Für uns wird diese Ausweitung jetzt richtig spannend, denn die Gebiete rechts des Rheins waren von germanischen Stämmen – unseren Vorfahren – besiedelt.Und diese Stämme ließen sich von Caesar und seinen Nachfolgern nicht kampflos unterwerfen. Im Gegenteil, immer wieder drangen sie in die Herrschaftsgebiete der Römer ein und überfielen Lager und Kastelle. Bereits 120 v. Chr. waren die Kimbern und Teutonen, zwei Germanenstämme, Richtung Italien gezogen und hatten Rom und seinen Bewohnern das Fürchten gelehrt. Mit der großen Varus- oder Hermannsschlacht im Teutoburger Wald vor 2000 Jahren und dem Sieg der Cherusker endete dann auch die Herrschaft Roms über das rechtsrheinische Gebiet Germanien. Das Lied „Als die Römer frech geworden“ handelt von diesem Krieg, mit dem die weitere Ausdehnung des Römischen Reichs Richtung Norden verhindert wurde.
Für Schlauwebbis
Vater, Mutter, Kinder, Oma, Opa, Tante, Onkel - alle Menschen, die miteinander blutsverwandt sind, bilden eine Familie.
Durch Heirat kommen Schwiegerkinder, Schwägerin und Schwager mit ihren Familien dazu und schon wird aus einer Großfamilie ein Clan oder eine Sippe.
Mehrere Clans oder Sippen bilden einen Stamm. Schließen sich verschiedene Stämme zusammen, nennt man sie ein Volk. Womit gemeint ist, sie sind „viele“. Haben die Menschen eine gemeinsame Sprache, die gleiche Abstammung, Traditionen, Sitten und Gebräuche werden sie als Nation bezeichnet. Ein Begriff der aus dem alten Rom. Unsere Vorfahren waren Angehörige vieler verschiedener germanischer Stämme und Völker. Dazu mischten sich je nach Region keltische, slawische und baltische Stämme. Im Bundesland Bayern leben auch heute noch vier Stämme als Volk zusammen: die Bajuwaren, die Franken, die Schwaben und die Sudetendeutschen. |
500 Jahre gemeinsame Geschichte schrieben die Römer und unsere germanischen Vorfahren. Der Limes, die beindruckende Grenze aus Wällen, Gräben, Palisaden und Kastellen zwischen dem Römischen Reich und Germanien, ist mit seinen 550 km zumindest das längste Erbe, das die Römer hinterlassen haben. Aus den vielen römischen Kastellen und Legionslagern entlang des Limes und seiner Umgebung sind Städte wie Köln, Bonn, Regensburg, Mainz, Xanten oder Trier entstanden.
Tacitus, ein römischer Geschichtsschreiber über Menschen in Germanien:
… wild blickende blaue Augen, rötliches Haar und große Gestalten … Für Strapazen und Mühen bringen sie nicht dieselbe Ausdauer [wie die römischen Soldaten] auf, und am wenigsten ertragen sie Durst und Hitze; wohl aber sind sie durch Klima oder Bodenbeschaffenheit gegen Kälte und Hunger abgehärtet. … Allgemeine Tracht ist ein Umhang, mit einer Spange oder notfalls einem Dorn zusammengehalten. Im übrigen sind sie unbekleidet; ganze Tage verbringen sie so am Herdfeuer. Nur die Reichsten haben noch Untergewänder … Man trägt auch Tierfelle …
Die Germani, wie Caesar sie nannte, waren jedoch nicht ein Volk, wie der Ausdruck zunächst vermuten lässt. Germanien war die Heimat vieler verschiedener Stämme, scheinbar gleichen Ursprungs. Weit über das Land verstreut, lebten die Menschen in einzelnen Dorfgemeinschaften oder auf kleinen Höfe – unabhängig voneinander und nur für die eigene Sippe (man kann auch sagen „Suppe“) wirtschaftend. Der Reichtum der Menschen bestand vor allem darin, sehr erfolgreich Landwirtschaft und Viehzucht zu betreiben. Mit Rindern, Ziegen und Schafen wurde fleißig gehandelt. Richtigerweise waren es Tauschgeschäfte, denn Münzen und ihre Bedeutung lernten die Germanenstämmen erst durch die Römer kennen. Auch die Kunst des Lesens und Schreibens war unter den Germanen zu dieser Zeit noch nicht entwickelt. Runenzeichen tauchten in der germanischen Geschichte erst sehr viel später auf. Dafür beherrschten die Menschen die Kunst der Metallverarbeitung, hatten eigene Rechtsordnungen und wählten ihre Anführer durch Abstimmungen.
