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Berühmte Indianer im Kidsweb-Indianer-Spezial
Crazy Horse oder Tashunka Witko, so sein indianischer Name, war ein bekannter Kriegshäuptling der Ogala-Indianer, einem Stamm, der zu den berühmten Sioux gehörte und in den westlichen Plains lebte. |
Aus dem englischen übersetzt würde Crazy Horse „verrücktes Pferd“ heißen.
In der Übersetzung im indianischen Sinn, bedeutet der Name jedoch „der, der ein durchgehendes Pferd gesehen hat“.
Am Tag seiner Geburt, um das Jahr 1839 herum, galoppierte ein Pferd, das seinem Besitzer durchgegangen war, durch das Indianerdorf und verursachte eine große Aufregung.Als Jugendlicher wurde Crazy Horse „Curly“ genannt, weil er lockiges Haar hatte. |
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Crazy Horse lieferte sich viele Kämpfe mit den amerikanischen Soldaten. Zusammen mit dem Häuptling und Medizinmann Sitting Bull erkämpfte er mit den Stämmen der Sioux, Arapaho und Cheyenne den größten Sieg der Indianer am 25. Juni 1876 in der Schlacht am Little Big Horn. Er wurde 1877 von einem US-Soldaten ermordet, als er in das Fort Robinson, seinem Gefängnis aus dem er angeblich zuvor geflohen war, zurückkehrte. Er wehrte sich gegen seine Verhaftung, die durch eine Verschwörung und ein Missverständnis zustande gekommen war. Während dieser Auseinandersetzung verletzte ein Soldat Crazy Horse so schwer, dass dieser noch in derselben Nacht starb. In Erinnerung an seinen Todestag am 6. September treffen sich jedes Jahr Ogala-Sioux an dem Ort, wo er gestorben ist.
Geronimo war ein berühmter Medizinmann und Häuptling der Apachen, der 1829 geboren wurde. In seiner Sprache lautete sein Name Goyathlay, „jener, der gähnt“. Nach dem seine gesamte Familie von Mexikanern getötet worden war, floh er mit einigen Kriegern aus dem Reservat San Carlos. Er überfiel über zwei Jahre lang die amerikanischen Siedlungen im Südwesten Nordamerikas und leistete erbitterten Widerstand gegen die Soldaten. 1886 gab er auf und wurde zusammen mit seinen Männern zur Zwangsarbeit verurteilt. 1909 starb er als Gefangener im Fort Sill in Oklahoma.
Im Gegensatz zu Geronimo hat es Winnetou, den Häuptling der Mescalero-Apachen, nie gegeben. Er ist der Held in den Abenteuerromanen des Wilden Westens von
Karl May. Von 1893 bis 1910 schrieb der Schriftsteller seine Winnetou-Romane ohne je selber die Prärie bereist zu haben.
Moctezuma II. oder auch Montezuma II. war der letzte Herrscher der Azteken. Sein Name heißt übersetzt „zorniger Herr“. Er wurde um 1465 geboren und starb 1520 in Tenochtitlán, der Gründungsstadt des mächtigen Aztekenreichs. Der Glaube der Azteken wurde Moctezuma und seinem Reich zum Verhängnis: Er glaubte nämlich 1519, der Schlangengott Quetzalcoatl sei in Gestalt des spanischen Eroberers Hernán Cortez heimgekehrt. Die eigentümlichen Zauberwaffen, die Feuer spuckten, die merkwürdigen Tiere, auf denen die Spanier ritten und die spiegelnden Rüstungen mögen seinen Verdacht verstärkt haben. Deshalb erkannte er die Bedrohung, die von Cortes ausging, viel zu spät. Der sonst nicht zimperliche Aztekenherrscher hatte plötzlich Angst, er könnte den Gott erzürnen und sich damit ins Verderben stürzen. Stattdessen wurde er von Cortes und seinen Männern mit einer List gefangen genommen und später getötet. Die Stadt Tenochtitlán wurde dem Erdboden gleichgemacht und der Untergang der Hochkultur der Azteken besiegelt. Eine Legende erzählt, dass Moctezuma kurz vor seinem Tod die Spanier verflucht haben soll, in dem er Rache schwor und ihnen fürchterliches Leid voraussagte. Eine Krankheit, die Urlauber auf Fernreisen befallen kann und heftige, schmerzhafte Durchfälle auslöst, wird daher auch „Moctezumas Rache“ genannt. Um „der Rache Montezumas“ zu entgehen, soll man in bestimmten Reisegebieten der Erde nur abgekochtes Wasser, gekochtes oder geschältes Obst und Gemüse zu sich nehmen. Im Wasser dieser Länder befinden sich Bakterien, die diese Erkrankung verursachen.
