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Indianer-Spezial

Azteken

Azteken, Maya und Inka – Goldene Zeiten und ihr schlimmes Ende

Die Natur ist etwas, das der Mensch nicht geschaffen hat. Das Gegenteil von ihr ist die Kultur.

Sie ist eine rein menschliche Leistung.

Die Bewirtschaftung von Feldern ist ebenso eine Kultur wie das Komponieren eines Liedes, die Erfindung einer Sprache oder die Wahl eines Anführers.

Alles was eine Gemeinschaft - ein Volk - im Laufe von Jahren, Jahrzehnten oder Jahrtausenden erdenkt, erfindet, entwickelt und hervorbringt ist eine gewaltige Ansammlung von Wissen und Informationen.

Sprache, Bildung, Wissenschaft, Religion, Kunst und Politik – das alles ist Kultur. Wir kennen Tischkultur und Streitkultur, selbst im Wort und im Inhalt des Kulturbeutels steckt sie drin. Kultur will gehegt und gepflegt werden, man kann sie rückwärts betrachten und nach vorne weiterentwickeln. Manchmal geht sie unter, wie bei den Maya, Inka und Azteken in Mittel- und Südamerika.

Diese drei großen Reiche waren so genannte Hochkulturen. Was bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen Völkern ihrer Zeit bereits einen sehr hohen Entwicklungsstand hatten.
Die Völker der Maya, Inka und Azteken lebten in Städten, hatten eine gesellschaftliche und staatliche Ordnung, eine Religion, betrieben Ackerbau und Handel, hatten jeweils eine eigene Schrift und eigene Kunstformen. Im Gegensatz zu den Stämmen der nordamerikanischen Indianer gründeten sie Staaten. Sie erfanden Systeme, in denen der Einzelne Abgaben zu leisten oder seine Arbeitskraft für den Staat einzusetzen hatte. Auch dass sie ihre Krieger in Heerscharen organisierten, unterschied sie von den Ureinwohnern Nordamerikas.

Die Azteken – das mächtigste Volk Mexikos

Eigentlich stammten die Azteken aus Atzlán, so wird es in einer Legende erzählt. Von dort aus wanderten sie im 14. Jahrhundert in das Tal von Mexiko. Sie selbst nannten sich Mexica. Die Bezeichnung Azteken soll der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt zu Beginn des 19. Jahrhunderts geprägt haben. Doch eigentlich waren die Mexica auch nur ein Stamm von sieben, die Mexiko für sich entdeckt hatten. Die Mexica gründeten 1325 auf einer Insel im Texcoco-See die Stadt Tenochtitlán. In direkter Nachbarschaft hatten die Acolhua die Stadt Texcoco und die Tepaneken die Stadt Tlacopán gegründet. 1428 schlossen sich diese drei Stadtstaaten zusammen. Es entstand der aztekische Dreibund, mit dem der Grundstein für das große Aztekenreich gelegt wurde. Mit vielen Eroberungsfeldzügen gelang es dem Bund sein Herrschaftsgebiet auszuweiten und mehr als 30 Stämme zu unterjochen. Mit Sklaven und Abgaben, die sie zahlen mussten, vergrößerten diese Stämme den Reichtum der Azteken zunehmend. Das Zentrum der Macht war die Stadt Tenochtitlán, von dort wurde das Reich verwaltet und reger Handel betrieben. Die gemeinsame Sprache war Náhuatl. Auch heute noch wird Náhuatl von den Nachfahren der Azteken in Mexiko gesprochen.
Die Schrift der Azteken bestand aus Bildern und Symbolen, mit denen ebenfalls in Zwanzigerschritten gerechnet wurde. Zwei Kalender, einer für das Erntejahr und einer für die religiösen Rituale, teilten das Jahr ein. Aus der Rinde von Feigenbäumen stellten die Azteken Papier her. Vieles von dem, was wir über die Azteken wissen, steht in gefalteten Büchern, den so genannten Kodizes. Ein Kodex, also ein Buch, wurde von Schreibern in einer Bilderschrift verfasst und wie ein Leporello gefaltet.

Die Welt der Azteken war wohl geordnet. Hoch in den Himmel reichende Pyramiden bildeten das religiöse Zentrum der Stadt Tenochtitlán. Dort herrschten die Priester und stimmten die Götter mit Menschenopfern gnädig. Edelleute stellten ihren Reichtum zur Schau. Ein Aztekenherrscher war einem Gott gleich und lebte in großem Luxus.

