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Glaubenssachen

Glaubenssachen

Von den 6,6 Milliarden Menschen auf dieser Welt sind etwa 5,3 Milliarden Anhänger einer Religion, das sind immerhin 80 %. Bis zum Jahr 2025 soll diese Zahl zusammen mit der Weltbevölkerung noch weiter ansteigen. Rund 33 % der Gläubigen sind Christen.

 

Das Bekenntnis zu einem christlichen Glauben nennt man Konfession.

Weltweit bekennen sich 19,8 % Gläubige zum Islam, 13,3 % der Weltbevölkerung sind Hindus, rund 6 % sind Buddhisten, 0,2 % gehören dem Judentum an und 13% sind Anhänger einer Stammesreligion oder anderer religiöser Bewegungen.

Jährlich kommen neue Religionen hinzu, die ihre Wurzeln in den alten Religionen haben oder völlig neu gegründet werden.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind so vor allem aus dem Christentum, dem Islam, dem Hinduismus und dem Buddhismus neue Gemeinschaften entstanden.
Aus dem Christentum haben sich zum Beispiel Adventisten, Mormonen und die Zeugen Jehova neu gegründet.

Früher bezeichnete man eine kleinere Glaubensgemeinschaft als Sekte. Dieser Begriff wurde oft in einem abwertenden Sinn benutzt. Daher wurde er durch die Bezeichnung „neue Religion“ oder „religiöse Sondergemeinschaft“ ersetzt.

Es gibt aber auch Gläubige, die keiner Religion angehören. Manche Christen waren sogar eine zeitlang Mitglied in einer Kirchengemeinde und sind aus den verschiedensten Gründen aus der Kirche ausgetreten.
Andere Gläubige wechseln die Religionsgemeinschaft. Das geschieht oft vor einer Heirat, weil der zukünftige Partner einer anderen Konfession angehört oder aus anderen persönlichen Gründen.

Das Annehmen eines neuen Glaubens oder Religion sowie deren Lehren und Rituale nennt man Konversion, eine Umwendung. So kann in Deutschland ein katholischer Christ beispielsweise zum evangelischen Glauben konvertieren und umgekehrt.

Neben Gläubigen und Religionsanhängern gibt aber auch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an Gott glauben. Was nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Anhänger dieser Weltanschauung das Dasein Gottes bezweifeln.

Den fehlenden Glauben an Gott nennt man Atheismus.
Der Gegensatz dazu ist der Theismus, der Gottesglauben.

theós ist griechisch und heißt übersetzt „Gott“.

Theologie nennt man die Lehre von Gott und des Glaubens sowie das Studium und die Auslegung der heiligen Schriften.

Ein Agnostiker ist ein Mensch, der Zweifel an der Anwesenheit Gottes hat, da er ihn oder eine übersinnliche Welt nicht als Tatsache erkennen oder beweisen kann.
Denn im Agnostizismus gibt es keine vollkommene Wahrheit, wohl aber eine Suche danach, zum Beispiel mit Hilfe der Wissenschaft. Im Gegensatz dazu glauben Gnostiker an ein geheimes Wissen über Gott. Diese Erkenntnis, die „Gnosis“, soll den Menschen aus dem Diesseits erlösen.

Esoterik ist keine Religion, sondern die Wissenschaft des Geheimen, der Magie, der Alchemie, der Astrologie oder des Okkultismus. Dazu gehört der Glaube an übernatürliche oder übersinnliche Kräfte, die das Leben der Menschen beeinflussen.

Humanismus ist das Streben nach Menschlichkeit, sowohl im Denken als auch im Handeln. Ein Mensch soll in Würde und ohne Gewalt leben, Toleranz üben und immer seinem Gewissen und seinem Verstand folgen. Zur Vernunft des Menschen gehört im Humanismus auch der Gedanke, dass es keine höheren Mächte gibt. Jeder Mensch ist für sich und sein Tun selbst verantwortlich.
Die humanistischen Werte sind zum größten Teil die Werte der Religionen der Welt.Insbesondere die Zehn Geboten sollen die Menschen zu gegenseitiger Achtung und Respekt, Gewaltlosigkeit und Verantwortung anhalten. Daher kann ein Humanist durchaus ein Angehöriger einer Religion sein und umgekehrt.

Der Gedanke des Humanismus ist gegen Ende des Mittelalters im Übergang zur Neuzeit entstanden. Die Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts wird als Renaissance bezeichnet, da die Ideale der Antike wiederentdeckt und neu belebt wurden.
Renaissance ist französisch und bedeutet „Wiedergeburt“. Zu dieser „Wiedergeburt“  gehörten die Freiheit des Menschen, sein Ideenreichtum und die Entdeckung des Menschen als eigenständige Persönlichkeit. Das mittelalterliche Leben als Angehöriger einer der drei Stände sah da ganz anders aus. Auch in der Wissenschaft gab es eine Aufbruchstimmung: Philosophie und Theologie wurden als zwei voneinander getrennte Wissenschaften gesehen. Ganz neue Wissenschaften wurden entwickelt. Vor allem in der Kunst, Architektur und Literatur spiegelte sich das neue Menschen- und Weltbild wider.
Der Petersdom oder die Decken- und Wandmalereien Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle in Rom sind nur zwei berühmte Beispiele aus dieser Zeit.

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