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Kürbis
Kürbisgeschichte

Die Legende von Jack o’Lantern
oder die Geschichte der Kürbislaterne

Einst gab es in Irland einen alten geizigen Hufschmied. Sein Name war Jack. Er trank sehr viel und seine Stammkneipe war sein zweites Zuhause. Eines Abends, es soll an Halloween gewesen sein, lief Jack dem Teufel in die Arme. Der wollte den Trunkenbold gleich mit in die Hölle nehmen, aber Jack bat ihn um ein letztes Glas irisches Bier.

Der Teufel verwandelte sich in ein Geldstück, mit dem Jack sein letztes Glas bezahlen sollte.
Stattdessen steckte der Hufschmied, gar nicht dumm, das Geldstück in seine Börse. Dort bewahrte er, neben seinem Geld, auch ein kleines Silberkreuz auf. Dieses Kreuz hinderte  den Teufel daran, sich zurückzuverwandeln. Der Teufel fluchte und ärgerte sich. „Bei allen Höllenqualen, lass’ mich raus, Jack!“ „Nein, nur wenn du mir etwas versprichst!“ „Niemals! Ich bin der Teufel! Ich stelle hier die Forderungen!“ „Dann bleibst du das, was du jetzt bist - ein Geldstück“, sagte daraufhin Jack ungerührt. „Schwefelgestank und Mäusepest! Was, zur Hölle, soll ich versprechen, du alter Säufer?“ „Ich lasse dich frei, wenn du mich zum besten Hufschmied dieser Gegend machst und mich die nächsten zehn Jahre in Ruhe lässt!“
Der Teufel grummelte und schimpfte, versprach aber das Gewünschte.

Nach zehn Jahren war Jack ein reicher Mann. Er war aber nicht sehr beliebt, da er bei seinen Geschäften log und betrog. Der Teufel hatte ihn nicht vergessen. Er lauerte Jack auf einer Landstraße auf. ‚Jetzt hole ich ihn!’, dachte der Teufel und rieb sich vor Freude die Hände. Doch auch diesmal war Jack schlauer. „Ach Teufel, gewähre mir eine allerletzte Bitte: Sieh’ nur dort, den herrlichen Apfelbaum am Wegesrand, ich möchte nur noch ein einziges Mal einen seiner köstlichen Äpfel geniessen und dann auf ewig in der Hölle schmoren.“ Dabei blickte er so sehnsüchtig zum Apfelbaum hinauf, dass der Teufel sich auf diese Bitte einließ. Er kletterte sogar auf den Baum, um dem „armen“ Jack höchstpersönlich einen Apfel zu pflücken.

Doch kaum saß der Teufel in dem Baum, ritzte Jack schnell ein Kreuz in die Rinde des Apfelbaumes. So hatte er dem Teufel ein zweites Mal ein Schnippchen geschlagen. Im Bann des Kreuzes, konnte dieser nicht wieder herunterklettern. „Was willst du diesmal?“, fragte der Teufel völlig entnervt. „Diesmal versprichst du mir, mich ganz in Ruhe zu lassen. Bei dir da unten stinkt es mir zu sehr!“, antwortete Jack und lachte dem Teufel frech ins Gesicht. Unter lautem Murren und Knurren, gab der Teufel auch dieses Versprechen ab.

Wieder vergingen viele Jahre. Jack, der Hufschmied, lebte in Saus und Braus von seinen unehrlichen Geschäften. Als er starb, waren seine Taten im Himmel längst bekannt. Er  wurde deshalb gleich an der Himmelstür abgewiesen. So blieb seiner Seele nur noch der Weg in die Hölle. Da Jack dem Teufel jedoch das Versprechen abgenommen hatte, seine Seele nie aufzunehmen, stand er bettelnd vor dem Höllenfürsten. „Nun lass’ mich doch rein. Die Nacht ist kalt und stürmisch. Wo soll ich denn sonst meine Ruhe finden, wenn nicht bei dir?“ „Tja, das hättest du dir vorher überlegen sollen! Jetzt ist es zu spät! Geh’ zurück auf die Erde und warte dort auf das jüngste Gericht. Vielleicht werden dir dann deine Sünden vergeben.“ „Aber es ist so dunkel, wie soll ich den Weg zurück finden?“ Der Teufel warf Jack ein Stück glühende Kohle aus der Hölle hin. „Da, die Kohle leuchtet dir den Weg!“ Jack wollte die Kohle aufnehmen, aber sie war zu heiß. „Wie soll ich die Kohle tragen?“ Jack jammerte und heulte, er tat sich unendlich leid. Da sah der Teufel einen Kürbis in Jacks Provianttasche. Er nahm den Kürbis, höhlte ihn aus, schnitzte ein Gesicht in die Kürbisschale und legte die Kohle hinein. „Hier, nimm diese Laterne und mach’, dass du auf die Erde kommst. Dein Gejammer vertreibt mir ja die Kundschaft!“

Mit hängenden Schultern und eingezogenem Kopf, schlich Jack mit der Laterne, genannt Jack o’Lantern, davon. Sein Kürbis leuchtete ihm den Weg zwischen den Welten. Seit jener Nacht ist die Kürbislaterne das Symbol für die ruhelosen Seelen, die weder einen Platz im Himmel, noch einen Platz in der Hölle gefunden haben.

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