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Die Römer
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Die Römer
Römer

Alles und jeder für Rom!

Rom war in der Antike die größte und mächtigste Stadt, in der zeitweise bis zu einer Million Menschen lebten. Die Stadt war wie ein riesiger Schlund, der sich alles einverleibte, was Menschen und Provinzen hergaben. Ohne die Ausbeutung der Menschen als Arbeitskräfte wäre Rom niemals zu solch großem Reichtum gelangt.

Da sich das Römische Reich immer mehr ausweitete, brauchte es für seine Eroberungen ein gut ausgebildetes Heer. Gleichzeitig mussten Rom und die eroberten Gebiete verwaltet und gegen feindliche Stämme und Völker verteidigt werden. Als Bürger Roms hatten alle Männer ein Stimmrecht in der Volksversammlung und mussten im Heer dienen. Für viele Männer bedeutete es, dass sie manchmal Jahre lang Tausende von Kilometern fern der Heimat und ihren Familien waren.

Für Schlauwebbis
Die Grenzen zwischen den Begriffen Familie, Sippe, Stamm und Volk sind fließend. Sie ändern sich unter anderem mit den Lebensbedingungen der Menschen. In unserer Gesellschaft sprechen wir z. B. von den sogenannten Patchworkfamilien, in denen Elternteile mit ihren Kindern aus erster oder zweiter Ehe bzw. Gemeinschaft eine neue zusammengesetzte Familie gründen. Vater, Mutter, Kinder, Oma, Opa, Tante, Onkel - alle Menschen, die miteinander blutsverwandt sind, bilden eine Familie. Durch Heirat kommen Schwiegerkinder, Schwägerin und Schwager mit ihren Familien dazu und schon wird aus einer Großfamilie ein Clan oder eine Sippe.
Mehrere Clans oder Sippen bilden einen Stamm. Schließen sich verschiedene Stämme zusammen, nennt man sie ein Volk. Womit gemeint ist, sie sind „viele“. Haben die Menschen eine gemeinsame Sprache, die gleiche Abstammung, Traditionen, Sitten und Gebräuche werden sie als Nation bezeichnet. Ein Begriff der aus dem alten Rom. Auch unsere Vorfahren waren Angehörige vieler verschiedener germanischer Stämme und Völker. Dazu mischten sich je nach Region keltische, slawische und baltische Stämme. Im Bundesland Bayern leben auch heute noch leben vier Stämme als Volk zusammen: die Bajuwaren, die Franken, die Schwaben und die Sudetendeutschen.

Wer als Römer reich ist und viel besitzt, hat das Sagen!

Römische Frauen waren zwar Bürgerinnen hatten jedoch kein Wahlrecht.

Ihre Väter und Ehemänner bestimmten ganz und gar über ihr Leben.
Der überwiegende Teil der römischen Bevölkerung war arm und lebte auf dem Land. Im Gegensatz zu ihnen waren die Patrizier reich. Sie stammten von alten römischen Adelsgeschlechtern ab. Ihnen gehörte das Land, das die Bauern für die Versorgung der Stadtbewohner Roms bewirtschafteten. Die Patrizier standen mit ihrem Reichtum und Besitz an der Spitze der Gesellschaft. Sie stellten die Politiker für den Senat, wo alle wichtigen Entscheidungen getroffen und Gesetze gemacht wurden.

Für Schlauwebbis
753 bis 509 v. Chr. war Rom ein Königreich. Der erste König soll Romulus gewesen sein. Der letzte König hieß Tarquinius Superbus. Von 509 bis 27 v. Chr. wurde aus dem Königreich eine römische Republik. Die Patrizier hatten mit einem Aufstand das Königtum abgeschafft. In der jungen Republik hatten nun sie das Sagen im Staat. Sie schufen verschiedene Ämter und wählten aus den Reihen ihrer Senatoren jedes Jahr zwei Konsuln, die fast genau so viel Macht hatten wie zuvor die Könige.
Mit Julius Gaius Caesar brach für die Römer eine stürmische Zeit innerhalb und außerhalb ihres Reiches an. Nach der niederträchtigen Ermordung des Diktators geriet die Republik ins Wanken. Oktavian, der Adoptivsohn Caesars, konnte das Reich wieder einigen und wurde 27 v. Chr. der erste Kaiser. Er erhielt den Titel Augustus. Mit ihm brach das Zeitalter des Römischen Kaiserreichs an, das 476 n. Chr. mit der Absetzung des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus endete.

