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Apostel

Die Zwölf Apostel

Wer mir will nachfolgen,
der verleugne sich selbst
und nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben will behalten,
der wird's verlieren;
und wer sein Leben verliert um meinet- und des Evangeliums willen,
der wird's behalten.

(aus Markus, Kapitel 8, Vers 34-35)

Jesus wählte persönlich zwölf seiner Jünger aus, die als Botschafter in seinem Namen das Christentum verbreiten sollten.

Aus den „Lehrlingen“ wurden „Menschenfischer“.

Als nun Jesus an dem Galiläischen Meer* ging,
sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus,
und Andreas, seinen Bruder,
die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer.
Und er sprach zu ihnen:
Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!
Alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.
Und da er von da weiterging, sah er zwei andere Brüder,
 Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedäus, dass sie ihre Netze flickten; und er rief sie.
Alsbald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.

(aus Matthäus, Kapitel 4, Vers 18 bis 22)
*gemeint ist der See Genezareth

Den ersten Aposteln folgten noch viele nach und die christliche Gemeinschaft wuchs und wuchs. Heute gehört rund ein Drittel der Weltbevölkerung diesem Glauben an.

Jeder Apostel ist heilig und wird in den christlichen Kirchen mit einem Gedenktag** geehrt. Gleichzeitig sind sie oftmals Märtyrer, weil sie für ihren Glauben verhaftet, gefoltert und getötet wurden.
Woher die ersten Apostel kamen, wie sie mit und nach Jesus lebten, steht im Neuen Testament der Bibel.
Die Apostelgeschichte hingegen erzählt, wie die erste Gemeinde zu Pfingsten zustande kam und wie sich danach das Christentum immer mehr ausbreitete.

Die Zwölf und der Apostel Paulus

Petrus, der erste „Menschenfischer“ und erste Papst.
Sein Gedenktag ist der 29. Juni.

Andreas ist auch einer der ersten Jünger Jesus. Er starb an einem Kreuz, das aussah wie ein X. Das Andreaskreuz wurde nach ihm benannt.
Sein Gedenktag ist der 30. November.

Jakobus der Ältere (oder Große) ist der Schutzheilige der Pilger. Von seinem Namen leiten sich die Jakobsmuschel und der Jakobsweg ab.
Sein Gedenktag ist der 25. Juli

Johannes war der Lieblingsjünger Jesus. Er war als einziger seiner Jünger bei seinem Tod am Kreuz bei ihm geblieben.
Sein Gedenktag ist der 27. Dezember.

Philippus war schon ein Jünger von Johannes dem Täufer und ein Freund von Andreas.
Sein Gedenktag ist der 3. Mai

Bartholomäus wird auch Nathanael genannt. Er gehört ebenfalls zu den ersten Jüngern Jesu.
Sein Gedenktag ist der 24. August.

Matthäus, der ehemalige Zöllner. Er hat traditionell das erste Evangelium geschrieben, auch wenn wir in der Bibel sonst wenig über ihn selbst erfahren.
Sein Gedenktag ist der 21. September.

Thomas nennt man auch den „Ungläubigen Thomas“. Er glaubte zunächst nicht an die Auferstehung, weil nicht dabei war, als die anderen Jünger Jesus getroffen hatten. Erst als ihm Jesus persönlich begegnet und ihn auffordert, seine Finger in die Wundmale zu legen, begreift auch Thomas das Unfassbare.
Seine Gedenktage sind der 3. Juli in der katholischen und der 21. Dezember in der evangelischen Kirche.

Jakobus der Jüngere, wurde Bischof von Jerusalem.
Sein Gedenktag ist der 3. Mai.

Judas Thaddäus sollte nicht mit dem Verräter Judas Ischariot verwechselt werden.
Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.
 

Judas Ischariot hat den Hohepriestern für 30 Silberlinge verraten, wo sie Jesus verhaften lassen können. Noch bevor Jesus am Kreuz gestorben war, hatte er sich selbst getötet. Für ihn gibt es keinen Gedenktag und heilig ist er auch nicht.

Matthias ersetzte den Verräter Judas Ischariot in der Reihe der Zwölf.
Seine Gedenktage sind der 14. Mai in der katholischen und der 24. Februar in der evangelischen Kirche.
Sein Gedenktag ist ebenfalls der 28. Oktober.

Simon ist der Schutzheilige der Maurer, Holzhauer, Weber, Gerber und Färber.
Sein Gedenktag ist ebenfalls der 28. Oktober.

Ein ganz besonderer Apostel ist Paulus, der den lebenden Jesus nie kennen gelernt hatte. Er war Jude aber auch römischer Bürger, weshalb er von seinen Eltern Saulus genannt wurde und mit römischen Namen Paulus hieß. Er war ein großer Gegner der ersten Christen, die merkwürdige Dinge von einem Jesus von Nazareth erzählten, der der erhoffte Messias der Juden sein sollte.
Für einen gläubigen Juden wie Saulus eine völlig undenkbare Geschichte, zumal dieser „Messias“ elendig am Kreuz gestorben war. Dem „echten“ Messias wäre so etwas nicht passiert. Und dann noch die Sache mit der Auferstehung, das konnte doch alles nicht stimmen. Saulus ging in seinem Hass gegen die Christen sogar noch weiter: Er übernahm den Auftrag die „Judenchristen“ zu verfolgen, damit dieses Theater ein für alle Mal ein Ende hatte. Auf seiner Reise nach Damaskus stürzte er von seinem Pferd und Jesus Christus erschien ihm. „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“, soll ihm der Gesalbte zugerufen haben. Saulus war von dieser Begegnung zutiefst berührt. Aus der Feindschaft gegen die neue Religion wurde glühende Begeisterung.

Daher sagt man heute über  jemanden, der vom Gegner einer Idee oder Sache zum Befürworter geworden ist: „Er ist vom Saulus zum Paulus geworden.“

Saulus hatte sich zum Heiligen Paulus gewandelt, der sich aufmachte, die Ungläubigen von Syrien bis Rom zum Christentum zu bekehren. Damit legte er die Grundsteine für die neue Religion, weshalb er auch als Gründer des Christentums bezeichnet wird.
Sein Gedenktag ist der 29. Juni

**angegeben werden die Gedenktage der römisch-katholischen und evangelischen Kirche

Text: Nicole Potthof

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