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Kartoffel-Spezial
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Kartoffel-Spezial
Knolle, der Superstar

Knollo, der Superstar

Wie jeden Dienstag packt Bauer Johannsen in seinen kleinen, grünen Laster die Obst- und Gemüsekisten für den Wochenmarkt in der Stadt. Jetzt im Herbst ist sein Angebot schön bunt: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kürbisse, Sellerie, Steckrüben, Kohl, Gurken, Kräuter und Möhren. Bauer Johannsen hat alles selbst angebaut. Das schmecken die Leute aus der Stadt und kaufen gerne bei ihm ein.

Nur noch die Kartoffelkisten in den Laster, dann kann es losgehen. Auf seine Kartoffeln ist Bauer Johannsen besonders stolz. Sie haben eine glatte, feste, hellgelbe Schale und sind in Form und Größe alle schön gleichmäßig gewachsen.

Nun ja - fast alle, aber dazu kommen wir noch.

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Gegen fünf Uhr in der Frühe macht sich Bauer Johannsen auf den Weg in die Stadt. Schließlich ist um sieben Uhr Marktbeginn, dann muss sein Stand fix und fertig aufgebaut sein. Während der kleine Laster gemütlich über die Landstraße fährt, wollen wir einen Blick auf die Körbe und Kisten in seinem Inneren werfen. Denn niemand - außer uns beiden - kann ahnen, was sich gerade dort abspielt. In der Kartoffelkiste mit der Aufschrift „Sorte: Secura – vorwiegend festkochend“ ist richtig was los. Hörst du es auch?

"Ich bin Knollo, der Superstar! Meine Handelsklasse ist 1A! Für Püree, Klöße oder Pommes frites geh' ich mit dir ganz bestimmt nicht mit!", krakelt es aus der Kartoffelkiste. Beim näheren Hinschauen entdecken wir eine sehr große -  besser gesagt eine sehr, sehr große – Kartoffel: Knollo. Der Name passt. Und wie er, von seinem eigenen Gesang begeistert, oben auf der Kiste zwischen all den anderen Kartoffeln herumwackelt, das passt auch. „Nun … mach … dich… hier mal nicht so … dicke …, du Angeber!“, murrt eine mittelgroße Kartoffel, und versucht mit anderen Kartoffeln Knollo wegzuruckeln. „Wer drückt denn von da oben so entsetzlich?“, stöhnt es mehrstimmig aus dem unteren Teil der Kartoffelkiste. Mittlerweile ist fast die ganze Kiste in Bewegung geraten und droht in einer Kurve von der darunter stehenden Kartoffelkiste runterzurutschen.
Jetzt reicht es auch dem anderen Obst und Gemüse: „Ruhe in der Kiste! Wenn ihr so weitermacht, sind eure Schalen aufgeschubbert. Dann ist es vorbei mit „Püree, Klößen oder Pommes frites“! Dann reicht es nur noch für den Futtertrog!“ Rums, das sitzt! Schließlich möchte jede Kartoffel die Zierde eines schönen Kartoffelrezepts werden und nicht als Kartoffelschnaps oder Tierfutter enden. „Wir haben alle die Handelsklasse 1 erreicht und sind von bester Qualität. Nur weil du viel größer bist als wir, heißt das noch lange nicht, dass du etwas Besseres bist!“, grummelt die mittelgroße Kartoffel schnell noch vor sich hin, aber dann ist tatsächlich Ruhe in der Kiste.

