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Igelalarm
Fiona und Rudi gehen die zweite Klasse der Engelschule auf Wolke 13. Wie die Menschenkinder haben die Schüler der Engelklasse auch Tafeldienst und müssen den Klassenraum einmal in der Woche vom Sternenstaub befreien. Neben himmlischen Fächern, wie Sternenkunde, Engelchor und Botschaftenlehre, dürfen die Engelchen auch schon kleinere Schutzengeldienste leisten, obwohl sie die Schutzengelprüfung erst in der vierten Klasse machen. Fiona und Rudi sind für den Schulgarten der |
Stadt Engeln auf der Erde zuständig. Sie müssen jeden Morgen und jeden Abend in den Garten fliegen und dort schauen, ob sie helfen können. Einmal hatte sich eine Spinne in ihrem eigenen Netz verfangen. Fiona und Rudi haben ihr geholfen, sich zu befreien. Schließlich bleiben Engel nie, na ja fast nie, in Spinnennetzen hängen.
Heute Abend ist es sehr kalt, als sich die beiden Engelchen auf den Weg machen. Eigentlich frieren Engel ja nicht, aber Fiona hat sich eine Wolkenmütze aufgesetzt, weil ein eisiger Wind vom Nordpol weht. Sie fliegen durch den Park, am Nordufer entlang und landen mitten im Schulgarten. Spinnennetze finden sich um diese Jahreszeit dort nicht mehr, denn die meisten Spinnen verharren jetzt in der Winterstarre. Andere Tiere halten Winterschlaf und viele Vogelarten fliegen schon im Herbst in den sonnigen Süden. Nur die dicke, schwarze Krähe, bleibt das ganze Jahr über im Schulgarten, auch wenn ihr im Winter besonders langweilig ist. Jetzt begrüßt sie die beiden Engel ganz aufgeregt: „Endlich ist mal was los! Kommt mit, das müsst ihr euch ansehen!“ Sie zeigt den Engeln hinter dem Gemüsebeet einen kleinen Igel. „Seht euch den mal an! Da will man mal ein bisschen Spaß in dieser Einöde haben und der da zeigt mir seine Stacheln! Unverschämtheit!“, beschwert sich die Krähe. Fiona, die in der Engelschule ein Referat über Igel gehalten hat, erkennt sofort, dass dieser kleine Igel in Not ist. Eigentlich halten Igel bei diesen Temperaturen bereits ihren Winterschlaf. Doch der kleine Kerl hier hatte es wohl nicht rechtzeitig geschafft, sich den nötigen Winterspeck anzufressen.
Fiona nimmt ihre Wolkenmütze vom Kopf und stülpt sie rasch über das stachelige Igelchen. Jetzt muss es schnell gehen, denn der kleine Igel ist schon ganz schwach. Gut, dass Fiona weiß, wo es eine Igelstation in der Nähe gibt. Dorthin fliegen sie nun. Durch ein offenes Kellerfenster der Igelstation, gelangen sie in den Raum, in dem die Käfige und kleinen Holzboxen als Winterquartier für die Igel stehen. Sie finden sogar eine leere Box, die bereits mit Heu und einem Schlafhäuschen ausgestattet ist, geradeso als hätte man auf den kleinen Igel gewartet. Vorsichtig legt Fiona das Igelchen in die Box und schon sind unsere beiden Engel wieder verschwunden. Kurze Zeit später kommt Herr Schäfer zur abendlichen Fütterung seiner Schützlinge. Als er den Raum betritt, sieht er erstaunt seinen neuen Gast und sagt nachdenklich: „Na Kleiner, das wurde ja höchste Zeit, wer hat dich denn gebracht?“ |