Wie im Mittelalter trugen die Ärmsten der Azteken die größten Lasten und stellten den größten Anteil der Bevölkerung dar: Bauern, Händler und Sklaven waren gewissermaßen rechtlos. Ein Drittel dessen, was die Einwohner und die unterworfenen Völker ernteten oder erwirtschafteten, mussten sie dem Aztekenherrscher abliefern. Gold, Silber und Edelsteine gab es im Aztekenreich im Überfluss. Kaum vorstellbar, dass auch Kakaobohnen so wertvoll waren, dass sie sich nur Adlige leisten konnten und als Zahlungsmittel eingesetzt wurden. Für 100 Kakaobohnen konnten sie sich einen Sklaven kaufen. Im Schatzhaus des Aztekenherrschers lagerten ungefähr eine Milliarde der bitteren, braunen Bohnen aus der das Azteken-Gold oder Chocolatl zubereitet wurde.

Als am 21. April 1519 der spanische Eroberer Hernán Cortez mit seinen Schiffen an der Küste des Aztekenreichs landete, sahen viele der unterdrückten Völker darin eine Chance, die Herrschaft der mächtigen Azteken zu beenden. Seit 1502 saß Moctezuma II. auf dem Aztekenthron. Seine Religion wurde ihm und seinem Reich zum Verhängnis:
Er glaubte nämlich, der Schlangengott Quetzalcoatl sei in Gestalt des spanischen Eroberers heimgekehrt. Die eigentümlichen Zauberwaffen, die Feuer spuckten, die merkwürdigen Tiere, auf denen die Spanier ritten und die spiegelnden Rüstungen mögen seinen Verdacht verstärkt haben. Deshalb erkannte er die Bedrohung, die von Cortes ausging, viel zu spät. Der sonst nicht zimperliche Aztekenherrscher hatte plötzlich Angst, er könnte den Gott erzürnen und sich damit ins Verderben stürzen.

Stattdessen wurde er von Cortes in Tenochtitlán mit einer List gefangen genommen. Die Spanier waren an der Kultur der Azteken überhaupt nicht interessiert. Sie waren wegen des Goldes gekommen und voller Habgier. Daher schreckten sie auch nicht vor einem Massaker während einer religiösen Zeremonie an Hunderten Azteken zurück.
Cortes war nur mit 500 Mann gelandet. Das verzögerte den Moment des Untergangs zwar, aber zwei Jahre später, am 13. August 1521, musste sich das mächtigste Volk Mexikos den neuen Herrschern ergeben. Die Spanier zerstörten ihre kulturellen Werte und Güter, raubten ihre Schätze und versklavten ein ganzes Volk. Die Stadt Tenochtitlán wurde dem Erdboden gleichgemacht. Das Gold der Azteken wurde eingeschmolzen und nach Spanien gebracht. Die Azteken wurden gezwungen, den christlichen Glauben anzunehmen. Krieg, Hunger und Misshandlungen führten zum Tod von Tausenden der Ureinwohner. Millionen von Menschen starben an Seuchen wie Pocken, Mumps, Masern, Typhus oder Tuberkulose. Krankheiten, die die Spanier aus Europa eingeschleppt hatten.

Doch nicht nur für die Azteken bedeutete die Ankunft der Spanier in Mittel- und Südamerika das Ende ihrer Hochkultur. Auch die Maya, Zapoteken, Mixteken, Totanaken und Inka verschwanden und mit ihnen ihre Errungenschaften, die in vielen Dingen erheblich fortschrittlicher waren, als die ihrer Eroberer.

Mittelamerika ist die Wiege vieler Kulturen. So sollen die Olmeken dort die Tempelpyramiden, Ballspiele, erste Schriften und die Kalenderrechnung erfunden haben.
Allerdings blühte die Kultur der „Leute aus dem Kautschukland“ nur gerade mal 1.100 Jahre.
Dennoch sind uns ihre gewaltigen Steinköpfe und ihr feiner Jadeschmuck als Andenken an ihre Zeit geblieben. Die Teotihuakaner und die Tolteken kamen und gingen vor den Azteken, die vieles aus der Kultur der Tolteken übernommen haben und sich als ihre Nachfahren sahen. Der Schlangengott Quetzalcoatl wurde sowohl von den Tolteken als auch später von Azteken verehrt.