Mittlerweile ist Bauer Johannsen auch am Marktplatz angekommen. Dort hat er einen festen Platz. Die Geflügel-Käthe, der Eier-Meyer und viele andere Händler sind auch schon da. In der nächsten Stunde hat Bauer Johannsen seinen Obst- und Gemüsestand mit seinem Schild „Alles frisch vom Land“ aufgebaut. Gerade hat er die letzte Kiste ausgepackt, da naht auch schon der erste Kunde. Es ist Luigi, der Koch von „die beste italienische Ristorante von Palermo bis Bad Bramstedt“ wie er zu sagen pflegt. „Buon giorno Signore Johannsen! Come stai, wie geht es Ihnen?“, ruft Luigi schon von Weitem. „Prima, Luigi, prima! Was darf es denn heute sein? Vielleicht ein paar schöne Pflaumen?“ „Grazie, Signore Johannsen, aberrr häute ick mackee Gnocchi alle Mamma. Ick hätte gerne 3 Kilo Patate … äh Kartoffeln…, per favore!“
Wenn du jetzt genau auf die Kartoffelkiste achten würdest, in der Knollo liegt, würdest du das winzig kleine, freudige Beben in der Kiste bemerken. Unser knolliger Superstar sieht sich offenbar bereits wohlgeformt, mit Mehl und Ei vermengt, in einer köstlichen Tomatensoße auf einem Teller liegend. Als Bauer Johannsen nach ihm greift, sieht er sich schon fast am Ziel seiner Träume. „No, no Signore Johannsen, dieße Patata istee fiel zu großee für Gnocchi alla Mamma. Mußee sein … äh … mittel, dann schmecktee perfetto.“

Vorbei, vorbei! Die Chance eine kleine italienische Teigware zu werden, ist für Knollo mit diesem Satz vertan. Doch kaum hat Luigi mit drei Kilo Kartoffeln Bauer Johannsens Marktstand verlassen, naht die zweite Chance in Gestalt des kleinen, dicken französischen Kochs Alphonse. „Bonjour Monsieur Jo’annsen! Ah, isch se’e Sie ’aben ’eute ’errlische pommes de terre für ein vorzüglisches Gratin. Wunderbar, wunderbar!“ „Guten Morgen Herr Alfons, wie viele Kilo darf ich Ihnen denn für Ihren Kartoffelauflauf abwiegen? Vielleicht noch ein wenig Schnittlauch oder Petersilie dazu?“ „Merci Monsieur, aber es ’andelt sisch um ein altes Rezept meiner Grand-Maman. Isch bereite es nur mit Thymian zu. Wiegen Sie mir vier Kilogramm Kartoffeln ab, s'il vous plait.“ Kaum merklich zeigt sich Knollo von seiner besten Seite, aber Bauer Johannsen greift nach allen anderen Kartoffeln um Knollo herum. „Wie immer alle möglichst gleich groß, Herr Alfons, nicht wahr!“ „Se’r rischtisch Monsieur Johannsen, damit isch schöne gleischmässige Scheiben schneiden kann für ein gutes Auge.“ „Sie meinen sicherlich „Das Auge isst mit“, Herr Alfons“, schmunzelt Bauer Johannsen. „Bien entendu! Natürlisch!“, lacht Herr Alphonse.

Tja, die beiden haben wenigstens etwas zu lachen. Unserem Kartoffelstar Knollo vergeht sein Hochmut allmählich. Als er selbst für Klöße und Pommes frites „zu groß“ und „nicht schmackhaft genug“ ist, hofft er inständig darauf, wenigstens noch als Kartoffelpüree auf einem Teller zu landen.

„Guten Tag Frau Klausen, was kochen Sie denn heute Schönes?“ Frau Klausen ist Stammkundin bei Bauer Johannsen. Jeden Tag Dienstag kauft sie an seinem Stand das Obst und Gemüse für ihre Familie. „Guten Tag Herr Johannsen! Einen deftigen Eintopf möchte ich heute zubereiten. Wenn er morgen noch einmal aufgewärmt wird,  wird er uns allen ganz besonders gut schmecken. Und: ich muss nur einmal kochen. Morgen ist doch wieder Kaffeekränzchen im „Alten Ochsen“. Haben Sie Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Steckrüben?“ „Da gönnen Sie sich aber mal wieder richtig was, Frau Klausen. Die Zutaten für ihren Herbsteintopf habe ich alle da.“ „Sehr schön! Dann geben Sie mir bitte von jeder Zutat ein Kilo. Die Möhren und Kartoffeln möglichst dick und groß, die lassen sich nämlich schneller schälen als die dünnen, kleinen.“

Schlägt nun endlich Knollos Stunde? Was meinst du?

 

 
 
     
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