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Faschingsbraeuche

Mummenschanz und Sambaschritt -
Wie Fasching hier und anderswo gefeiert wird

Karneval, Fasching oder Fastnacht: Die närrische Zeit hat je nach Region viele Namen und unterschiedliche Bräuche. In Nordrhein-Westfalen nennt man die tollen Tage Karneval. In Hessen, Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg wird die Fastnacht gefeiert, während es in Bayern, Brandenburg und Thüringen Fasching heißt.
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Selbst der Beginn der fünften Jahreszeit ist regional unterschiedlich. Fast überall in Deutschland wird vom 11.11. um 11:11 Uhr bis Aschermittwoch gefeiert, nur im Südwesten beginnt die Fastnachtszeit erst mit dem Dreikönigstag, dem 6. Januar. Der Zeitraum der Faschingszeit wird Session genannt, was so viel wie „Sitzung“ oder „Versammlung“ bedeutet.

Für alle Närrinnen und Narren sind die Tage vom „unsinnigen“ oder „schmutzigen“ Donnerstag über Rosenmontag bis Fastnachtsdienstag die schönsten Tage des Karnevals, denn dann finden überall die Umzüge und Karnevalssitzungen statt.

In Köln zieht jedes Jahr ein Rosenmontagszug mit einer Länge von 6 bis 7 km durch die Stadt. Bei dieser Länge wundert es nicht, dass der Umzug über vier Stunden dauern kann.
Seit 1823 hat jeder Rosenmontagszug ein Motto. Dieses Motto ist vor allem für die Gestaltung der Festwagen von besonderer Bedeutung. 1836 stand der Zug zum Beispiel unter dem Leitsatz „Der Stein der Weisen“. 1957 lautete das Motto „Lasst Blumen sprechen“ und 2005 hieß es „Kölle un die Pänz aus aller Welt“, was so viel heißt wie „Köln und die Kinder dieser Welt“. Daher hieß ein Prunkwagen dann auch treffend „Ihr Kinderlein kommet“. Mit riesigen Figuren aus Pappmaché werden jedes Jahr Politiker, Prominente oder ein Zeitgeschehen lustig dargestellt und verulkt. Fast 10.000 Mitglieder der Tanzgruppen, Karnevalsgesellschaften und Musikkapellen lassen es zu Fuß oder auf den fast 100 Wagen richtig krachen. Mehr als 1 Million Menschen schauen entlang der Strecke dem bunten Treiben zu. Bis zu 150 Tonnen Süßigkeiten, die „Kamellen“, werden in die Menge geworfen. Das Kölner Dreigestirn, aus Prinz, Bauer und Jungfrau, gehört zum Rosenmontagszug dazu wie der tausendfach schallende Jeckenruf „Kölle Alaaf!“.
Fragt man allerdings die Karnevalisten in Aachen, Düsseldorf oder Bonn muss es selbstverständlich nicht heißen „Alles außer Köln weg!“ sondern z. B. „Oche (Aachen) Alaaf!“, denn auch die dort stattfindenden Umzüge sind weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bekannt.

In der Mainzer Fastnacht begrüßen sich die Närrinnen und Narren mit einem lauten „Helau“.
Witzigerweise stammt dieser Narrenruf eigentlich aus Düsseldorf. Nach Mainz kam er mit einigen Mainzer Fastnachtsfreunden, die 1935 zum Düsseldorfer Karneval eingeladen worden waren. Die Mainzer Fastnacht ist weitbekannt für ihren großen Rosenmontagzug mit alten und prachtvollen Militäruniformen aus den verschiedensten Zeiten der Geschichte. Fast möchte man meinen, ein ganzes Museum sei hier auf den Beinen oder hoch zu Ross.
Eine weitere Besonderheit der Mainzer Fastnacht ist eine große Saalfeier mit vielen Büttenreden, Sketchen, Musik- und Tanzvorstellungen. Von dort stammt auch der Narhallamarsch, der beim Einzug der Närrinnen und Narren für richtig viel Stimmung im Saal sorgt.

Im Süden und Südwesten Deutschlands hat der Fasching eine sehr lange Tradition. Viele der alten Bräuche gehen auf die Zeit vor Christus zurück. In dieser Zeit waren Rituale, bei denen der Winter mit Feuer, gruseligen Gestalten, Schellen und Rasseln vertrieben werden sollte, für die Menschen sehr wichtig. Im bayerischen Fasching wird daher das „Schellenrühren“ immer noch fleißig betrieben. Mit großen Kuhglocken auf dem Rücken, einer Holzmaske auf dem Gesicht, mit einem weißen Hemd und einer zünftigen Lederhose bekleidet machen sich die „Schellenrührer“ daran, mit viel Lärm und Geläut den Winter zu verjagen. Die Faschingsfeiern in der Landeshauptstadt München erreichen ihren Höhepunkt am Faschingsdienstag mit dem Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt.

