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Davidstern

Das Judentum – wusstest du schon, …?

… dass auf der ganzen Welt zwischen 15 Millionen Menschen zur jüdischen Bevölkerung gehören? Die meisten Juden leben in Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika. In Europa gibt es vor allem viele jüdische Gemeinden in Frankreich und Großbritannien. In Deutschland leben in etwa 106.000 jüdische Mitbürger.

…dass das Judentum, sowohl die Religion als auch das jüdische Volk umfasst?
Das Judentum ist mehr als eine Religion. In ihm sind die Geschichte und die Kultur eines ganzen Volkes verwurzelt. Man ist von Geburt an jüdisch, wenn man eine jüdische Mutter hat, ob mit oder ohne Religionszugehörigkeit. In Israel sind die meisten Juden weltlich und nicht religiös.

… dass jeder Erwachsene zum jüdischen Glauben konvertieren kann?

… dass man die hebräische Schrift von rechts nach links schreibt? In Israel wird Neuhebräisch gesprochen. Da sich die Juden über die Jahrhunderte in vielen Ländern angesiedelt haben, sprechen sie die jeweilige Landessprache und hebräisch. Viele hebräische Begriffe sind in die jeweiligen Landessprachen aufgenommen worden. In der Synagoge werden die Gottesdienste jedoch in hebräischer Sprache abgehalten.

… dass der erste König der Juden Saul war?
Er regierte von 1025 bis 1004 vor Christus und sollte die Stämme Israels zu einem großen Stamm vereinen.

... dass Salomo, der dritte König Israels, von 957 bis 951 vor Christus den Ersten Tempel in Jerusalem erbauen ließ? Unter seiner Herrschaft wuchs die religiöse Bedeutung der heiligen Stadt. 365 Jahre später wurde der Tempel vollständig zerstört. Erst 516 vor Christus wurde ein Zweiter Tempel an derselben Stelle, so vermutet an, errichtet. Doch auch dieser Tempel wurde im Jahr 70 nach Christus im Krieg zwischen Juden und Römern zerstört. Nur die Westmauer, die heutige Klagemauer, blieb erhalten.

… dass die Herrschaft der Römer über Judäa und die Zerstörung des Zweiten Tempels im Jahr 70 nach Christus führte, dass die Juden ein Volk ohne Land wurde? Die Aufstände der Juden gegen die römische Gewaltherrschaft endeten für viele Juden in Sklaverei oder Verbannung. Wer nicht von den Römern unterjocht werden wollte, floh. So zogen die Menschen von Land zu Land, immer in der Hoffnung eine neue, friedliche Heimat zu finden. Der Glauben und die religiösen Vorschriften der Thora und des Talmuds lassen die jüdischen Gemeinschaften in den fremden Ländern fest zusammenhalten.

… dass die Juden im Mittelalter dazu gezwungen wurden einen so genannten „Judenhut“ zu tragen? Die katholische Kirche war im Mittelalter mächtig und einflussreich. Sie schürte Gerüchte über das Judentum, die teilweise noch heute von manchen Menschen geglaubt werden. Dazu gehört das Gerücht, dass das jüdische Volk Jesus getötet hätte. Aufgrund der Schauermärchen wurden die jüdischen Mitbürger verachtet, gedemütigt und ausgegrenzt. In manchen Städten durften sie nur in bestimmten Stadtvierteln, in so genannten Ghettos, leben. Sie durften weder Land besitzen noch bestimmte Handwerksberufe ausüben. Um dennoch ihre Familien ernähren zu können, nutzten sie die Möglichkeit Geld gegen Zinsen zu verleihen, denn das war den Christen verboten. Doch dadurch entstand das Vorurteil, die Juden seien geldgierig. Die Jahrhunderte alten Vorurteile und Ängste gegenüber den Juden nutzten die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 für ihre politischen Zwecke und es kam zum entsetzlichsten und größten Völkermord des 20. Jahrhunderts, dem Holocaust.

… dass die jüdische Geschichte und die ständigen Anfeindungen dazu führten, dass sich die Juden einen eigenen Staat in ihrer ursprünglichen Heimat Israel schaffen wollten? Der Zionismus ist eine religiöse und eine politische Bewegung. Die Idee ins gelobte Land zurückzukehren gab es bereits sehr lange. Dort, so erhofften sich die Zionisten, würde das Volk Israel endlich in Frieden leben können. Erst Ende des 19. Jahrhunderts brachte Theodor Herzl den Zionismus durch sein Buch „Der Judenstaat“ voran. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich Gruppen von Juden in Palästina an. Erste Kibbuzim wurden gegründet. Das sind Gemeinschaften, die sich ein Stück Land, die Bewirtschaftung, Erträge und alle anfallenden Arbeiten teilen. 1909 wurde die Stadt Tel Aviv gegründet und 1948 der Staat Israel. Die Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben mit anderen Völkern erfüllte sich dennoch nicht.

… dass der Davidstern, das Wahrzeichen des ersten Zionistenkongresses 1897 war? Er besteht aus zwei Dreiecken. Die Dreiecke erinnern an den griechischen Großbuchstaben Delta Δ und stehen für den Anfangsbuchstaben des Namens David. David war der zweite König der Juden und sehr mächtig, so steht es jedenfalls in der Thora und im Alten Testament. Im Prager Ghetto wurde der Davidstern im 17. Jahrhundert zum Wahrzeichen der jüdischen Gemeinde. Er galt als Zeichen der Zusammengehörigkeit und des Zusammenhalts. Von Prag aus übernahmen auch bald andere jüdische Gemeinschaften den Davidstern als Einheitssymbol.
In der Nationalflagge des Staates Israel wurde er ebenfalls verewigt und wir finden ihn ebenso auf rituellen Gegenständen und an religiösen Plätzen.
Der Stern hat aber auch eine traurige Seite: Nicht nur Mittelalter wurden die Juden gezwungen, ihn die Juden zu ihrem Nachteil tragen. Im Nationalsozialismus mussten die Juden ab 1941 einen gelben Davidstern gut sichtbar an ihrer Kleidung tragen und waren dadurch der öffentlichen Ausgrenzung und Demütigung ausgesetzt.

    K I D S W E B    

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