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Chinesische Religion

Chinesische Religion

Die Volksrepublik China ist ein kommunistischer Staat, in dem die Politik zur Religion geworden ist. Aber China ist auch ein Land mit einer Jahrtausende alten Kultur, in der die Ahnenverehrung, der Götterglaube und religiöse Riten auch heute noch ihren festen Platz in der Gesellschaft haben. Vor allem die bekanntesten chinesischen Philosophen im 6. Jahrhundert v. Chr. - Konfuzius und Laotse - haben mit ihren Lehren in der chinesischen Kultur und Religion tiefe Spuren hinterlassen.
Als im Jahr 65 n. Chr. zwei indische Mönche über die Seidenstraße buddhistische Schriften nach China brachten, kam die dritte Lehre hinzu, die Chinas Kultur geprägt hat: der Buddhismus.
Diese drei Lehren - Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismussind in China Gegensätze und Ergänzung zugleich. Aus dem philosophischen Streit zwischen den Lehren Laotses und Buddhas entstand der Chan-Buddhismus, in Japan Zen-Buddhismus genannt. Vor 800 Jahren sagte einmal ein chinesischer Kaiser über die drei Lehren: "Der Buddhismus ist für den Geist zuständig, der Daoismus für den Körper und der Konfuzianismus für die Gesellschaft."

Konfuzius und Laotse hatten beide das gleiche Ziel: ein geordnetes und friedliches Zusammenleben der Menschen. Für Konfuzius wurde dieses Ziel mit der Regierbarkeit eines Staates erreicht, für Laotse war es das Leben in der Gemeinschaft mit dem Universum.

Das Alte üben und das Neue kennen: dann kann man als Lehrer gelten.“
(Konfuzius im 1. Lunyu 2.11)

Während Konfuzius seine Lehren aus den alten Schriften und Traditionen gezogen hatte, bestimmte für Laotse das „Dao“ das Geschehen im Himmel und auf der Erde. Seine Lehre vom Wu-Wei, dem „Nicht-tun“, bedeutet so viel wie ohne Absicht oder Berechnung zu handeln. Wu-Wei ist der Weg der Gelassenheit, des Einswerden mit der Natur: es ist der Weg des Dao. Laotse sagte: „Jeder muss diesen Weg (Dao) für sich selbst finden, denn man kann es (das Dao) nicht lehren.“ Daher sah er sich auch nicht als Lehrer, ganz im Gegensatz zu Konfuzius, der eine eigene Schule gründete. Dort lehrte er, neben dem Studium der alten Schriften, vor allem die fünf Tugenden und drei Pflichten gegenüber der Gesellschaft zu denen Gehorsam, Anstand und gutes Benehmen gehörten.

Man kann es fassen als die Mutter der Welt.
Ich weiß seinen Namen nicht.
Ich bezeichne es als „SINN“.
(aus dem Tao te king, Kapitel 25)

der Weg Dao oder Tao bedeutet so viel wie „Weg“. Manche Philosophen übersetzen Dao auch mit dem Wort „Sinn“. Den Begriff „Dao“ gab es in China schon lange vor Laotse, deshalb finden wir ihn auch bei Konfuzius.

Es ist nicht möglich, das Dao zu erklären. Dao ist der Anfang und das Ende allen Seins. Es wirkt in allen Dingen und durchdringt sie. Dao ist auch im „Yin und Yang“, in den sich ergänzenden Gegensätzen. Man nennt den philosophischen Daoismus auch Naturphilosophie, weil dem Dao zu folgen bedeutet, der Natur zu folgen. Erst im 2. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich aus den philosophischen Lehren Laotses der religiöse Daoismus. Die Grenze zwischen der Philosophie und der Religion ist jedoch fließend.

Höchste Güte ist wie das Wasser.
Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit.
Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.
Drum steht es nahe dem SINN.

Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze.
Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe.
Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe.
Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit.
Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung.
Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können.
Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.

Wer sich nicht selbst behauptet,
bleibt eben dadurch frei von Tadel.
(aus dem Tao te king, 8)

       

 

 

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