Pocahontas, die berühmte „Indianerprinzessin“ lebte von 1595 bis 1617. Sie wurde in Virginia als Tochter des Häuptlings Powhatan geboren und starb unter dem Namen Rebecca Rolfe in der Nähe von London. Als 18-jährige wurde sie von englischen Soldaten verschleppt und als Geisel genommen. Während ihrer Gefangenschaft verliebte sie sich in den Pflanzer John Rolfe. Doch zu dieser Zeit war eine Hochzeit zwischen einer Indianerin und einem „Weißen“ fast unmöglich. Vor allem weil ihr Stamm in einem erbitterten Krieg mit den englischen Siedlern lag, die immer mehr Land vom Volk der Powhatan forderten. Pocahontas trat jedoch zum christlichen Glauben über, wurde 1614 auf den christlichen Namen Rebecca getauft und heiratete John Rolfes. So erklärt sich ihre Namensänderung. Die Hochzeit der beiden stiftete sogar Frieden zwischen den Powhatans und den Siedlern. Als Rebecca 1616 mit ihrem Mann nach London reiste und am englischen Hof dem König vorgestellt wurde, begrüßte man sie dort als Indianerprinzessin und Botschafterin ihres Stammes. Das hatte wohl auch etwas damit zu tun, dass sie nicht mehr wie eine Indianerin aussah, denn sie hatte die Kleidung und Sitten der Europäer voll und ganz angenommen. Eine ganz andere „Liebesgeschichte“ erzählt ein bekannter Zeichentrickfilm von der Häuptlingstochter und dem englischen Abenteurer und Kapitän John Smith. Doch diese Geschichte gehört in das Reich der Märchen und Legenden.
Sitting Bull, der „sitzende Büffel“ oder mit indianischem Namen Tatanka Iyotanka, wurde um 1831 in Süddakota geboren. Er war einer der großen indianischen Häuptlinge und Anführer im Kampf um die Rechte der Indianer. Sitting Bull war der Medizinmann der Hunkpapa-Sioux und ihr alleiniger Oberhäuptling. Ihm war es gelungen, die Krieger der Sioux, Cheyenne und Arapahoes im Widerstand gegen die „Weißen“ zu einigen. In der Schlacht am Little Big Horn, im Jahr 1876, kämpfte er zwar nicht selbst, aber er hatte während eines Sonnentanzes den richtigen Ausgang der Schlacht vorausgesehen.
Zuvor hatte die amerikanische Regierung 1868 einen Vertrag mit Sioux geschlossen, in dem die Vereinigten Staaten bestätigten, dass die Stämme ihr eigenes Land als Reservation behalten durften. Im Gebiet der Black Hills, den heiligen Hügeln, entdeckten im Jahr 1874 Soldaten bei einer geheimen Expedition Gold.
Das führte dazu, dass sich bald mehr als 150.000 Goldsucher auf den Weg in das Land machten und es zu Auseinandersetzungen mit den Indianern kam. Nun versuchte die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika das „Goldland“ von den Indianern zu kaufen. Doch den Stämmen ging es nie um das Edelmetall, sondern um ihren heiligen Ort, an dem auch Sterbezeremonien stattfanden. Da sie ihr Land nicht verkaufen wollten, beschloss die Regierung es ihnen einfach wegzunehmen.
Doch die drei Stämme und ihre Führer Sitting Bull, Crazy Horse und Lame White wehrten sich erbittert gegen die Vertreibung. Am 25. Juni 1876 kam es zur Schlacht am Little Big Horn. Etwa 1.100 Krieger kämpften gegen eine US-Kavallerie von etwa 650 Soldaten und Scouts, die unter dem Befehl von General George A. Custer standen. Innerhalb einer Stunde hatten die Indianer die Soldaten besiegt und Custer getötet. Die Stämme hatten zwar ihren größten Sieg errungen, aber es war auch der letzte gewonnene Kampf gegen die US-Soldaten. 1877 zog Sitting Bull mit seinen Kriegern nach Kanada. Er kämpfte weiter gegen die Aufteilung des Sioux-Landes. 1890 wurde er von Polizisten bei seiner Verhaftung ermordet. Kurze Zeit später kam es zum Völkermord am Wounded Knee. Von Sitting Bull stammt unter anderem der Satz:
„Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.“
Sequoyah war der Häuptling der Cherokee. Um 1730 wurde er als Sohn einer Cherokee-Häuptlingstochter und eines europäischen Händlers in San Fernando im heutigen US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Er war von der lateinischen Schrift so begeistert, dass er über 10 Jahre lang an einem Alphabet arbeitete, dass aus der Sprache der Cherokee und unseren Buchstaben besteht. Mit diesem Cherokee-Alphabet wurde ab 1828 dann sogar eine Cherokee-Zeitung herausgebracht. Das Alphabet wird auch heute noch für die Cherokee-Sprache benutzt.
Text: Nicole Potthoff
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