Wie bei den Indianern hatten dann die gewählten Stammeshäuptlinge das Sagen, aber nur so lange wie alle anderen Stammesmitglieder mit ihnen zufrieden waren. Nur wenige Stämme nannten ihre gewählten Anführer bereits „König“.
Mal kamen Stämme gut miteinander aus, mal lagen sich andere wiederum in den Haaren. Man kann durchaus sagen, dass die Germanen insgesamt sehr kriegerisch waren. Die Römer haben dies bei ihren Versuchen die germanischen Gebiete einzunehmen, immer wieder zu spüren bekommen. Der Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang der einzelnen Stämme war dabei immer eine treibende Kraft.
So unterschiedlich die Lebensweisen der Römer und Germanen waren, auch bei den Cheruskern, Sachsen, Friesen usw. spielten Götter die Hauptrolle. Odin & Co. bestimmten mit ihrem göttlichen Willen das Leben der Menschen in den „unwirtlichen Wäldern oder mit wüsten Sümpfen“. So zumindest beschreibt der römische Geschichtsschreiber Tacitus die Landschaft Germaniens.Aus seinen Schriften wissen wir, neben archäologischen Funden, überhaupt erst so viel über das Leben der Germanenstämme.
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Bei den Germanen herrschte Wodan, in Skandinavien als Odin bekannt, über die Götter und Menschen. Sein Sohn Donar oder Thor ist der Gott des Donners und Besitzer eines gewaltigen Hammers. Donar haben wir unseren Donnerstag zu verdanken. Die Götterdämmerung ist nicht nur Teil einer Oper von Richard Wagner, sondern im germanischen Glauben der Untergang der Welt. |
Trotz des vielstimmigen Kriegsgeheuls und den erbitterten Kämpfen zwischen Römern und Germanen fanden die römischen Eroberer auch Verbündete unter den Stämmen. Es gab durchaus einen regen Handel und Warenaustausch zwischen den beiden Kulturen, die gegensätzlicher nicht sein konnten.
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Die Natur ist etwas, das der Mensch nicht geschaffen hat. Das Gegenteil von ihr ist die Kultur. Sie ist eine rein menschliche Leistung. Die Bewirtschaftung von Feldern ist ebenso eine Kultur wie das Komponieren eines Liedes, die Erfindung einer Sprache oder die Wahl eines Anführers. Alles, was eine Gemeinschaft - ein Volk - im Laufe von Jahren, Jahrzehnten oder Jahrtausenden erdenkt, erfindet, entwickelt und hervorbringt, ist eine gewaltige Ansammlung von Wissen und Informationen.
Sprache, Bildung, Wissenschaft, Religion, Kunst und Politik – das alles ist Kultur. Wir kennen Tischkultur und Streitkultur, selbst im Wort und im Inhalt des Kulturbeutels steckt sie drin. Kultur will gehegt und gepflegt werden, man kann sie rückwärts betrachten und nach vorne weiterentwickeln. |
Die Wikinger stammen übrigens von germanischen Stämmen aus dem Nord- und Ostseeraum ab, aber das ist wieder ein ganz anderes kidsweb-Spezial
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