Das Dinosaurierskelett – Megagerüst für Riesenechsen
Anders als bei Reptilien, deren Beine seitlich am Körper liegen, sind die Beine der Dinosaurier unter dem Körper angelegt. Durch diese Beinstellung konnten sie sich ganz anders fortbewegen und das zuweilen unglaubliche Körpergewicht tragen. Außerdem waren ihre Gliedmaßen durchgestreckt, denn sonst hätten sie ihre Bäuche durch Gräben ziehen müssen. Und auch das unterscheidet sie von den heutigen Echsen. Gleichzeitig hatte es die Natur so eingerichtet, dass gerade die Schwergewichte unter den Sauriern - wie der Brachiosaurus mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen - durch Hohlknochen im Rückgrat etwas leichter über die Erde stampfen konnten.
Die Dinosaurier waren mit ihren unterschiedlichen Körperformen der jeweiligen Lebensweise gut angepasst. Raubsaurier liefen auf ihren Hinterbeinen. Ihre vorderen Gliedmaßen waren meistens verkürzt und wurden wie Greifhände zum Beutefang genutzt. Pflanzenfresser wie der riesige Diplodocus mussten ihr gesamtes Körpergewicht auf vier baumstammartige Beine und eine meterlange Wirbelsäule verteilen. Der Schwanz eines Dinosauriers diente als Stütze, Balancierstab und Waffe.
Neben einer Reihe von anderen Unterscheidungsmerkmalen im Skelettaufbau, wie die Anzahl der Zehenknochen oder die Anordnung der Schädelknochen, fand der englische Urzeitforscher Harry Govier Seely eine weitere Besonderheit heraus, um Ordnung in die gefundenen Dinofossilien zu bringen:
Es gab bei den vielen hunderten von Arten nur zwei unterschiedliche Stellungen der Beckenknochen. Das Becken verbindet die Wirbelsäule mit den hinteren Beinen. Es besteht aus drei Knochen: Darmbein, Schambein und Sitzbein. Professor Seely entdeckte, dass man Dinos in Echsenbeckensaurier und Vogelbeckensaurier einteilen konnte.
Echsenbeckensaurier oder Saurischier
Bei diesen Sauriern zeigt das Schambein nach vorn und das Sitzbein nach hinten wie bei einer Echse. Der fleischfressende Tyrannosaurus rex, der riesige Pflanzenfresser Diplodocus und der berühmte Megalosaurus gehörten zu dieser Gruppe.
Vogelbeckensaurier oder Ornithischier
Bei dieser Gruppe verlaufen das Schambein und der Sitzknochen parallel zueinander wie bei einem Vogel. Zu den Vogelbeckensauriern gehörten zum Beispiel der Stegosaurus und der Triceratops mit seinen spitzen Hörnern und dem knöchernen Nackenschild. Alle Ornithischier waren Pflanzenfresser und hatten als einzige einen so genannten Kinnknochen am Unterkiefer.