Als „Hindu“ bezeichneten die Perser im 6. Jahrhundert v. Chr. Land und Leute an den Ufern des Flusses Indus. Erst im 19. Jahrhundert erfanden die britischen Kolonialherren Indiens den heute geläufigen Namen „Hinduismus“ für die indische Religion. Die Inder selbst nennen ihre Religion „Sanatana Dama“, die „ewige Ordnung“.
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Der Hinduismus hat keinen Gründer wie Jesus von Nazareth oder Muhammad. Sie ist vielmehr ein Glaube, der aus unzähligen Traditionen und Überlieferungen besteht. Strenge Vorgaben darüber, was und wie ein Hindu zu glauben hat, gibt es im Hinduismus nicht. Keine andere Religion ist so vielfältig, bunt und scheinbar widersprüchlich wie der Hinduismus. Die Zahl der Götter und Dämonen scheint unendlich, weil beinahe alles - angefangen bei den Tieren - zu Göttern gemacht wird. Über allen Göttern steht jedoch nur einziges höheres Wesen: das Göttliche, das alles Umfassende, aus dem alles hervorgeht – das Brahman. |
Gott,
die Sonne, das Absolute, das Unvergängliche
ist immer vollständig, unberührt.
Nichts verringert die Fülle,
nichts kann ihr hinzugefügt werden.
(aus den heiligen Schriften, den Veden)
An welchen Gott oder welche Götter der einzelne Mensch glaubt, spielt im Hinduismus keine Rolle. Der Glaube der Hindus beeindruckt durch sein Verständnis für die unterschiedlichen Wege zum Göttlichen. Das Ziel dieses Weges ist jedoch für alle Hindus gleich: die Befreiung und Erlösung aus dem Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt.
Denen die geboren wurden
ist der Tod gewiss,
und denen die gestorben sind,
ist die erneute Geburt sicher.
(aus der heiligen Schrift, der Bhagavad-Gita, Vers 2.27)
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Die Hindus sind davon überzeugt, dass die Seele eines Menschen ewig ist. Sie wird nach den Gesetzen des Karmas mehrfach wiedergeboren, mit dem Ziel im Göttlichen aufzugehen. Karma bedeutet, dass alle Taten aus dem früheren Leben Auswirkungen auf das jetzige Leben haben. Alle Taten im jetzigen Leben wirken sich auf das zukünftige aus. Um im nächsten Leben ein glücklicherer Mensch zu sein, muss ein Hindu im jetzigen Leben nicht nur gut leben, sondern vor allem gut handeln. Das heißt, dass er tagtäglich seine Pflichten gegenüber der Familie, der Gesellschaft und dem Göttlichen erfüllen muss. |
Text: Nicole Potthoff
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