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Abraham

Abraham und die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam

Um 1.800 vor Christus lebte in der Region des heutigen Iraks ein Mann, der Abraham genannt wurde. Seine spannende Lebens- und Glaubensgeschichte können wir in der Thora, im Alten Testament und im Koran nachlesen. Jede heilige Schrift hat eine andere Sicht auf die Person Abraham. Dennoch haben wir ihm den Glauben an nur einen einzigen Gott zu verdanken.

Die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam werden daher auch als abrahamitische Religionen bezeichnet.

Den Glauben an einen Gott nennt außerdem auch Monotheismus.

Als Abraham lebte, glaubten die Menschen im Zweistromland an verschiedene Götter und Götterfamilien.

Jeder einzelne Gott war für einen anderen Lebensbereich zuständig.

Der oberste Gott und Schöpfer der Welt war El, was übersetzt nichts anderes als „Gott“ heißt. Es gab einen Fruchtbarkeitsgott für gutes Wetter, eine ertragreiche Ernte und gesunde Viehherden wie den Gott Baal. Dazu kamen jede Menge Haus- und Familiengötter. Der Gott Jahwe oder Jehova, in der hebräischen Bibel JHWH geschrieben, war der Beschützer Abrahams und seiner Familie.

Die Menschen glaubten, ihr Schicksal läge ganz und gar in den Händen der Götter, deshalb bauten sie Altäre und brachten Opfer dar. Das Überleben der Familien, Sippen und Stämme hing von Naturereignissen, einem fruchtbarem Boden, guten Weideplätzen und dem Vorhandensein einer Wasserquelle ab. Genaue Vorhersagen über das kommende Wetter gab es erst 3.750 Jahre später.

Obwohl Abraham in dem Glauben an viele Götter aufgewachsen war, beschloss er nach dem Tod seines Vaters nur noch an seinen Gott Jahwe zu glauben. Denn dieser hatte sich Abraham offenbart.

Und der HERR (Jahwe) sprach zu Abram:
Gehe aus deinem Vaterlande […]
und aus deines Vaters Hause in ein Land,
das ich dir zeigen will.
Und ich will dich zum großen Volk machen
und will dich segnen
und dir einen großen Namen machen,
und sollst ein Segen sein.
Ich will segnen, die dich segnen,
und verfluchen, die dich verfluchen;
und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

(aus dem Alten Testament, Genesis, Kapitel 12, Vers 1)

Abraham vertraut auf die Worte seines Gottes. Er verlässt mit seiner Sippe und seinen Herden das fruchtbare und reiche Gebiet Südmesopotamiens und macht sich auf eine lange und beschwerliche Wanderung. Abraham wusste weder wo das neue Land sein würde, noch was ihn dort erwartete. Er wusste nur, dass ihn sein Gott führen würde.

Jahwe führt Abraham und seine Sippe nach Kanaan, im heutigen Palästina und schließt einen Bund mit ihm:
Er gibt Abraham und seinen noch ungeborenen Kindern dieses fruchtbare Land, denn er hat den Stamm Abrahams zu seinem geliebten Volk auserwählt.

Abraham baute er zu Ehren seines Gottes einen Altar, dankte ihm und opferte ein Schaf seiner Herde. Auf die zahlreichen Kinder wartete Abraham jedoch sehr lange vergeblich. Er und seine Frau Sara blieben kinderlos. Erst mit Hagar, einer ägyptische Sklavin, zeugte Abraham einen Sohn. Dieser wurde Ismael genannt und gilt als der Stammvater der arabischen Stämme.

Abraham und Sara bekamen erst im hohen Alter von fast 100 Jahren einen gemeinsamen Sohn. Isaak und seine Nachkommen werden als die Stammväter des Volkes Israel bezeichnet. So hatte Gott sein Versprechen doch noch eingelöst.

Felsendom Mit der Entscheidung nur an einzigen Gott zu glauben, hat Abraham den Glaubensweg für das Judentum bereitet. Später entstand daraus das Christentum und etwa 600 Jahre nach Christus kam der Islam als dritte monotheistische Religion hinzu. Alle drei Religionen sehen in Abraham ein großes Glaubensvorbild und verehren ihn noch heute.

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