Wie der Goldkäfer, der Marienkäfer und der Mistkäfer zu ihren Namen kamen
Einer griechischen Sage nach waren der Goldkäfer, der Marienkäfer und der Mistkäfer einst Geschwister. Eines Tages trug ihnen ihre Mutter eine Aufgabe auf. Das erste Käferchen machte seine Arbeit sehr gut. Da wurde es von der Mutter gelobt und zum Goldkäfer erklärt.
Das zweite Käferchen ernannte sie zum Marienkäfer, denn auch dieses Geschwisterchen hatte die Aufgabe gut erfüllt. Das dritte Käferchen aber war bequem und kümmerte sich überhaupt nicht. Die Mutter wurde ungeduldig und zornig. In ihrer Wut verfluchte sie das dritte Käferchen: „Weil du so faul bist, sollst Du dich bis an das Ende deiner Tage mit Mist abgegeben!“ So kamen die drei Käferarten zu ihren Namen.
Das Tier des lieben Gottes
In Luxemburg erzählt man sich, dass die Wachtel einst im Dienste des lieben Gottes stand. Sie erledigte für ihn alle anfallenden Arbeiten im Himmel und auf der Erde. Dazu gehörte auch, dass sie ihm Wasser von der Erde in den Himmel holte, wenn es dort oben keines mehr gab. Die Wachtel fühlte sich sehr wichtig und war stolz auf den Rang, den sie durch ihre Arbeit unter den anderen Tieren einnahm. Doch dieser Stolz machte sie auch faul und träge. Als Gott sie eines Tages wieder um einen Becher Wasser bat, da tat sie nur so, als ob den Auftrag erfüllen würde. Ständig flog sie weit in den Himmel hinein, um dann im Sturzflug auf die Erde zu rasen. Dabei fluchte sie: „Himmelherrschaftszeiten! Himmelherrschaftszeiten!“ Sie hatte nämlich überhaupt keine Lust, das Wasser zu holen und dachte, dass Gott sie während des Sturzflugs nicht hören würde. Irgendwann wurde es dem lieben Gott aber dann doch zu viel. Natürlich ließ er sich nicht an der Nase herumführen und geflucht wird bei ihm schon mal gar nicht. Er ernannte ein anderes Tier zu seinem Boten: den Marienkäfer, der fortan den Titel „Tier des lieben Gottes“ trug und alle ihm aufgetragenen Aufgaben gewissenhaft und pünktlich versah. Die Wachtel hingegen verlegte sich aufs Jammern und Klagen, sodass der Himmel voll von ihrem Wehschrei war. Noch heute sieht man den Vogel im Sommer hoch in den Himmel fliegen. Der Vogelruf der Wachtel hört sich wie eine Entschuldigung an: „Mein lieber Gott, mein lieber Gott, ich werde meinen Lebtag nicht mehr fluchen!“ Doch sobald sie aus dem Himmel auf die Erde stürzt, zetert sie wieder: „Himmelherrschaftszeiten!"