Die Maya – die Griechen Mittelamerikas

Kein Mensch kann sagen, woher die Maya kamen und niemand weiß, warum sie vor 1.000 Jahren plötzlich ihre gigantischen Zentren verließen. Etwa um 2000 vor Christus siedelten sie sich in Guatemala, im Süden Mexikos und auf der Halbinsel Yucatan an. Sie waren Ackerbauern, aber auch geniale Baumeister und Künstler. Zum Bau ihrer Stadtstaaten, die von Priesterfürsten regiert wurden, benötigten sie enorme Kenntnisse der Mathematik. Alle   Mayastädte wurden für die Götter gebaut. Die Götter benötigten nach Ansicht der Maya als Nahrung nicht nur Gerüche, sondern auch die Lebensenergie und Geisteskraft von Menschen und Tieren. Aus diesem Grund wurden diese den Göttern geopfert. Sonne, Mond und Sterne spielten im Glauben und im Alltag der Maya ebenfalls eine große Rolle. Sie verglichen Sonne und Mond mit Federbällen, mit denen die Götter am Himmel spielten. Kein Wunder also, dass ihre riesigen Tempel und Pyramiden bis zu 65 m weit in den Himmel hineinragten und die Priester leidenschaftliche Astronomen waren. Mit Kreuzstäben, Jaderohren mit Schlitzen oder durch Sehschlitze in den Mauern der Sternwarten beobachten die Priester den Lauf der Gestirne. Sonnenfinsternisse wurden von ihnen berechnet und vorhergesagt, was ihnen großen Respekt und Ehrfurcht beim Volk einbrachte. Sie nutzten diese Kenntnisse aber auch für einen in Hieroglyphen geschriebenen Kalender, der für seine Zeit sehr genau war und mit dem sie jedes Datum in der Vergangenheit und in der Zukunft bestimmen konnten.

In ihrer Größe und Pracht waren die Mayastätten den ägyptischen Pyramiden und griechischen Tempeln sehr ähnlich. Jede Stadt hatte als Mittelpunkt einen Tempelbezirk, in dem sich ein Ballspielplatz befand. Dort fand ein Spiel statt, das das „Federballspiel“ der Götter nachahmen sollte und das bereits die Olmeken gespielt hatten: Ein schwerer Kautschukball musste von den Spielern durch steinerne Ringe geschossen werden, die an den Wänden in bis zu sieben Metern Höhe angebracht waren.

Die Maya entwickelten eine Schrift, die erst heute weitgehend entziffert ist. Das besondere daran war, dass sie die Einzigen waren, die damit Sprache vollständig in eine Schrift umsetzen konnten. Auch sie hielten ihre Ideen, Prophezeiungen und Legenden in Kodizes fest. Ihr Zahlensystem bestand nur aus drei Symbolen: eine Muschel stand für die Zahl Null, ein Punkt bedeutete eine Eins und ein Strich kennzeichnete eine Fünf.

Die Maya vollbrachten auch in der Landwirtschaft und im Kunsthandwerk erstaunliche Leistungen.

Die ältesten und größten Mayastädte liegen im südlichen Tiefland und im heutigen Guatemala. Dort fand man bei Forschungsreisen im 18. und 19. Jahrhundert, die heute noch zu bewundernden Tempelanlagen, wie die der einstmals großen Mayastadt Tikal.
Vor rund 1.000 Jahren verließen die Maya ihre Stätten und das schönste Reich der Welt zerbrach. Vielleicht lag es daran, dass immer wiederkehrende Kriege der Städte untereinander den Untergang verursachten, denn obwohl es eine gemeinsame Kultur gab, blieben die einzelnen Stadtstaaten unabhängig. Oder waren es lange Trockenzeiten, die die Maya veranlassten ihre Gebiete zu verlassen? Hatten sie sich selbst den Lebensraum durch ständiges Abholzen der Wälder zerstört? Vielleicht wird dieses Rätsel eines Tages gelöst. Als 1523 die ersten Spanier in Guatemala ankamen, wurden nach und nach auch die letzten kleinen Mayareiche erobert und unterworfen.

Die Nachfahren der Maya leben heute zum größten Teil in Guatemala, vom großen Glanz früherer Zeiten ist auch ihnen nichts geblieben.

