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Gesundheits-Spezial
Auge

Guck mal – das Auge!

Sehen ist einer unserer fünf Sinne, mit denen wir uns im Leben zurechtfinden. Mit den Augen als Sinnesorgane erkennen und vergleichen wir Formen, Farben und Bewegungen. Wir schätzen Entfernungen und Größen ab. Im Gedächtnis werden besonders interessante, traurige oder spannende Bilder als Erinnerung abgespeichert.

Die Augen sehen alles, nur sich selbst nicht.   
Sprichwort

Licht an!
Die meisten Gegenstände strahlen Licht zurück. Das Licht, das von einem Gegenstand abprallt, nehmen wir mit unseren Augen wahr.

Die Pupille steuert dabei, wie viel Licht ins Auge fällt. Durch einen Reflex vergrößert sie sich bei geringem Lichteinfall. So können wir auch in der Dämmerung und Dunkelheit etwas erkennen. Bei grellem Licht zieht sich die Pupille zusammen, um das Auge vor der Blendung zu schützen.

Die Hornhaut und die Linse helfen, das Licht zu bündeln, bevor es auf die Netzhaut trifft. Dort sitzen viele Millionen von besonderen Sinneszellen. Sie messen das gebündelte Licht. Über den Sehnerv senden die Zellen dann Nachrichten über die Form, Farbe, Größe und Lage des Gegenstandes an das Gehirn. Aus diesen Informationen erzeugt das Gehirn das Bild eines Gegenstandes. Es ist fantastisch, in welcher Geschwindigkeit unser Gehirn alle Sinneseindrücke verarbeitet.

Für Schlauwebbis
Das durch die Linse gebündelte Licht erzeugt auf der Netzhaut zunächst ein auf dem Kopf stehendes Minibild des Gegenstandes. Erst durch die Verarbeitung der Sinneseindrücke im Gehirn nehmen wir es richtig herum und in voller Größe wahr. Du kannst die Netzhaut mit einer Leinwand vergleichen, auf die ein umgedrehtes Diafoto mit einem Projektor geworfen wird.

Alles so schön bunt!

Wie entstehen die vielen schönen Farben, die wir wahrnehmen? In einem dunklen Raum sehen unsere Augen die Gegenstände nur in schwarz, weiß und grau. Aber sobald jemand das Licht einschaltet, sehen wir den grünen Becher, den blauen Stuhl und die rote Lampe. Licht allein macht noch keine Farbe, denn es ist unsichtbar. Um Farben sehen zu können, besitzen in wir besondere Sehzellen, die auf das Licht reagieren. Licht ist eine Form von Energie. Lichtenergie bewegt sich unter anderem in Wellen fort. Diese Wellen sind unterschiedlich lang. Wenn Lichtwellen durch die Pupille ins Augeninnere gelangen, treffen sie auf Millionen von kleinen Stäbchen und Zapfen. Sie liegen dicht an dicht auf der Netzhaut. Die Stäbchen nehmen nur die Helligkeit des Lichts wahr, aber keine Wellenlängen. Dafür reagieren sie bereits auf sehr wenig Licht. Durch die Stäbchen unterscheiden wir hell und dunkel. In der Dunkelheit sehen wir mit ihnen schwarz-weiß. Ist das Licht hell genug, stellen sie ihre Arbeit ein.
Die Zapfen können hingegen drei Wellenlängen des Lichts unterscheiden: lange Wellenlänge für die Farbe Rot, mittlere Wellenlängen für die Farbe Grün und kurze Wellenlängen für die Farbe Blau. Sobald die Stäbchen und Zapfen einfallendes Licht empfangen, senden sie über den Sehnerv diese Nachrichten an unser Gehirn. Das Gehirn setzt diese Signale in Farben um, daher können wir auch Mischfarben wahrnehmen. Erst jetzt entsteht vor unserem Auge ein farbiges Bild. Bei einigen Menschen fehlen die Zapfen für das Farbsignal Rot und das Farbsignal Grün. Sie haben Schwierigkeiten, Rot- und Grüntöne voneinander zu unterscheiden. Die meisten Säugetiere haben auf der Netzhaut ihrer Augen Stäbchen und zwei Sorten von Zapfen. Allerdings besitzen sie viel weniger dieser Sinneszellen als Menschen. Hunde, Katzen, Nagetiere oder Pferde können also bestimmte Farben erkennen. Vögel und Reptilien dagegen besitzen sogar vier Sehzapfen, weshalb sie Farben sehen, die uns verborgen bleiben.

Auge beschriftet

So breit, so hoch, so tief!

Wir können Gegenstände in ihrer Breite, Höhe und Tiefe wahrnehmen.
Das nennt man räumliches oder dreidimensionales Sehen. Das ist uns nur möglich, weil wir zwei Augen besitzen. Jedes Auge sieht einen Gegenstand aus einem etwas anderen Blickwinkel. Es werden zwei leicht unterschiedliche Bilder auf der Netzhaut abgebildet. Unser Gehirn verarbeitet diese beiden Sinneseindrücke zu einem Bild. Deshalb sehen wir die Dinge von allen Seiten und nicht flach wie auf einem Foto.

