegt eine Weile, dann sagt sie plötzlich: „Es muss ja nicht immer Halloween sein! Wenn du an diesem Tag gerne ein Fest feiern möchtest, dann kannst du auch ein Kürbisfest feiern.“ „Ein Kürbisfest?“ „Ja, mit Kürbiskuchen, Kürbisspielen und Kürbislaternen.“ Tante Rosa steckt Sofie mit ihrer Begeisterung an. „Oh ja, und am Abend lassen wir die Kürbislaternen im Garten leuchten. Wer die schönste Kürbislaterne geschnitzt hat, bekommt einen Preis.“ „Gute Idee, denn in die Kürbisschale kann man nicht nur Fratzen schnitzen.“ Sofie klatscht vor Freude in die Hände. „Sonne, Mond und Sterne, alle haben den Kürbis gerne!“ „Genau, Kürbisgedichte! Ihr könntet euch Kürbisgedichte ausdenken.“ „Oder Kürbislieder singen. ‚Alle meine Entchen’ als Kürbislied … ‚So, mein großer Kürbis, höhl´n wir dich nun aus, höhl´n wir dich nun aus. Kriegst dann ein paar Schnitzer, leuchtest uns nach Haus!’“ Sofie und Tante Rosa lachen gleichzeitig los. „Und wenn niemand zu deinem Kürbisfest kommen will, weil sie sich lieber gruseln statt zu lachen, feiern wir das Fest zusammen.“

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