Wir stellen euch nur einige Feste und Feiern vor:
Gott schuf Himmel und Erde in sechs Tagen.
Am siebten Tage ruhte er.
Und Gott segnete diesen Tag und heiligte ihn.
(nach dem 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 1)
Der Sabbat
Das wichtigste Fest der Woche ist der Sabbat. Vom Freitagabend bis Samstagabend feiern die Juden diesen Ruhe- und Gebetstag zu Hause und in der Synagoge.
Es ist der Tag, an dem sich die Gläubigen an die Erschaffung der Welt erinnern und Gottes Werk ehren, so wie es in den Zehn Geboten steht.
In den Familien wird der Freitag bis zum Einbruch der Dämmerung genutzt, um das Haus zu putzen und die drei Mahlzeiten vorzubreiten, denn am Sabbat ist jede Art der Arbeit verboten. Vor Beginn des eigentlichen Sabbats gehen die Familien in die Synagoge.
Zu den jüdischen Speiseregeln, die sowohl das Essen als auch dessen Zubereitung betreffen, gehören koschere Speisen.
Koscher heißt übersetzt „tauglich“, das heißt eine Speise entspricht den Vorschriften der Thora.
Alle Tiere, die Wiederkäuer sind und gespaltene Hufe haben sind koscher. Dazu gehören Rinder, Schafe und Ziegen. Das Schwein ist nicht koscher.
Fleisch und Speisen aus Milch müssen in getrennten Kochtöpfen für fleischige und milchige Speisen zubereitet werden.
Fleisch und Milch dürfen nicht zusammen gegessen werden.
Obst, Gemüse, Eier, Kräuter und Hülsenfrüchte dürfen mit Milchprodukten oder Fleisch gegessen werden.
Bei den Meeresfrüchten sind nur Fische mit Schuppen und Flossen tauglich. |
Bei Sonnenuntergang zünden die erwachsenen Frauen in den Familien die Sabbatkerzen an, denn auch das Feuermachen ist an diesem Tag verboten. Alles, was das Leben beeinflussen könnte, wie das Benutzen elektrischer Geräte oder das Autofahren sind verboten. Der Sabbat ist begleitet von rituellen Handlungen in der Familie, wie die Segenswünsche und der zweimalige Besuch von Gottesdiensten in der Synagoge.
| Ohne das 4. Gebot in der hebräischen Bibel hätten wir auch keinen wöchentlichen Ruhetag. Als Jude heiligte Jesus ebenfalls den Sabbat. Nach seinem Tod verschoben die ersten Christen den Gedenktag auf den Sonntag, weil Jesus am Sonntag auferstanden war. |
Das Neujahrsfest Rosch Haschana
Nach dem jüdischen Kalender feiern die Juden im Oktober ihr Neujahrsfest Rosch Haschana. Es soll an die Erschaffung der Welt erinnern und den Gläubigen die Gelegenheit geben, über ihre guten und schlechten Taten im vergangenen Jahr nachzudenken. Das Fest dauert zehn Tage lang und in dieser Zeit sollen die Menschen Reue zeigen. In den Synagogen werden lange und feierliche Gottesdienste abgehalten, denn Gott wird am Ende des Festes seine „Urteile“ über die Menschen in drei Bücher einschreiben: ein Buch ist für gute Menschen, das zweite für mittelmäßige und das dritte für schlechte Menschen.
Jom Kippur – der Versöhnungstag
Im Anschluss an Rosch Haschana wird Gott sein Urteil über die Menschen an dem höchsten jüdischen Feiertag, dem Jom Kippur, fällen. Jeder gesunde, erwachsene Gläubige fastet 25 Stunden lang und verbringt die meiste Zeit in der Synagoge und bittet dort Gott um Vergebung.
Mit dem Blasen des Schofars, einem Widderhorn, das an das Opfer Abrahams erinnern soll, endet der Gottesdienst. Nach diesem Gottesdienst sind die Gläubigen von aller Schuld befreit und hoffen auf ein gutes neues Jahr.
Das Pessachfest
Das Fest ist eines der höchsten jüdischen Feste und erinnert die Gläubigen an die Zeit der Sklaverei, deren Ende und den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Es wird im März/April acht Tage lang gefeiert. Für dieses Fest gibt es genaue Speisevorschriften. So werden während der gesamten Zeit keine Speisen und Getränke mit Hefe wie Brot gegessen oder Bier getrunken. Neben der wichtigsten Mahlzeit dem Seder, die aus Gemüse, Ei, Lammfleisch, Bitterkräutern und einem Obst-Nuss-Brei besteht, essen die Gläubigen Matzen. Das ist Brot ohne Hefe, nur aus einem speziellen Mehl, Wasser und Salz gebacken. Da das Volk Israel Ägypten schnell verlassen musste, blieb keine Zeit mehr, das Brot für die Wegzehrung wie sonst üblich „gehen“ zu lassen. So blieb es flach und wurde nach dem Auskühlen hart wie Knäckebrot.
Während des Seder wird in den Familien aus der Haggada die Geschichte von Mose, des Volkes Israel und dem Auszug aus Ägypten vorgelesen.
Das Wort Pascha ist griechisch und bedeutet soviel wie „vorüberschreiten“. Auf Hebräisch heißt es „pessah“. Das jüdische Pessachfest wird daher auch Pascha- oder Passahfest genannt. Das Osterei und das christliche Osterfest sind aus dem jüdischen Pessachfest entstanden.
Das Fest Chanukka
Mit diesem Fest erinnern sich die Juden an die Geschichte vom „Ölwunder in Jerusalem“: Vor 2000 Jahren befreiten sie sich von der grausamen Herrschaft der syrischen Eroberer, den Seleukiden. Nach vielen Kämpfen eroberten sie ihren Tempel in Jerusalem zurück und weihten den Altar wieder ein.
Das hebräische Wort für Einweihung heißt „Chanukka“. Zur Einweihung wurde der siebenarmige Tempelleuchter, die Menora, angezündet. Obwohl der Leuchter nur noch Öl für einen Tag hatte, brannte das Licht acht Tage lang. Chanukka ist das Fest der Freude und der Hoffnung auf Rettung.
An Chanukka wird in den jüdischen Familien ein achtarmiger Leuchter, die Chanukkja, aufgestellt. Das Fest dauert auch heute noch acht Tage lang und findet im November/Dezember statt. An jedem Tag wird mit der vorherigen Kerze eine neue angezündet, Segenswünsche gesprochen und fröhliche Lieder gesungen. Jede Kerze erinnert an einen Tag des Wunders Gottes, das die Juden mit ihrem Lichterfest feiern. |
Die Erntedankfeste Schawuot und Sukkot
Im Mai/Juni wird im Judentum Schawuot gefeiert. Gleichzeitig gedenken sie dem Tag, an dem Mose von Gott die Zehn Gebote erhalten hat.
Aus diesem Fest hat sich das christliche Pfingstfest entwickelt.
Im Herbst feiern die Juden dann das Laubhüttenfest, das sieben Tage dauert. Dazu wird eine Sukka, eine Hütte, errichtet und mit Erntegaben geschmückt. Daher hat das Fest auch seinen hebräischen Namen Sukkot. |