Für Schlauwebbis – der Daumensprung
Halte deinen Daumen eine Armlänge von dir entfernt vor deinen Augen hoch. Betrachte ihn zunächst mit beiden Augen. Nun schließe abwechselnd erst das linke, dann das rechte Auge. Was hat verändert sich bei deinen Betrachtungen? Der Daumen „springt“ scheinbar von rechts nach links.
Das liegt an verschiedenen Blickwinkeln der Augen. Mit dem Daumensprung kann man eine Entfernung ohne Maßband grob schätzen. Das geht so: Peile mit einem geschlossenen Auge und deinem vorgestreckten Daumen einen Baum an. Jetzt wechselst du das Auge. Dein Daumen ist ein Stück nach links oder rechts „gesprungen“. Schätze jetzt den Abstand zwischen dem Baumstamm und deinem Daumen in Metern. Multipliziere die Meter mit der Zahl 10. Das Ergebnis ist die Entfernung zwischen dir und dem Baum. Da die Armlängen und der Augenabstand von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind, ist die Zahl 10 nur ein Mittelwert.

Vom Augapfel und der schönen Iris

Das Auge sitzt in der knöchernen Augenhöhle des Schädels. Es besteht aus einem kugelförmigen Augapfel, der von sechs Muskeln an vier Seiten des Auges in der Augenhöhle gehalten wird. Er ist in drei Schichten aufgebaut: der Lederhaut, der Aderhaut und der Netzhaut, die über den Sehnerv mit dem Gehirn verbunden ist. Das Innere des Augapfels wird von einem Glaskörper ausgefüllt. Der besteht aber nicht aus Glas, sondern einer Art Gelee, damit behält der Augapfel in seine Kugelform.
An der Vorderseite des Auges liegen die schützende Bindehaut und dahinter die Hornhaut. Unter der Hornhaut befindet sich ein sichtbarer, farbiger Muskelring: die Iris. Sie verändert durch ihre Muskelarbeit die Größe der Pupille, die in ihrer Mitte liegt. Iris ist das altgriechische Wort für Regenbogen. Daher nennt man die Iris des Auges auch Regenbogenhaut. In der Iris sind Farbstoffe abgelagert, die die Augenfarbe bestimmen. Kurz nach der Geburt erscheint die Iris bei Menschen- und Tierkindern von Säugern in einem hellblauen Farbton. Erst im Laufe der nächsten Wochen und Monate wird der Farbstoff Melanin gebildet und die Augenfarbe verändert sich. In einer braunen Iris hat sich mehr Farbstoff abgelagert als in einer blauen.

Gestochen scharf!

Direkt hinter der Iris liegt die Linse. Sie bündelt und bricht durch ihre Wölbung das Licht. Sie verändert ihre Form mithilfe des Ziliarmuskels. So sehen wir jeden Gegenstand aus nahezu jeder Entfernung klar und deutlich. Die Linse bündelt und bricht das Licht, das durch die Pupille ins Auge fällt. Dadurch wird der Gegenstand, den wir sehen, umgedreht als Minibild auf der Netzhaut abgebildet.

Da bleibt kein Auge trocken

Ein scharfer Wind oder das Zerschneiden einer Zwiebel treibt uns Tränen in die Augen. Tränen fließen auch, wenn man traurig ist oder ein Witz besonders lustig war. Die Tränen stammen aus den Tränendrüsen. Sie sitzen in der Augenhöhle seitlich über einem Auge in Richtung der Nasenwurzel. Die Tränendrüsen versorgen die empfindliche Oberfläche, die Bindehaut der Augen, ständig mit Salzwasser. Durch das Blinzeln mit dem Augenlid wird die Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf dem Auge verteilt. In den inneren Augenwinkeln liegen die Tränenpünktchen. Sie sind mit Tränenkanälen verbunden, über die die Tränenflüssigkeit in die Nasenhöhle abgeleitet wird. Hat man etwas ins Auge bekommen oder wird von seinen Gefühlen überwältigt, pumpt die Tränendrüse mehr Salzwasser. Die Tränenkanäle laufen über und die Tränen purzeln über das Gesicht. Das Augenlid hat die Funktion eines Scheibenwischers. Es befreit das Auge von Staub, Krankheitserregern und schützt es vor dem Austrocknen. Wie ein Schutzschild schließt es sich im Schlaf, bei starker Helligkeit oder wenn sich dem Auge etwas nähert. Die Wimpern dienen als Sonnen- und Staubschutz. Die Augenbrauen verhindern, dass Schweiß von der Stirn ins Auge läuft.

Zum Farben-Spezial geht es hier lang. Mehr zum Thema Gesundheit kannst du hier nachlesen.

Text/Foto: Nicole Potthoff

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