Die Inka – Das riesige Reich des Sonnengottes Inti

Südamerika ist der viertgrößte Erdteil. Er lässt sich in drei Landschaften einteilen: das Hochgebirge der Anden mit verschiedenen Hochebenen, der tropische Regenwald am Amazonas und die Savannen mit dem Grasland der Pampas. Die Unterschiede im Klima und in der Tier- und Pflanzenwelt zwischen diesen drei Regionen sind gewaltig. In der Geschichte Südamerikas haben sich die dort lebenden Indianer ihren Lebensräumen anpassen müssen. Den größten Indianerstaat bildeten die Inka im Hochland des heutigen Peru. Sie herrschten im 13. und 16. Jahrhundert von Ecuador bis nach Chile, ein Gebiet so groß wie Halbeuropa. Wahrscheinlich kamen sie ursprünglich dem Tiefland des Amazonasgebietes. Sie nannten sich Töchter und Söhne der Sonne, als Nachfahren des großen Sonnengottes Inti. Ihre Sprache ist Quechua, die „Sprache der Menschen“. Neben vielen anderen Göttern wurden auch alle Inkaherrscher wie Götter verehrt. Ihr Titel war Sapa Inka. Die Inka-Hauptstadt Cuzco liegt in 3.500 m Höhe im Hochgebirge und war das religiöse, wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Reiches. Aus gewaltigen Steinblöcken schufen die Bewohner Häuser, Paläste und in der Mitte der Stadt den Sonnentempel.

Wie bei den Azteken und Maya hatten die Inka eine strenge Gesellschaftsordnung, an deren Spitze der Inkaherrscher stand. Beamte wurden eingesetzt um das Riesenreich zahlenmäßig zu erfassen und die Arbeit der Bauern zu überwachen. Dem Sapa Inka wurden dann die Zahlen über Geburten, Sterbefälle, Höhe der Mais- und Kartoffelernten, Anzahl der Lamas und Meerschweinchen des Reiches vorgelegt.
Das Zählen erfolgte mit Hilfe von farbigen Schnüren und Knoten, den so genannten Quipus.
Geld kannten die Inka nicht. Statt Abgaben steuerten die Einwohner mit ihrer Arbeitskraft zum Wohlstand des Reiches bei. Ihre Arbeitszeit teilte sich in drei gleiche Teile auf: Ein Drittel mussten sie für den Sonnenkult arbeiten. Das zweite Drittel wurde beim Militär oder beim Adel abgeleistet. Das letzte Drittel durften die Menschen für den eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familien aufwenden.

Die Inka waren hervorragende Landwirte. Nur so lässt sich die Bevölkerung eines solchen großen Staates auch ernähren. Sie kannten 20 verschiedene Maissorten, 240 Kartoffelarten, dazu kamen Bohnen, verschiedene Getreide wie Quinoa und Amarant, Kürbis, Tomaten, Paprika und exotische Früchte. Zu ihren Haustieren zählten Lamas, Alpakas, Enten und Meerschweinchen. An den Hängen des Hochgebirges wurden Terrassenfelder angelegt, die mit Kanälen bewässert wurden.

Die Baukunst der Inka reichte weit über das Bauen von Festungen, wie Machu-Picchu oder die Felsenterassen hinaus. Die 5.200 km lange Andenstraße und die 4.000 km lange Küstenstraße sind beachtlichen Leistungen der Straßenbauer, aber auch der Arbeiter.
Über den Rio Apurimac, einem Abschnitt des Amazonas, führt eine 60 m lange aus Pflanzenfasern geflochtene Hängebrücke, die von den Chasqui, den Stafettenläufern, genutzt wurde, um Nachrichten und Befehle des Sapa Inka zu überbringen. Die Stafettenläufer konnte auf diese Weise bis zu 400 km am Tag in dem 40.000 km umfassenden Straßennetz zurücklegen.

Bildung und Wissenschaft war den Inka wichtig. Sie errichteten das Yacha huaci, das Haus des Wissens, in dem junge Adelsmänner in Sprachen, Religion, Astronomie, Astrologie, Philosophie, Mathematik, Baukunst und Kriegsführung unterrichtet wurden.

Doch all ihr Wissen nutzte den Inka nicht, als am 15. November 1533 der spanische Eroberer und Abenteurer Francisco Pizarro mit nur wenigen hundert Männern die Hauptstadt Cuzco fast ohne Widerstand der Bevölkerung einnahm. Zuvor hatte er mit einer List und in einem Überraschungsangriff weit vor den Toren der Stadt den Inkaherrscher Atahualpa gefangen genommen und getötet. Der Tod ihres Sapa Inka machte die Inka kopflos. Ihr Herrscher war das Zentrum ihres Lebens, ohne ihn ging nichts mehr. Doch damit war ihr weiteres Schicksal und der Untergang des Inkareiches besiegelt. Die spanischen Eroberer zerstörten die Stadt Cuzco fast vollständig. Der letzte Inkaherrscher starb 1572, mit ihm auch der letzte Widerstand gegen die spanischen Eroberer und das Reich des Sonnengottes.

Text: Nicole Potthoff

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