Im Laufe ihrer Herrschaft legten die Römer viele Straßen für den Handel und das Militär an, auf deren Verlauf wir heute noch fahren. Wir können eigentlich überall dort, wo die Römer waren, ihre Spuren finden. Das können vollständige Gebäude wie das Pantheon in Rom sein, die Ruinenstadt Leptis Magna im heutigen Libyen, Teile der Eifelwasserleitung in Nordrhein-Westfalen oder die 540 km lange Via Appia von Rom nach Brindisi in Süditalien.
Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
Søren Kierkegaard
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Anhand der Bauweisen und der verwendeten Materialien können wir uns ein sehr gutes Bild über ihre Baukunst und den damaligen technischen Fortschritt machen. Sie bauten Aquädukte für die Wasserversorgung, Abwasserkanäle unter den Straßen für die Hygiene, entwickelten eine Zentralheizung, das hypocaustum und Badehäuser mit caldarium, einem Schwitzraum. |
Heute würde man Wellnessanlage dazu sagen, denn dem Besucher eines großen Badehauses mangelte es an nichts: Barbiere, Friseure, Kosmetiker für die Schönheitspflege, eine Bibliothek für die geistige Erbauung und Sporträume.
Dachpfannen, Dachrinnen und Backsteine wurden aus Ton geformt und anschließend in großen Öfen gehärtet. Die Römer waren nicht nur ausgezeichnete Planer, Techniker und Baumeister. Sie waren auch hervorragende Handwerker, die aus Backsteinen und Mörtel Bauwerke mauerten, die so felsenfest waren, dass sie seit über zwei Jahrtausenden bestehen. Viele ihrer technischen Errungenschaften und Erfindungen sind die Grundlage für Weiterentwicklungen gewesen, die für uns mittlerweile selbstverständlich sind.
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Beinahe jede römische Stadt hatte ein Theater und ein Amphitheater. Das forum war ein großer, freier, öffentlicher Platz mit überdachten Säulengängen, in denen es Geschäfte gab. Eine Basilika an einem Forum war eine große Halle, wo Amtsgeschäfte erledigt und Gericht gehalten wurde. Das Rathaus, die curia, war meist gleich nebenan. |
In der Mitte des Platzes gab es Marktverkäufer mit Ständen. In großen Städten lebten die meisten Römer in Mietskasernen mit mehreren Stockwerken, je nach Stand in kleinen Einzelzimmern oder mehreren Wohnräumen. Ein domus, ein eigenes Stadthaus, konnten sich nur die wenigen Reichen und Adeligen leisten.
Diese legten dann auch sehr viel Wert auf die Innenausstattung ihrer Häuser.
Zu den wichtigsten Möbelstücken gehörten Liegen und Betten. Tische aus Marmor oder Stein, schwere Truhen und Schränke aus Holz oder Metall und sogar Klappstühle gehörten zur Einrichtung. Statuen, Säulen, große Wandgemälde oder prachtvolle Bodenmosaike sind uns zum Teil bis heute erhalten geblieben. So können wir uns z. B. ein Bild über die Kleidung der reichen Römer machen, die sich gerne auf einer Wandmalerei abbilden ließen.
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Wann immer Archäologen eine Ausgrabungsstätte finden, sammeln und ordnen sie Tonscherben, Werkzeuge, Schmuck, Haushaltsgegenstände, Spielzeug oder Münzen einer bestimmten Zeit zu. Auf alten römischen Münzen sind oftmals Ereignisse abgebildet, die z. B. eine Zuordnung über römische Schriften möglich machen. |
Für Schlauwebbis
Die Archäologie befasst sich mit der Geschichte der Menschheit. Archäologen der Ur- und Frühgeschichte erforschen alle Fundstücke und Hinterlassenschaften der Menschen von der Steinzeit bis zum Mittelalter. |
In der späten Kaiserzeit gab es allein in Rom 29 Bibliotheken. Von den handschriftlichen Originalen auf Papyrus oder codices gibt es nur noch sehr wenige, dafür aber Abschriften aus dem Mittelalter.
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Neben dem handschriftlichen Kopieren von Büchern in den Skriptorien, den Schreibsälen der Klöster, wurde die hohe Kunst der Buchmalerei betrieben. Deshalb existieren heute in vielen Klöstern wunderbare Bibliotheken, in denen das Wissen der antiken Schriftgelehrten und Philosophen, Theaterstücke, Gedichte und Briefe auf alten Pergamentblättern und in dicken Holzeinbänden verewigt sind. |
Diese wertvollen Dokumente geben uns Einblicke in die Geschichte, die Denk- und Lebensweise, das politische und kulturelle Leben im Römischen Reich.
Für Schlauwebbis
Alphabete veränderten sich Laufe der Jahrtausende. Damit einher erfanden die Menschen auch immer wieder neue Schriften, Schreibgeräte und Materialien zum Beschriften. Im 2. Jahrhundert stellten die Chinesen bereits Papier her, das zunächst jedoch zu Taschentüchern und Toilettenpapier verarbeitet wurde. 1.000 Jahre später fand das Papier seinen Weg über die arabische Welt nach Europa. Während sich in Bagdad schon seit 795 eine Papiermühle drehte, wurde in Nürnberg 1390 die erste deutsche Papiermühle zur Papierherstellung errichtet.
Auch die Form der Bücher veränderte sich: Die Schrift- oder Buchrolle aus Papyrus oder Pergament wurde in der Antike nach und nach durch den Kodex ersetzt, einem Block aus gebundenen Holztafeln oder Papyrus- bzw. Pergamentblättern. Der Kodex stellt die Urform des heutigen Buches dar, das im Mittelalter erfunden wurde. |
So wirken die Vorstellungen der Römer über das Recht und die Gerechtigkeit, die Kaiser Justinian I. 529 als Gesetzessammlung niederschreiben ließ, bis heute in unseren deutschen Gesetzen.
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