Die Gläubigen des Judentums sollen am Morgen, am Nachmittag und am Abend beten. Sie können alleine zu Hause oder gemeinsam in der Synagoge beten.
Alle Gebete stehen in einem besonderen Gebetsbuch, dem Siddur. Es enthält das Schemá, das vollständige Glaubensbekenntnis sowie Lob- und Segenssprüche.
Eigentlich gibt für keine Vorschriften für eine Gebetskleidung, dennoch tragen vor allem die Männer zum Gebet und in den Synagogen zumindest eine Kopfbedeckung und häufig einen Gebetsmantel aus einem viereckigen Tuch.
In vielen Gemeinden tragen die Gläubigen neben der Kopfbedeckung und dem Gebetsmantel auch zwei Lederriemen. Ein Lederriemen wird um den Kopf getragen und der andere um die Schreibhand gewickelt. Jeder der beiden Riemen besitzt einen kleinen Behälter, in dem Texte aus der Thora und das jüdische Glaubensbekenntnis aufbewahrt werden. Die Liederriemen sollen den Betenden an seinen Glauben und Gottes Macht erinnern.
Die Kopfbedeckung heißt Kippa und bedeckt nur den Hinterkopf. Das Gebetstuch oder Mantel hat an allen vier Ecken eine Quaste mit fünf Knoten, die an die Fünf Bücher Mose erinnern sollen. Man nennt das Tuch Tallit. Die Gebetsriemen werden vor allem von den streng-religiösen Juden getragen. Sie werden Tefillin genannt.
An der heiligsten Stätte des Judentums, der Klagemauer in Jerusalem, finden sich zum Sabbat, dem Ruhe- und Feiertag, viele Juden zum gemeinsamen Gebet ein.