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Erntedank auf der ganzen Welt

Erntedank auf der ganzen Welt

Ernten und danken – seit die Menschen Ackerbau und Viehzucht betreiben, gehört der Erntedank zu den wichtigen Festen im Jahreskreis. Rituale und Feiern zum Erntedank werden von allen Völkern und in allen Religionen gefeiert.

Griechen, Römer und Ägypter brachten in der Antike ihren Fruchtbarkeitsgöttern Opfer dar. Kelten feierten im August das Kornfest und zur Tagundnachtgleiche das Weinfest.

Auch die Germanen feierten den Herbstanfang und die Erntezeit mit einem dreitägigen Fest. Mit verschiedenen Ritualen dankten sie ihren Göttern für eine reiche Ernte. Für das Pferd Sleipnir, das dem Hauptgott Odin gehörte, wurde auf dem Feld ein Büschel Korn stehengelassen und aus den letzten Korngarben wurde ein Erntedankkranz geflochten. Über die Jahrtausende sind einige der Rituale sogar bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. So werden in Frankreich heute noch nach der Weinlese Erntefeste gefeiert. Erntedankkränze schmücken unsere Kirchen und Festtagswagen. In Japan feierte man früher Niinamesai. Es war ein Ritual, bei dem der Kaiser den frisch geernteten Reis den Göttern opferte. Heute feiern die Japaner im November stattdessen Kinrô Kansha no Hi, den „Tag des Dankes für die Arbeit“.

In manchen Religionen wird sogar zweimal im Jahr ein Erntedankfest gefeiert. Im Mai/Juni wird im Judentum Schawuot gefeiert. Aus diesem Fest hat sich das christliche Pfingstfest entwickelt. Im Herbst feiern die Juden dann das Laubhüttenfest, das sieben Tage dauert. Dazu wird eine Sukka, eine Hütte, errichtet und mit Erntegaben geschmückt. Daher hat das Fest auch seinen hebräischen Namen Sukkot.
Im Islam ähneln der Fastenmonat Ramadan und das daran anschließende Ramadanfest einer Erntedankfeier. Durch das tägliche Fasten, fünf Gebete am Tag und die Lesungen aus dem Koran setzen sich die Muslime in dieser Zeit sehr stark mit der Schöpfung und Gnade Gottes auseinander. Auch außerhalb des Ramadans beginnen alle täglichen Gebete mit den Worten „Alhamdu lillahi rabbi al-alamin“, was übersetzt bedeutet: Wir danken Allah (Gott), dem Herrn der Welten.
Im Hinduismus feiern die Gläubigen Mitte Januar die Wintersonnenwende und den Beginn der Erntezeit mit dem Fest Makar Sankranti. Zu diesem Fest lassen die Menschen Drachen in den Himmel steigen. Im südlichsten Bundesstaat Indiens, in Tamil Nadu, heißt das Fest Pongal und dauert drei Tage.
Im September wird in Kerala, im Südwesten Indiens, das große, bunte Erntefest Onam gefeiert. Es dauert zehn Tage lang. Mit Schlangenbootrennen und traditionellen Tänzen ehren die Gläubigen König Mahabali, der - einer Legende nach – an diesem Tag aus der Verbannung zurückkehrte und sein Volk auf der Erde besuchte.
In China, Vietnam und Taiwan werden Mondfeste gefeiert, mit denen die Seelen der Verstorbenen geehrt und Erntedank gefeiert wird. Diese Erntefeste finden nach dem Mondkalender am „15. Tag nach dem achten Monat“ statt. Zu diesen Festen kommen alle Familienmitglieder zusammen, betrachten den Mond und essen Mondkuchen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Erntedankfest Thanksgiving ein nationaler Feiertag am vierten Donnerstag im November. Nur in Kanada wird Thanksgiving am zweiten Montag im Oktober gefeiert. Alle Mitglieder einer Familie treffen sich zum Thanksgiving-Essen, dessen Hauptspeise aus einem gefüllten Truthahn besteht.

 

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