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Suesskram

1 x 1 für Schleckermäulchen

Alle Kinder lieben süße Sachen. Schleckermäulchen lieben Schokolade, Bonbons, Kuchen, Kekse und Fruchtsäfte mehr als andere. Wenn die Schokolade jedoch zum Tröster wird und der Kuchen das Butterbrot ersetzt, wird aus einem Schleckermäulchen schnell ein Topmoppel. Ein Naschverbot ist sinnlos.

Vielleicht können unser 1 x 1 für Schleckermäulchen und der Blick auf den eigenen Umgang mit den süßen Sachen weiterhelfen.

Satt statt schlapp!
Mit Grips & Mucki-Machern wird jedes Familienmitglied auf natürliche Weise satt. Sattmacher aus vollem Korn und Gemüse halten den Blutzuckerspiegel gleichmäßig hoch. Der Heißhunger auf Süßigkeiten wird damit im Zaum gehalten. Fast Food, Chips, Kuchen & Co. dagegen lassen den Heißhunger auf süßes und fettiges Essen erst richtig entstehen. Ein Kreislauf aus ständigem Verlangen und Befriedigung durch Essen beginnt. Statt Grips & Mucki wachsen Schwabbel & Schlapp.

Leben im Zuckerland
Wie viele Lebensmittel sind im Haushalt, die schon ab Werk gezuckert sind? Ein Zuckercheck bei den ganz alltäglichen „Süßigkeiten“ wie Schokocreme, Frühstückscerealien, Kuchen, Ketchup, Fruchtsäfte etc. sorgen für ein erstes Aha-Erlebnis. Auf der Packung steht eine Zutat, die auf „-ose“ endet? Dann handelt es sich dabei fast immer um eine Zuckerart. Ein einzelner Schokoriegel fällt bei den vielen Zuckerfallen im Haushalt kaum ins Gewicht. Erst die Summe aller über Zucker, Kohlenhydrate und Fette aufgenommenen überschüssigen Kalorien lassen die Pfunde steigen. Übergewichtige Menschen sagen häufig: „Ich esse nicht viel!“ Dabei übersehen sie, dass mehrere kleine Portionen fett- und zuckerhaltiger Mahlzeiten gewichtiger werden als drei Teller Spaghetti mit selbst zubereiteter Tomatensoße und Tatar.

Hamstern verboten!
Die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln erschwert den richtigen Umgang mit Essen. Ein Sättigungsgefühl, die natürliche Bremse gegen Übergewicht, haben viele Menschen verloren. Kinder besitzen diesen wertvollen Schutzmechanismus. Das ändert sich jedoch, sobald die Nahrungsaufnahme „zweckentfremdet“ wird, Mahlzeiten unregelmäßig oder mit vielen „leeren“ Kalorien angeboten werden.

Schokolade im Haus lockt die kleinste Maus!
Womit gleich zwei Bedingungen für Schleckermäulchen erfüllt sind: die ständige Verfügbarkeit über Schokolade, Chips & Co. und die Verknüpfung von Süßigkeiten als Lockmittel, Trostspender, gegen Langeweile, Frust oder Wut. Als Strafmittel sind Süßigkeiten ebenso ungeeignet. Während Lebensmittel wie Wasser, Reis, Nudeln oder Kartoffeln in jedem Haushalt vorrätig sein sollten, gehören „Schlickerkisten“ der Vergangenheit an.

Auf der Gedankenautobahn
Unser Gehirn ist Lernweltmeister. Es legt ständig neue Verknüpfungen an. Das gilt nicht nur für reines Gedächtnisfutter, sondern auch für unser (Ess)verhalten. Aus den Trampelpfaden für die Verbindungen „Süßes & Trost“ oder „Chips & Fernseher“ entstehen bei regelmäßiger Wiederholung regelrechte Autobahnen für die LKW-Ladungen an Riegeln und Erdnüssen, die plötzlich benötigt werden, um uns ein gutes Gefühl zu verschaffen. Nur gut, dass unser Gehirn auch ein Verlassen der Schnellstraße zulässt. Für neue Verhaltens- und Denkwege brauchen wir nur entsprechende Angebote und viel Geduld.

Kleinpackung statt XXL
Die Kleidergröße wächst proportional zur Verpackungsgröße der Lebensmittel. Dabei ist der Inhalt einer kleinen Packung Schokolinsen zum Stillen unseres Heißhungers völlig ausreichend. Ist die XXL-Packung jedoch erst einmal angefangen, muss sie geleert werden. Das ist das oberste Naschgesetz und selten zu verhindern.

Süßer Genuss!
Süßigkeiten brauchen unsere Zeit und volle Aufmerksamkeit!
Ohne Ablenkung und in Ruhe gegessen, sind die süßen Sachen Gaumenfreuden. Für „mal zwischendurch“ und nebenbei sind Süßigkeiten viel zu schade – und zu teuer!

Gemeinsam naschen!
Wer isst schon gern allein? Gerade beim Naschen kann man die Freude am Genuss und die Kalorien teilen.

Süßkram
Obst statt Schokolade, Apfelchips statt Erdnussflips – die Liste der Alternativen ist lang. Manchmal muss es aber etwas Schokoladiges sein. Hier hilft ein Blick auf die Nährwertangaben. 100 g Schokoküsse haben fast so viele Kalorien wie 100 g Gummibären, aber deutlich weniger als 100 g Milchschokolade. Auch ein Kalorienvergleich bei den Nuss-Nugat-Cremes bringt erstaunliche Unterschiede zutage. Gleiches gilt für Marmelade sowie Chips & Co. Weniger „leere“ Kalorien sind mehr Lebensfreude!

Schlickersause
Ein Tag im Schlaraffenland ist manchmal besser als jeden Tag ein Riegel, ein Eis und/oder Nuss-Nugat-Creme. Wir können bewusst all die süßen Sachen einkaufen und am selben Tag vernaschen, auf die wir eine ganze Weile verzichtet haben. Schmecken Gummibären anders als Fruchtgummis? Kann man von Zartbitterschokolade genauso viele Stücke essen, wie von Vollmilchschokolade?
Eine geplante Schlickersause statt täglicher Süßzuweisung – für Schleckermäulchen ein spannender, aber durchaus lohnender Versuch.

Text: Nicole Potthoff

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