Equites wurden die Bürger genannt, die zum Stand der römischen Ritter gehörten. Sie gehörten zu den Bürgern, die sich ein Pferd und eigene Waffen leisten konnten. Wer in der römischen Armee diente, musste für seine Waffen selbst aufkommen. Erst sehr viel später gehörten die Equites als Geschäftsleute, Händler und Bankiers zur mächtigen Mittelklasse Roms.

Arme Bauern, Handwerker und Händler hingegen gehörten zu den Plebejern, dem einfachen Volk. Sie stellten den größten Teil der Bevölkerung dar. Im Heer dienten sie als Fußsoldaten und kämpften mit einfachen Waffen. Im Laufe der römischen Herrschaft wollten vor allem die Plebejer, die sich einen gewissen Wohlstand erworben hatten, mehr an der politischen Macht der Patrizier beteiligt werden. Sie forderten für sich die gleichen Rechte, wie sie Patrizier bereits seit Jahrhunderten für sich beanspruchten. Der Streit zwischen den beiden ungleichen Ständen dauerte fast 200 Jahre. Erst 287 v. Chr. erreichten die Plebejer mit dem plebiscitum das Recht auf Volksentscheidungen, nach denen sich auch die Patrizier zu richten hatten.

Für Schlauwebbis
Was die Plebejer erstritten haben, hat auch für uns heute noch Gültigkeit, denn bei einer Volksabstimmung oder einem Volksentscheid stimmen die wahlberechtigten Bürger eines Landes direkt über ein Gesetz ab. In der Schweiz entscheiden die Bürger über die Bundesgesetze. In Deutschland gibt es direkte Mitbestimmung vor allem in den 16 Ländern, also auf Landesebene.

Menschen als Ware

Dass ein Mensch einen anderen Menschen besitzen und über ihn nach Belieben verfügen darf, war in der Antike in fast allen Kulturen selbstverständlich. Gefangene galten als Kriegsbeute, die sich den Eroberern ganz und gar unterwerfen mussten. Wer sich verschuldet hatte, konnte sich selbst verkaufen, um seine Schulden zu bezahlen. Wer als Kind eines Sklaven geboren wurde, blieb ein Sklave bis an sein Lebensende.

Für Schlauwebbis
Sklaven waren Nichtbürger. Aber auch diejenigen, deren Eltern keine Römer waren, gehörten dazu. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Regelung jedoch großzügiger ausgelegt. Die Provinzbewohner hatten zwar keine bzw. kaum Bürgerrechte, aber die Pflicht an Rom Steuern zu zahlen.

Sklaven gehörten einem römischen Bürger oder dem Staat wie ein Stück Vieh oder ein Tisch. Ein Sklave war in der damaligen Zeit kein Mensch, sondern eine Sache. Deshalb wurden sie auch wie Waren auf einem Markt zum Kauf feilgeboten und an den Meistbietenden verkauft. Ihre Besitzer konnten jederzeit über ihr Leben - und ihren Tod - entscheiden. Die meisten Sklaven arbeiteten in der Landwirtschaft, andere in Bergwerken, Steinbrüchen oder auf den Baustellen neuer Gebäude, Brücken oder Aquädukte. Die Arbeit war schwer und ihre Lebensumstände sehr, sehr schlecht. Wohlhabenden Römer nahmen Sklaven als Diener, Lehrer, Ärzte oder Musiker in ihre Häuser und in die Familien auf.

Aufstände und Bürgerkrieg

Je größer die Herrschaft Roms wurde, je erfolgreicher die Feldherren einen Landstrich nach dem anderen eroberten, desto größer unzufriedener wurde die römische Bevölkerung. Hunger und Armut im einfachen Volk nahmen zu, während sich die Wohlhabenden immer größere Villen und Paläste bauten. Durch den nicht enden wollenden Zustrom von versklavten Menschen, verdienten die Kleinbauern, Tagelöhner und Handwerker immer weniger. Schließlich waren die Fremden noch billigere Arbeitskräfte. Die Großgrundbesitzer kauften immer mehr Land auf. Die damit heimatlos gewordenen Bauern zogen in die Städte. Dort waren sie dann von der Gnade und den Getreidespenden der reichen Römer abhängig und gehörten zum sogenannten Proletariat. Ihre Kinder waren ihr einziger Besitz. Proles heißt übersetzt „Nachkommen“. Doch damit ergab sich ein neues Problem: Diese Männer konnten nicht in der römischen Armee dienen, da sie sich keine Waffenausrüstung leisten konnten. Ohne Soldaten konnten aber weder neue Provinzen besetzt, noch die alten gehalten werden. Kein Wunder also, dass es im großen römischen Kessel mehrfach brodelte und sogar überkochte. Es kam zu Sklavenaufständen und blutigen Bürgerkriegen.

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