Dennoch befolgen nahezu alle Hindus an die wichtigsten Regeln. Viele Hindus essen kein Fleisch, sind also Vegetarier. Sie wollen kein Tier verletzen, schließlich könnte ein Tier die Wiedergeburt eines verstorbenen Menschen sein. Diejenigen, die Fleisch essen, werden niemals Rindfleisch zu sich nehmen. Die Kuh ist heilig und ein „Geschenk der Götter“. Sorgfalt und Sauberkeit im Umgang mit den Lebensmitteln und bei ihrer Zubereitung sind wichtige Voraussetzungen, um sich innerlich und äußerlich nicht zu „verunreinigen“. Vor jedem Essen werden die Hände gewaschen. Üblicherweise wird eine Speise mit den Fingern der rechten Hand* gegessen. Das Händewaschen geschieht jedoch nicht nur aus Sorge um die Gesundheit, sondern vor allem aus Frömmigkeit. Die innere und äußere Reinheit ist den Hindus sehr wichtig und ein Teil ihres Glaubens. Dazu gehört auch das tägliche Essen mit der Familie und an den Fest- und Feiertagen mit allen Verwandten. Alle machen sich mit dem Zusammentreffen und dem gemeinsamen Teilen von Mahlzeiten gegenseitig eine Freude. Sie erfüllen damit das erste Lebensziel, kama, die Lebensfreude. Zu jeder Mahlzeit gehört die innere Sammlung und das Gebet.
Das Hauptnahrungsmittel in der indischen Küche ist Reis. Er zu allen Mahlzeiten am Tag gereicht. In Indien soll es viele hundert verschiedene Reissorten geben. Zum Reis werden Fladenbrote wie Chapatis, Puris oder Nanbrot gereicht. Das Brot wird wie ein Löffel benutzt, um zum Beispiel Dal, ein Gericht aus pürierten Linsen, zu essen. Zusammen mit Reis ist es das tägliche Essen in den armen Familien Indiens. Das Linsenpüree wird mit allerhand Gewürzen zubereitet, darunter auch das beliebte Curry. Damit ist nicht das Currypulver gemeint, das wir auch hier bei uns kaufen können, sondern eine Currysauce aus Gemüse, Getreide, Fleisch oder Fisch und jeder Menge Kräuter. Für jedes Gericht wird eine eigene Gewürzmischung hergestellt. Muskat, Zimt, Ingwer, Kreuzkümmel, Safran, Nelken, Kardamon und Kurkuma sind nur einige der exotischen Gewürze Südasiens. Jede Himmelsrichtung Indiens hat ihre eigenen Spezialitäten. Eine Besonderheit der indischen Küche ist ihre Schärfe, die einem den Schweiß ins Gesicht treiben kann. Gegen das Brennen im Mund werden süße oder salzige Getränke aus Joghurt, lhassis, gereicht.
Wasser, Chai-Tee oder Kokosmilch sind die üblichen Getränke.
Halwa sind kleine quadratische Süßigkeiten, die mit Nüssen gefüllt und bunt verziert sind.
Zu Feiern wie Diwali werden viele verschiedene Süßigkeiten hergestellt, die dann bei den Verwandtenbesuchen verschenkt und in die Tempel gebracht werden.
*Die linke Hand wird für den Toilettengang benötigt und gilt daher als unrein. |