Harlekin Der Südwesten Deutschlands feiert die schwäbisch-alemannische Fasnet mit Mummenschanz und Guggenmusik. Der Mummenschanz steht für die verkleideten und maskierten Gestalten, die tanzend und Unsinn treibend durch die Straßen ziehen. Sie tragen aus Holz geschnitzte Masken, die Larven oder Schemmen genannt werden. Die Kostüme heißen „Häs“ und werden innerhalb einer Familie weitervererbt. Dabei handelt es sich aber nicht um Hasenkostüme. Stattdessen stellen sie Teufel, wilde Leute, Hexen, Narren oder Figuren aus der schwäbisch-alemannischen Sagenwelt dar. Die Masken, die Farbenpracht der Verkleidungen mit den vielen Schellen und Glöckchen sind echte Hingucker, aber zum Teil auch ganz schön gruselig.
Die Guggenmusik ist eine völlig schräg und falsch gespielte Blasmusik. Die Musiker tragen ebenfalls Masken und Kostüme, denn niemand darf erkannt werden! Der Umzug der „Hästräger“ und Musiker wird Narrensprung genannt, genauso wie die Tanzschritte der Narren zur Fasnetmusik. Bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet geht es recht deftig und manchmal auch rüpelhaft zu. Da wird gerasselt, getrommelt, mit Besen gedroht und es ertönt ein schaurig-schönes „Ho Narro“.

Von Basel bis Rio und anderswo sind alle Narren am Fasching froh

Die schwäbisch-alemannische und die Basler Fasnacht in der Schweiz haben dieselben Wurzeln. Kein Wunder also, dass sich die Feiern stark ähneln. Die Basler Fasnacht dauert jedoch nur 72 Stunden und beginnt am Montag nach Aschermittwoch um Punkt 4:00 Uhr am Morgen. Neben laut tönender Guggen- und Pfeifermusik ziehen ganze Banden von Harlekinen und Waggis durch die Straßen Basels. Die Waggis ist eine althergebrachte Verkleidung, die an einen riesengroßen Clown erinnert.

In Italien ist der Karneval in Venedig etwas ganz Besonderes. Die historischen Masken und Kostüme aus wunderbaren Stoffen und glänzenden Farben beeindrucken jedes Jahr die Besucher des Karnevals aufs Neue. Die ganze Stadt mit ihren Kanälen, Brücken und alten Stadtschlössern ist die Kulisse für eine zauberhafte Märchenwelt. Die Stimmung ist nicht überschäumend fröhlich wie bei beim Karneval in Köln. Stattdessen ist sie eher ein wenig wehmütig. Die Kostümträgerinnen und – träger bewegen sich voller Anmut, ohne Hast und mit einem Hauch des Geheimnisvollen durch die Gassen Venedigs.

Der Fasching in Dänemark heißt „Fastelavn“ und geht auf einen alten Heischebrauch zurück. Heischebräuche sind eine alte Sitte bei der meistens Kinder von Haus zu Haus ziehen und von den Bewohnern Gaben erbitten oder einfordern. Halloween ist ebenfalls ein Heischebrauch. Am Faschingsmontag verkleiden sich die dänischen Kinder und ziehen mit Blechdosen von Tür zu Tür. Dabei singen sie ein Lied, mit dem sie die Hausbewohner um ein wenig Taschengeld bitten. „Fastelavnriset“ ist ein Bündel Zweige an dem Süßigkeiten hängen, das jedes Kind zum Fasching geschenkt bekommt.

Pure Lebensfreude verströmen brasilianische Tänzerinnen und Tänzer beim weltberühmten Straßenkarneval in Rio de Janeiro. Jedes Jahr wird der Karneval von den Samba-Tanzschulen veranstaltet. Der Samba ist eine Musik und ein Tanz, der zum brasilianischen Leben dazugehört wie das Essen und Trinken. Diese Musik ist fröhlich und verbreitet gute Laune. Mit großen Wagen, die zu einem bestimmten Thema farbenfroh und prächtig geschmückt werden, tanzen Teilnehmer und Zuschauern zwei Wochen lang im Sambaschritt durch die Nächte.

Ob in Österreich, Frankreich, Belgien, Spanien, der Slowakei, Russland, Amerika, Sri Lanka oder anderswo auf dieser Welt – Karneval ist überall ein Fest der Freude und des Verkleidens. Wenigstens an drei Tagen im Jahr regieren ausschließlich Spaß und Schabernack.

Helau!

 

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