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Der Hindu-Tempel – das Haus der Götter
Im Zentrum einer religiösen Gemeinschaft steht auch im Hinduismus ein ganz besonderes Bauwerk – der Tempel. Er ist nicht nur ein Ort der Götterverehrung, sondern wird sogar selbst als Heiligtum verehrt. Im Hindu Tempel finden keine Gottesdienste, wie wir sie kennen, Gebetsstunden oder Religionsunterricht statt. |
Viel mehr herrscht in einem Hindu-Tempel ein Kommen und Gehen der Gläubigen, die nicht an feste Zeiten oder überhaupt an eine Verpflichtung zum Tempelbesuch gebunden sind.
Jeder Gläubige sucht den Tempel dann auf, wenn es ihm wichtig ist und er die Hilfe und den Segen seines Gottes sucht. Dazu bringt er der Gottheit Opfergaben wie Reis oder Blumen zusammen mit angezündeten Räucherstäbchen dar.
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Der Besuch eines Tempels findet aber immer und für alle Gläubigen nach dem täglichen Reinigungsbad und vor einer Mahlzeit statt. Vor dem Eingang ziehen alle Besucher ihre Schuhe aus, um den Tempel nicht zu verunreinigen und damit zu entweihen. Schließlich ist der Tempel die steinerne Verbindung zwischen den Götter und Menschen. Bereits die Suche nach einem geeigneten Ort für den Bau eines Tempels ist mit heiligen Ritualen verbunden. Der Grundriss des Gebäudes stellt ein Mandala dar, in dem jede Gottheit ihren persönlichen Platz hat. Das Mandala stellt die Verbindung mit dem Kosmos her. Der Tempelturm ist das Symbol für die weltliche, spirituelle und kosmische Ordnung. Seine oberste Spitze verkörpert mit einem Wasserkelch das Aufeinandertreffen der Götterwelt mit der Menschenwelt. Im Inneren des Tempels befindet sich die so genannte Schoßkammer, das Allerheiligste. In der Schoßkammer stehen Statuen der Götter oder eines bestimmten Gottes. Die Wände sind mit Bildern der Gottheiten geschmückt. Die Priester des Tempels, aus der Kaste der Brahmanen, üben die religiösen Rituale aus. Täglich halten sie die Puja, die Götterverehrung, im Tempel ab. Sie schmücken die Schreine der Gottheiten, bereiten die Opfergaben vor, tupfen den Gläubigen einen roten Punkt beim Eintritt in den Tempel auf die Stirn und lesen aus den heiligen Schriften vor. |
Text: Nicole Potthoff |
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