Während die Mahayana-Buddhisten wollen, dass alle Lebewesen die Erleuchtung erlangen. Deshalb spielt das Mitgefühl für alles Lebendige in dieser Form des Buddhismus eine ganz große und wichtige Rolle.
Im Mahayana-Buddhismus, der auch das „Große Fahrzeug“ genannt wird, glauben die Anhänger daran, dass es Menschen gibt, die wiedergeboren werden, um anderen auf dem Weg zur Erleuchtung zu helfen. Sie nennen diese Menschen, die dafür sogar auf das Nirwana verzichtet haben, Bodhisattvas. Jeder Mahayana-Buddhist möchte viel lieber ein Bodhisattvas werden, als im Nirwana zu verwehen. Diese Glaubensrichtung lässt sich vor allem in Ostasien finden.
Aus dem Mahayna-Buddhismus entwickelten zwei weitere Richtungen: Vajrayana und Zen.
Das „Diamantfahrzeug“, der Vajrayana, ist vor allem die Glaubensrichtung der tibetischen Buddhisten. Auch sie verehren Bodhisattvas, allerdings ist für sie vor allem die Art und Weise, wie die Buddhaschaft erlangt wird, von großer Bedeutung.
In dieser Richtung des Buddhismus werden die Lehren durch Mönche und Lehrer vermittelt. Die Gläubigen nennen einen religiösen Führer Lama, „der Obere“. Daher trägt diese Buddhismusschule auch den Namen Lamaismus.
Ganz besondere Lamas sollen wiedergeborene Heilige oder Bodhisattvas sein.
Seit 1937 ist Tenzin Gyatso, der Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt der buddhistischen Tibeter. Nachdem China 1950 Tibet besetzte, musste er seinen Potala-Palast in Lhasa verlassen und nach Indien ins Exil gehen. Auch im Westen gibt es seit 2006 einen bekannten europäischen Lama: Lama Ole Nydahl, der 1941 in Dänemark geboren wurde. Er hat im westlichen Teil der Welt mehr als 550 buddhistische Zentren errichtet.
Im 6. Jahrhundert entstand in China die buddhistische Glaubensrichtung „Chan“, das chinesische Wort für „Meditation“. Die Lehren diese buddhistischen Schule brachte eine Wandermönch nach Japan und aus „Chan“ wurde „Zen“. Im Chan- oder Zenbuddhismus wird viel und in verschiedenen Formen meditiert. Es gibt Meditationen im Sitzen, im Gehen, zur Teezeremonie, beim Blumenstecken oder bei der Kalligrafie, einer besonderen Form der Malerei. Meditation und Achtsamkeit sind die Schlüsselwörter im Zen. Der Zenmeister sagt:
„Im Zen geht es aber um nichts anderes als um dies:
Wenn du sitzt, dann sitze,
wenn du gehst, dann gehe
und wenn du isst, dann esse.
Verwandle jeden Augenblick in einen goldenen Augenblick.“
Der Zenbuddhismus ist außerdem für seine besonderen Rätselfragen, die Koans, bekannt. Sie scheinen völlig unlogisch und sollen genau dadurch eine Hilfe für die Meditation auf dem Weg zur Erleuchtung sein. Ein berühmtes Koan lautet:
Hörst du das Klatschen einer Hand?
Der Chan- oder Zenbuddhismus hat sich über China, Japan, Korea, Taiwan, Vietnam verbreitet und wird auch in Europa immer beliebter. |